Das alte Kino in der Bendorfer Poststraße wurde in eine Kreativschmiede für Bürger verwandelt
Tolle oder verrückte Ideen sind gefragt
Landesgartenschau 2026 und die Entwicklung der Stadt sollen von den Bürgern mitgestaltet werden
Bendorf. Tierisch geht es zu im ehemaligen Kino in der Bendorfer Poststraße, denn Giraffe Ben, Schmetterling Sayna und Fisch Rheiner empfängt, zumindest auf Plakaten, die Besucher.
Und auf einer Seitenwand des Kinos blickt King Kong und von der anderen Seite Westernheld John Wayne auf die drei riesigen runden Tische in der Mitte des Saals.
Ideenkino nennen es ihre Macher, denn die gewollt etwas verrückte Ausstattung soll zu Gedanken und Ideen für die Bewerbung zur Landesgartenschau (LaGa) 2026 in Bendorf anregen.
Jetzt wurde das ehemalige Kino, einst gekauft von der Stadt Bendorf wegen einer evtl. Innerortssanierung, von Stadtbürgermeister Michael Kessler, Stadtentwicklungsleiter Werner Prümm und Kreativmanager Thomas Hebler von der Agentur HauptwegNebenwege in Köln der Presse vorgestellt.
„Das alte Kino ist zum Ideenkino mutiert und soll zeigen, was wir zusammen mit Bürgern denken über die Zukunft der Stadt und die LaGa“, erklärte Michael Kessler.
Und Werner Prümm fügte hinzu: „Wir haben in Bendorf viele Projekte, für die sich Unternehmer und Handwerker engagieren. Wir wollen Bendorf für die LaGa und als touristischen Standort entwickeln, aber auch wissen wie wollen wir wohnen und mit dem Klimaschutz umgehen.“
Das hier die Bürger eingebunden werden, ist für eine erfolgreiche LaGa-Bewerbung unabdingbar. Dafür engagierte die Stadt die Kölner Agentur, deren 27 Mitarbeiter auf themengeleitete Kommunikation spezialisiert sind.
Thomas Hebler ist begeistert von dem alten Kino: „Ein wunderbarer Raum, der aber total vermüllt war und da wurde von Bürgern, Handwerkern und Unternehmern ehrenamtlich schon viel geleistet. Ohne Bürger ist heute keine Großveranstaltung mehr möglich.“
Die will Hebler mit seinem tollen Konzept mit ins Boot holen: „Wir haben Postkarten und wollen von den Bürgern eine Ansichtskarte aus dem Jahr 2026, und das funktioniert hervorragend. So auch aus Bendorfs Mitte der Sprung nach Sayn und an den Rhein, also viele Mitmachstationen. Eine Garderobe als Zukunftskatalog, aus dem dann die 70 bis 80 Seiten LaGa-Bewerbungsbroschüre entsteht.“
Ferner gibt es eine Art Wohnzimmerecke zum Kaffeetrinken, Nachdenken oder Lesen der vorhandenen Bücher. Das Gewächshaus soll nicht nur auf die LaGa hinweisen, sondern auch auf Pflanzen für den Klimaschutz.
Ein Pavillon stellt ein Donat dar: „Innen ist ein Loch und außen der Speckgürtel. In der Mitte von Bendorf ist ein Loch mit Lehrständen und die Kaufkraft geht nach draußen in den Speckgürtel oder ins Internet, fragt sich was kann man hier machen“, erläuterte Hebler eine weitere Station.
Bürger können in der Kreativschmiede aber auch auf einem Quadrat ihre Ideen kundtun, was Hebler als Wertschätzung der Bevölkerung bezeichnet. Die LaGa kostet vermutlich 8 bis 10 Millionen Euro und für welche Ideen wie viel aufgewendet werden muss, legt die Stadtverwaltung in einem besonderen Schränkchen dar.
Bendorf liegt zwar am Rhein, gefühlt aber eigentlich nicht. Da soll im Ideenkino ein Klangraum mit Vogelgezwitscher, Autolärm und Dieseltuckern eines Schiffs auf dem Rhein nachhelfen.
Ein besonderer Raum ist mit einem Zelt dem Bendorfer Wald gewidmet, denn 2026 soll im Brexbachtal ein internationales Pfadfinderlager mit tausenden jungen Leuten stattfinden, die auch nachhaltige Projekte schaffen.
Apropos Pfadfinder: Stefan Brog, Leiter des Pfadfinderlagers, werkelte während des Presserundgangs ehrenamtlich im Keller des Kinos: „Ich finde das hier eine gute Idee und mache mit, da ja auch das Pfadfinderlager eingebunden ist“, betonte er.
Die Zukunftswerkstatt Ideenkino mit seinen vielen Stationen und Anregungen sollten am Wochenende eigentlich viele Bürger besuchen. Diese Informationstage wurden wegen des Coronavirus abgesagt.
Jedoch fordert Thomas Hebler die Bürger auf, online über die Website https://www.ideenkino.de/ ihre Ideen, und seien sie noch so unmöglich oder verrückt, einzubringen. Außerdem ist ein moderierter online-chat geplant.
Wer aber unbedingt im Ideenkino etwas Kreatives machen möchte, kann dort einfach reingehen mit einem sogenannten Vertrauensschlüssel, den er bei der Stadtverwaltung bekommt. HEP
Den Vertrauensschlüssel übergab Thomas Hebler rechts an Stadtbürgermeister Michael Kessler.
Dem Wald gewidmet ist dieser Raum den sich Stadtbürgermeister Michael Kessler von links sowie Stefan Groß und Werner Prümm von der Verwaltung anschauen.