Stadt Rheinbach und Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr gehen Patenschaft ein
Symbol einer gewachsenen Beziehung
Bürgermeister Raetz und General Renner unterzeichneten Bestehende Kontakte sollen vertieft und ein gemeinsames Miteinander auch in Zukunft erhalten werden
Rheinbach. Mitten in der Stadt, auf dem Himmeroder Wall und nicht etwa am Ortsrand in der Tomburg-Kaserne, besiegelten die Stadt Rheinbach und das Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr (BITS) zum Zeichen der Verbundenheit kürzlich eine Patenschaft. „Diese Patenschaft steht als Symbol für die enge Beziehung zwischen der Stadt und der Bundeswehr an diesem Standort, welche über viele Jahre gewachsen ist“, heißt es in der Patenschaftsurkunde, die von Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz und dem Kommandeur des BITS, Brigadegeneral Wolfgang E. Renner unterzeichnet wurde.
Die Patenschaft
Die Patenschaft soll dazu beitragen, bestehende Kontakte zu vertieft und ein gemeinsames Miteinander zu erhalten. Außerdem soll das Verständnis der Bürger der Stadt für die Aufgaben der Bundeswehr, aber auch dass der Mitarbeiter des Betriebszentrums für die Fragen und Erwartungen der Bevölkerung vertieft werden. Wie es der Stadtrat in seiner Sitzung am 30. September 2013 beschlossen und der Kommandant des Führungsunterstützungskommandos der Bundeswehr am 31. November 2013 genehmigt hatte, verpflichten sich beide Seiten mit dieser Urkunde, „die Patenschaft jetzt und in Zukunft mit Leben zu füllen und aktiv zu gestalten.“ „Für uns, die Bundeswehr, hat diese Patenschaft einen hohen Stellenwert“, betonte Brigadegeneral Renner in seiner Ansprache. Das BITS bestehe zwar erst seit zwei Jahren als eigenständige Dienststelle, stehe aber in einer langen Tradition von Fernmeldeeinheiten, die seit 1956 in Rheinbach stationiert waren. Seither seien zahlreiche andere Bundeswehrstandorte bereits aufgegeben worden. Das BITS stelle für die Bundeswehr zentral aus Rheinbach heraus die IT-Versorgung für die Truppe in den Einsatzgebieten in aller Welt sicher, und das rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Viele Soldaten seien selbst in den Einsatzgebieten, entweder zeitlich befristet, um Änderungen am IT-System vorzunehmen, oder als Angehöriger reguläre Einsatzkontingente.
Lebensmittelpunkt in der Stadt
Renner unterstrich aber auch, dass zahlreiche Soldaten und Mitarbeiter oftmals nicht nur ihre militärische Heimat, sondern auch ihren Lebensmittelpunkt in Rheinbach gefunden hätten. Als Kommandeur stelle er öffentlich fest: „Wir von der Bundeswehr fühlen uns sehr wohl und gut aufgehoben in Rheinbach.“ Aus dieser positiven Atmosphäre heraus freue er sich, das gute Verhältnis zwischen Stadt und Bundeswehr auch nach außen sichtbar zu machen und durch die Patenschaft zu unterstreichen sowie weiter zu festigen. „Die Zeiten ändern sich“, so Bürgermeister Stefan Raetz. Auch die Bundeswehr habe sich verändert und befinde sich immer noch in einen signifikanten Wandel. „Trotzdem ist eines immer geblieben: die Verbundenheit der Rheinbacher Bürger zu ihren Soldaten in der Tomburg-Kaserne.“ Gemeinsam sei man bereits einen langen Weg gegangen, denn schon seit 1987 bestehe eine formelle Patenschaft zwischen der Bundeswehr und der Stadt Rheinbach. Diese haben zunächst das Fernmeldebataillon 910, danach die Führungsunterstützungsbrigade 910, anschließend das Kommando Strategische Aufklärung als Partner gehabt und jetzt das BITS. Das Verhältnis der Bundeswehr zur Öffentlichkeit sei nicht immer unproblematisch gewesen, doch mit dem Ende des Kalten Krieges habe sich die Situation grundlegend geändert. Heute sei eine Patenschaft zwischen Kommune und Bundeswehr politisch und gesellschaftlich eine Selbstverständlichkeit. Viele Kontakte, besonders im gesellschaftlichen und geselligen Bereich, prägten die Patenschaft, und es liege im Interesse beider Partner, dass die Patenschaft nicht nur auf dem Papier bestehe. „Beide Seiten sollten also weiterhin gemeinsam daran arbeiten, diese Patenschaft mit Leben zu füllen, um unseren erfolgreichen Austausch noch stärker zu festigen“, so Raetz. Gerade in den heutigen modernen Zeiten, die oft von Stress und Hektik geprägt seien, sehe er diese Partnerschaft als etwas ganz besonderes an. Zumal sich die Soldaten verpflichtet hätten, auch unter Einsatz ihres Lebens die Bundesrepublik Deutschland und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.
Freiheit und Verantwortung
„Wir Rheinbacher, aber auch die gesamte Region, stehen zur Bundeswehr“, rief der Bürgermeister. Außerdem gebe es keine Freiheit ohne Verantwortung – und die Bundeswehr und die Stadt übernähmen gemeinsam Verantwortung. Ein besonderer Genuss war im Anschluss das Platzkonzert des Luftwaffenmusikcorps „Münster“ unter der Leitung von Hauptmann Tobias Terhardt. Wenige Tage zuvor waren die Musiker in Uniform noch beim Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Argentinien in Düsseldorf für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung aktiv.
Brigadegeneral Wolfgang E. Renner und Bürgermeister Stefan Raetz unterzeichneten die Patenschaftssurkunde zwischen der Stadt Rheinbach und dem Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr auf dem Himmeroder Wall.
