Viel Humor im „Kreaforum“: Lesebühne sammelt Spenden für Kindertheater
„Stuss mit Lustig“ begeistert Publikum in Morenhoven
Morenhoven. Beim Auftritt der Lesebühne „Stuss mit Lustig“ im Morenhovener „Kreaforum“ gab es zahlreiche heitere Momente. Das Publikum zeigte sich begeistert und spendete am Ende mehr als 300 Euro für ein Kindertheaterstück in der ehemaligen Dorfschule.
Julius Esser (Euskirchen), Johannes Engel (Erftstadt) und Gerd Engel (Rheinbach) bilden gewissermaßen die vereinseigene Lesebühne von „Rheinbach liest e.V.“. Auf Einladung von Klaus und Elisabeth Grewe gastierten sie bereits zum dritten Mal im „Kreaforum“. Im Gepäck hatten sie humorvolle Texte und Lieder aus eigener Feder sowie den unverzichtbaren Pianisten Dirk Plücker.
Julius Esser las unter anderem von einem kölsch-seligen Altweibertag („Meine Mutter hört am Telefon stets auf die Nachkommastelle genau, wie viel Promille ich habe.“) und setzte sich engagiert für die Weitergabe der rheinischen Mundart an die nächste Generation ein („Dä Jong därf Platt kalle!“). In einem weiteren Text beschrieb er seine besondere Beziehung zu Baumarktprodukten („In der Original-Engelbert-Strauss-Hose wäre das Regal jetzt schon aufgebaut.“).
Johannes Engel, Realschullehrer in Köln-Chorweiler, streifte teilweise reimend durch die Welt der Mathematik, entdeckte Skurriles und erläuterte unter anderem subtraktionsbedingte Eigenarten der mathematikbetreibenden Spezies. In diesem Zusammenhang erfuhr das Publikum, warum Minus mal Minus nicht immer Plus ergibt. An anderer Stelle stellte Engel mit hintergründigem Humor fest: „Die moderne Algebra ist schon hunderte Jahre alt, aber X wird immer noch gesucht.“
Der Rheinbacher Gerd Engel entwickelte aus seinem Hemdenkauf die Handlung für eine seichte Fernsehliebeskomödie. Außerdem besang er – begleitet von Dirk Plücker am Piano – die als „Comeback-Jeans“ beworbene Hose eines Mode-Versandhändlers sowie in einem weiteren Lied die vergeblich versuchte männliche Attraktivitätssteigerung durch exzessives Staubsaugen. Anschließend widmete er sich mit angeblicher KI-Unterstützung der Aufgabe, ein identitätsstiftendes Heimatlied für Swisttal zu schreiben. In der Zugabe brachte der Grundschullehrer schließlich alle Swisttaler Ortschaften in der Melodie der FC-Stadionhymne unter – überall werde nämlich Klaus Grewe verehrt. In Rheinbach sei man sogar geradezu beleidigt, dass er nicht auf ihrem Stadtgebiet wohne. Auch wenn das Lied in bester Stuss-Manier satirisch überzeichnet war, stimmten die rund 50 Besucherinnen und Besucher nicht nur lachend, sondern auch spürbar warmherzig in den Kehrvers ein. Dieser bestand schlicht aus dem Namen des überaus verdienten Vermessungsingenieurs, Archäologen und Kulturförderers.
„Wir können verstehen, warum die Größen des Deutschen Kabaretts gerne in Morenhoven auftreten“, stellte Julius Esser fest, der als Bühnendichter bereits viel herumgereist ist. „Von Klaus und Elisabeth Grewe und dem vielköpfigen „Krea“-Team wird man als Künstler so herzlich-familiär und wertschätzend empfangen, dass man gerne wiederkommt.“ Auch die gemeinsame gemütliche Suppenspeisung nach dem Auftritt für Künstler und Team direkt vor Ort sei „wirklich einzigartig“.
Am Ende der Benefizveranstaltung in Kooperation mit „Rheinbach liest e.V.“ kamen mehr als 300 Euro zusammen. Der Erlös war für das Figurentheaterstück „Die zweite Prinzessin“ der Bonner Puppenspielbühne „Papperlapupp“ am Folgetag bestimmt. Die Kinder hatten dort freien Eintritt.BA
Die drei „Stusser“ mit ihrem Pianisten havarierten in einem Seitenarm des Römerkanals in der „Krea Morenhoven“. Foto: privat
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