Pallottiner haben die beste Lösung für die Stadt Rheinbach gefunden
Studentenwohnungen und altersgerechte Wohnungen mit Pflege sollen entstehen
Aus der profanierten Pallotti-Kirche soll ein öffentlich zugängliches Restaurant werden – Notarvertrag wurde unterzeichnet – Verwirklichung in zwei Phasen bis 2025 geplant
Rheinbach.Die Entscheidung über die Zukunft der Pallotti-Kirche und des ehemaligen Konventsgebäudes in Rheinbach ist gefallen, das teilt Alexander Schweda, Pressesprecher der Pallottiner, mit. Die Eitorfer BBS Immobilien GmbH & Co. KG (BBS) werde auf dem Gelände einen „campus pallotti“ realisieren mit Studentenwohnungen, altersgerechte Wohnungen, „Wohnen mit Pflege“ sowie „Wohnen mit Service“. Ein entsprechender Vertrag sei gestern vor einem Notar in Köln zwischen den Pallottinern, der BBS und der SAGIR AI GmbH (Bielefeld) abgeschlossen worden, Letztere tritt bei dem Projekt als Investor auf. Das Projekt soll in zwei Phasen bis 2025 verwirklicht werden.
In der profanierten Pallotti-Kirche soll künftig ein öffentlich zugängliches Restaurant Gäste bewirten, die ehemalige Kapelle im Altbau will man in ihrem Bestand erhalten. Insbesondere die vorhandenen Gemälde und die Ausstattung sollen den Charakter des ehrwürdigen Gebäudes und den Geist der Pallottinischen Gemeinschaft weitertragen, so Schweda. In der ehemaligen Kapelle sollen künftig auch Veranstaltungen wie Vorlesungen und Vorträge von Professoren der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie der Uni Bonn gehalten werden, das wünscht sich zumindest Diplom-Ingenieur Cafer Sagir, Geschäftsführender Gesellschafter der SAGIR AI GmbH. Darüber hinaus sollen die Studenten der beiden Institute die Räume auch als Begegnungszentrum für gemeinsames Studieren und Workshops nutzen. Die BBS, die am 21. April 2021 gegründet wurde und deren Geschäftsführer Sagir ebenfalls ist, werde die Verwaltung des Campus übernehmen. Damit hätten die Studenten jederzeit einen Ansprechpartner vor Ort.
Mobilitätskonzept soll erarbeitet werden
Um die notwendigen Stellplätze für das „Wohnen mit Service“ und „Wohnen und Pflege“ gewährleisten zu können wolle man im Innenhof zwischen der Pflegeeinrichtung und den Studentenwohnungen die notwendigen Stellplätze unterbringen, erklärte Sagir weiter. Die Einfahrt der Tiefgarage sei im Bereich der Pallottistraße vorgesehen. Oberirdisch sollen ausschließlich Stellplätze für Ärzte, Krankentransporte und Behinderte errichtet werden. Zusammen mit der Stadt wolle man außerdem ein Mobilitätskonzept erarbeiten, welches den Bedarf an Stellplätzen und den Verkehr generell auf ein Minimum reduziere und somit die Verkehrssituation generell entlaste. Es gehe seiner Gesellschaft darum, nachhaltigen Mehrwert für die Stadt Rheinbach zu schaffen und zugleich die Identität des Pallotti-Areals zu erhalten, betonte Sagir und bedankte sich für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Rheinbach. Das Ergebnis erfülle alle Anforderungen der Stadtplanung.
Die SAGIR AG, zu der die Tochtergesellschaft SAGIR AI GmbH gehört, hat bereits einschlägige Erfahrungen mit dem Bau und Betrieb von Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Krefeld, Detmold, Duisburg und Eitorf. Darüber hinaus ist das deutschlandweit tätige Architekturbüro in der Entwicklung von Geschäftszentren und Hotels aktiv.
Platz für Pflege und Betreutes Wohnen
Der Erste Beigeordnete Dr. Raffael Knauber freute sich bei der Schlüsselübergabe im Rathaus vor allem darüber, dass ein Wunsch der Stadt realisiert werde, nämlich Platz für Pflege und Betreutes Wohnen zu schaffen. Er sei sicher, dass die Realisierung des Projektes zielorientiert und möglichst konfliktfrei erfolge. Knauber bewertete es als besonders erfreulich, dass die stadtbildprägende Pallotti-Kirche als Gebäude erhalten bleibe und eine neue Nutzung erhalte. „Dafür hat sich die Stadt stets starkgemacht.“
Zufrieden zeigte sich auch der Provinzökonom der Pallottiner, Pater Rainer Schneiders: „Wir haben für die Stadt Rheinbach sowie für die Gemeinschaft der Pallottiner die beste Lösung gefunden. Auch die Kirche wird auf diese Weise denkmalgeschützt erhalten und in Zukunft wieder öffentlich erreichbar sein. Dafür sind wir dankbar.“
JOST
In der profanierten Pallotti-Kirche ist ein öffentlich zugängliches Restaurant geplant. Foto: Volker Jost
