Allgemeine Berichte | 23.04.2018

Werner Blatt: Ein Mann mit Herz und Stamina

„Strahlende Kinderaugen sind der größte Dank“

Werner Blatt aus Ruppach-Goldhausen wurde mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet

„Strahlende Kinderaugen sind der größte Dank“

Ruppach-Goldhausen. Innenminister Roger Lewentz hat Werner Blatt aus Ruppach-Goldhausen die von Ministerpräsidentin Malu Dreyer verliehene Verdienstmedaille des Landes überreicht. „Ich habe Werner Blatt gerne für diese hochrangige Auszeichnung vorgeschlagen“, so der Minister.

„Werner Blatt hat sich über viele Jahre in der Kommunalpolitik und im Pfarrgemeinderat engagiert, aber auch über die Grenzen von Politik und Kirche hinweg Herausragendes für die Gemeinschaft geleistet. Dazu gehören sowohl sein Engagement als Mitbegründer des Polizeichores Koblenz und weiterer Musikformationen, als auch sein Wirken für die Gewerkschaft der Polizei. Auch als Vorsitzender des Personalrates im Polizeipräsidium Koblenz hatte Werner Blatt immer ein offenes Ohr für die Kolleginnen und Kollegen“, würdigte Lewentz.

Die Tätigkeit als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Trier und am Oberverwaltungsgericht Koblenz füge sich ein in die Reihe seines Strebens nach Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.

Schnell ins Dorf integriert

„Als ich 1974 durch die Heirat meiner Frau hierher nach Ruppach kam, war die Integration durch die engagierten Vereine völlig unproblematisch“, blickt der aus Hillscheid stammende Werner Blatt dankbar zurück. Schon damals sei er „musikalisch etwas vorbelastet“ gewesen, berichtet der begeisterte Klavier- und Orgelspieler. Schon in seinem Heimatort habe er eine kleine Band und einen Chor in der Kirchengemeinde geleitet. Deshalb habe er in Ruppach einen Kinder- und Jugendchor gegründet und ist aktiv in den Gesangverein eingestiegen. Es folgte dann eine lange Phase des Engagements im Gemeinderat und fast parallel im Pfarrgemeinderat. Heute engagiert er sich im Generationenverein „Ruppach-Goldhausen lebenswert“. Das ist Nachbarschaftshilfe, wie zum Beispiel Senioren zum Arzt oder zur Verwaltung fahren. „Wir als sogenannte Opas basteln mit den Kindern, zum Beispiel ein Vogelhaus oder ein Insektenhotel.“ Aber auch in Vorbereitungsgruppen engagiert Blatt sich nach wie vor gerne: zum Beispiel für die bevorstehende Seligsprechung des aus Ruppach-Goldhausen stammenden Pallottinerpaters Richard Henkes.

Christliche Motivation

Gefragt danach, ob sich seine Motivation zum Ehrenamt aus den christlichen Glauben speise, antwortet Blatt: „Unsere Gesellschaft braucht ein aktives Miteinander.“ Die christliche Begründung stehe sicherlich auch im Vordergrund, aber generell sei der Mensch auf Gemeinschaft angewiesen. „Allenthalben, an allen Ecken und Enden, wird etwas gebraucht. Ob es ein einzelner Mensch ist, der Hilfe braucht, oder ob es die Gesellschaft ist.“

In früheren Jahren sei aber die Bereitschaft, füreinander einzustehen, größer gewesen, ist sich Blatt sicher. Die zunehmende Individualisierung in der Gesellschaft sieht er nicht positiv. „Jeder Mensch ist für alles ersetzbar“, wünscht sich Blatt als Überschrift. Er sei weder im Beruf noch in der Freizeit dem Trugschluss unterlegen gewesen, dass es ohne ihn nicht gehe, betont er. Da halte er sich lieber an das Motto des Papstes Johannes XXIII: „Nimm dich nicht so wichtig!“

Persönliche Zuwendung

Der schönste Lohn sei für ihn nicht eine offizielle Auszeichnung, sondern „strahlende Kinderaugen“! Beim Engagement für Erwachsene denkt er besonders an die Verbrechensopfer, denen er im Rahmen der Arbeit für den Weißen Ring begegnet. „Wenn die Leute sagen: Wir sind froh, dass jemand auf unserer Seite ist. Das sind so Momente, wo auch etwas zurückkommt.“ Persönliche Zuwendung, nicht nur finanzielle Unterstützung, sei wichtig.

„Strahlende Kinderaugen sind der größte Dank“
Die Verdienstmedaille des Landes erhielt Werner Blatt (2. v.l.) aus den Händen von Innenminister Roger Lewentz (re.). MdI

Die Verdienstmedaille des Landes erhielt Werner Blatt (2. v.l.) aus den Händen von Innenminister Roger Lewentz (re.). Foto: MdI

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