Sturm auf das Linzer Rathaus
„Telekommunicus“ scheitert als Diplomat
Thomas Balasus verpasst die Chance, den Musikerwettstreit mit einem friedfertigen Kompromiss zu beenden
Linz. „Auweia, et jeht loss wie jedes Johr. En grässlicher Prinz mit singe Karnevalshorden will et Rothuus besetze“, fürchtete am Sonntagmittag der weißgelockte „Telekommunicus“ Thomasus Balasus, der den wegen dringender persönlicher Termine verhinderten Hans-Georg Faust vertrat. Zusammen mit dem von Mi Careme aus Pornic geadelten „Michel Nipf Tailleur“, genannt der „Schneider von Linz“ hatte er den Feldherrn-Strohhügel erklommen, vor dem Kommandant Markus Paffhausen seine Stadtsoldaten in breiter Front postiert hatte. Da hatten schon längst die bunten Heerscharen von Paul III. den Marktplatz mit Pauken und Trompeten besetzt, während der Narren-Regent mit KG-Präsidentin, Yvonne Adams-van Beek, den Adjutanten Michael und Johannes auf seinem Strohhügel für den verbalen Schlagabtausch Position bezogen hatte.
Der Prinz – ein Hochstapler?
„Dat is ne unheilije Allianz, der Paule un de Fanfare, die die Strünzer richtich verrückt macht. Dabei ist der Prinz en Hochstapler: Er ist gar kein Linzer, und singe Fanfare sin Trompete“, petzte der 1. Beigeordnete, um sich dann bei der „fanfarischen Tollität in der Prinzenrolle“ einzuschmeicheln, indem er die herausgeputzten Hüüsjer, die ungeheure Sauberkeit und schlaglochlose Straßen als Zeichen einer guten Stadtregierung anführte. Wenn die Jecken aber doch darauf bestünden zu regieren, sei er bereit, die Präsidentin neben dem Oberbüttel „Carolus Henricus Flipponius“ als vierte Beigeordnete zu ernennen.
„Eine Unverschämtheit. Wat bildet sich der aufjeblasen Bürjermeester-Ersatz ein. Dem lass ich de Luft raus“, ereiferte sich die KG-Oberste, während Paul III. die Eloge auf die Stadtregierung als reine Lüge entlarvte. „Der labert doch nur, weil er weiß, dass er im Kampf sang- un klanglos untergehen würde“, so seine Erfahrung. Die wurde prompt bestätigt, beanspruchte Balasus doch nach dem Aufruf an seine Getreuen eine freie Gasse nach hinten für seine Auswärtstermin-Flucht. Mit Schaudern erinnerte er sich an die zurückliegenden Jahre, als selbst „die eiserne Faust“ überrannt worden war. Deshalb schlug er dem Narren-Regenten einen musikalischen Wettstreit vor: der Musikzug der Stadtsoldaten gegen das Fanfarencorps von Prinz Paul III. und die geballten musikalischen Kapazitäten der übrigen Linzer Corps von „BlaWiTro“ über den Musikzug der Grün-Weißen Husaren bis hin zum „Blechjedöns“ der Roten Husaren. Als Schiedsrichter standen schon der „rechtsgelahrte Advocatus Urbi“, Mella Küpper, und der „Doctor Iuris Utriusque“, Crèmeschnittchen Papp von Pappendorf, für die Karnevalisten bereit. „Wer gewinnt, bekommt den Schlüssel“, so die Absprache.
Verstoß gegen die Stallpflicht
Tatsächlich schienen die Stadtsoldaten vorne zu liegen, bescheinigte doch selbst Mella Küpper den Rut-Wiessen, Rhythmus im Blut zu haben. Kein gutes Haar ließ er dagegen an den übrígen Corps. Als „Mehlsäck vom Fasanencorps“ bezeichnete er den Elferrat. Und auch die Möhnen mit ihrem „Oberhohn“, der Frau vom „Prinzenhahn“, sie alle dürften gar nicht auf dem Markt sein, da in Linz noch Stallpflicht für Federvieh herrsche. Trotzdem schlug er vor, sich auf ein Unentschieden zu einigen und, statt sich zu streiten, lieber einen trinken zu gehen.
Das aber war nicht im Sinne von Thomasus Balasus, der eindeutig die Stadtsoldaten zu Siegern erklärte. „Pass auf, dass die maroden Mauern deines Rathausschuppens nicht einstürzen wie einst die Stadtmauern von Jericho, wenn die Fanfaren mit den anderen Musikzügen loslegen“, warnte Paul III., während Yvonne Adams-van Beek schon längst die Nase voll hatte von den Unverschämtheiten der „traurigen Nebelkrähe“. Der Adlatus habe die Karnevalisten gemeinsam mit dem geizigen Bürgermeister lange genug mit Almosen abgespeist. „Jetzt wollen wir an die Fleischtöpfe“, forderte sie, während der Strünzer-Prinz kommandierte: „An die Waffen, Leute, und auf sie mit Gebrüll!“ Das „Sie“ aber war völlig falsch, denn wie jedes Jahr leisteten die Stadtsoldaten nur „moralisch-ideell“ Widerstand, und da auch der Nippemann seinen Beigeordnetenkollegen im Regen stehen ließ, vom Jubiläumsprinzen Mella ganz zu schweigen, sah sich der Spargeltarzan mutterseelenallein der Präsidentin gegenüber, der das Crèmeschnittchen Pappendorf den verhinderten Statthalter auch noch zurechtlegte. Da brauchten die Blau-Wiessen gar nicht mehr einzugreifen. „Mir hann de Schlüssel, die Stadt ist unser“, frohlockte Paul III., nachdem er dem niedergestreckten Faust-Büttel das Zeichen der Herrschaft über Linz aus der saft- und kraftlosen Hand genommen hatte, um direkt mit seinen Offizieren den Getränkekeller des Schraatetempels zu inspizieren. DL
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