Klavierkonzert von Margit Molitor-Gold in der St. Ägidiuskirche Moselsürsch
Stimmungsvolle Melodien begeisterten das Publikum
Moselsürsch. Die Kulturinitiative „Lehmensart“ lies im Rahmen der traditionsreichen „Maifeld Classics“ das Kulturjahr mit gefühlvollen Melodien der überregional bekannten Pianistin Margit Molitor-Gold ausklingen. Die einsetzende Dämmerung tauchte die St. Ägidiuskirche in dem über 1000-jährigen Ort auf dem Maifeld in ein romantisches Licht und bot ein perfektes Ambiente für die zahlreichen Klassikliebhaber, die den „Lehmensart“ Begrüßungswein noch ganz ungezwungen vor dem Konzert genießen konnten.
In der wohltemperierten Kirche begann pünktlich die an der Untermosel beheimatete Künstlerin mit der „Französische Suite Es-Dur“ von Johann Sebastian Bach, die in dem Zyklus von sechs Kompositionen für das Clavichord, einem Tasteninstrument aus dem 16. Jahrhundert, komponiert worden ist.
Es folgte die „Sonate A-Dur D 664“ von Franz Schubert. Die Entstehungsgeschichte dieser Sonate ist bis heute noch nicht restlos geklärt. Tatsache ist und bleibt jedoch, dass die „kleine“ A-Dur-Sonate mit zu den beliebtesten und meist gespielten Schubert-Sonaten überhaupt gehört – ein wahrer Edelstein unter den insgesamt zwölf vollendeten Werken dieser Gattung, die der Komponist zwischen 1817 und 1828 geschrieben hat.
Nach den „Vier Fantasien aus op. 116“ von Johannes Brahms vollendete Margit Molitor-Gold das Konzert mit Claude Debussys Prélude aus „Pour le piano“. In der Klassikszene wird dieses Werk als erstes Reifewerk Debussys bezeichnet. Debussy löst sich hier vom spätromantischen Stil und Salonstil seiner Frühwerke und wendet zum ersten Mal konsequent die neuen harmonischen Mittel an, die typisch für seine musikalische Sprache sind. Hierzu gehören Ganztonleiterbereiche, Akkordrückungen, Quartschichtungen, Pentatonik und die Verwendung von Akkorden unabhängig von ihrer harmonischen Funktion. Gegenüber seinen frühen Werken sind die pianistischen Anforderungen beträchtlich gestiegen und Margit Molitor-Gold spielte diese mit einer gefühlten Leichtigkeit und mit Bravour. Das Publikum bedankte sich bei der Künstlerin für das hochkarätige Konzert mit begeistertem, lang anhaltenden Applaus, worauf diese als Zugabe ein weiteres Stück Debussys zu Gehör brachte.
Abschließend verabschiedete der zweite Vorsitzende Christoph Stoffel die anwesenden Gäste, bedankte sich bei Margit Molitor-Gold für die Darbietung und Auswahl der Stücke und man stand noch länger zusammen und beendete den Abend mit netten Gesprächen.
Ausblick auf die neue Saison
Starten wird „Lehmensart“ die neue Saison am Donnerstag, 8. März mit dem Kinder- und Jugendbuchautor Stefan Gemmel, der über sein Mali-Hilfsprojekt berichten wird. Stefan Gemmel ist weit über die Grenzen hinaus bekannt, unter anderem wegen seinen aufgestellten Leseweltrekorden, zahlreichen Theater- und anderen Projekten, mitreißenden Lesungen und unglaublich vielen Aktionen. Der Eintritt hierzu ist kostenfrei.
