Kirchengemeinde St. Johannes Apostel Dieblich
Tolles Erlebnis – tolles Ergebnis
Benefizkonzert in der Pfarrkirche
Dieblich. Talent zu haben ist eine feine Sache. Dieses Talent nicht für eigene Zwecke, sondern zum Wohle anderer einzusetzen, ist noch viel besser. Und genau das konnten die vielen Besucher und Besucherinnen des Benefizkonzertes zugunsten der Sprachförderung für Flüchtlinge im Dekanat Maifeld-Untermosel am vergangenen Sonntag in der Dieblicher Kirche erleben. Auf Initiative von Raimund Bruder, ehemaliger Musiklehrer und ‚homo musicus‘ schlechthin, der mit seiner Idee bei Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat sofort auf Zustimmung und die Bereitschaft zur Mitarbeit stieß, fanden sich junge und nicht mehr ganz so junge Instrumentalisten aus Dieblich zusammen, um einen musikalischen Nachmittag unter dem Motto ‚Feierliches – Besinnliches – Heiteres und Überraschendes‘ auf die Beine zu stellen. Auch der bestens aufgelegte Kirchenchor Cäcilia Dieblich unter Leitung von Jürgen Gelking war mit von der Partie. Der Clou waren aber ganz gewiss zwei junge Männer, die erst seit kurzer Zeit in Dieblich leben.
Musikalisch einmal um die Welt
Das bunt gemischte Programm umfasste Werke, die quer durch die Musikgeschichte und einmal rund um die Welt führten. Von Bach bis Elton John und von England bis Afghanistan. Vertreten waren Bläserstücke, die von Anna und Lena Bretz (Klarinette und Saxofon), Hannah Faulhaber (Flöte) und Volker Klein (Trompete) klangvoll und präzise interpretiert wurden.
Raimund Bruder war nicht nur ausdrucksstarker Solist an der Orgel und Begleiter am Klavier, sondern auch eindrucksvoller musikalischer Leiter des gesamten Konzerts. Der Kirchenchor glänzte mit modernem geistlichem Liedgut und Martin Sayk (Gitarre) spielte gefühlvoll zwei Stücke italienischer und brasilianischer Komponisten. Eine ganz besondere Freude wurde dem Publikum von Yaser Kaviany und Hishmat Neziry aus dem Iran beziehungsweise aus Afghanistan bereitet, die in Dieblich in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge wohnen. Sie sangen mit wirklich bemerkenswert schönen Stimmen poetische Liebeslieder aus ihren Heimatländern, deren Texte dem Publikum zwar nicht zugänglich waren, die jedoch wieder einmal bewiesen, dass Musik eine universelle Sprache ist, die Menschen berührt und verbindet, egal woher sie kommen.
Doch nicht nur die Aktiven waren international aufgestellt, auch unter den Besuchern waren erfreulicherweise viele Menschen aus verschiedenen Ländern, die hier Zuflucht gefunden haben, und Helfer, die sich für sie interessieren und engagieren. Nachdem der wohlverdiente und lang anhaltende Applaus für das großartige musikalische Erlebnis verklungen war, dankte die Moderatorin des Konzerts allen, die Zeit und Herzblut in die Begleitung der Flüchtlinge investieren, und betonte eindringlich, wie wichtig Sprachunterricht gerade für die Menschen ist, die offiziell keinen Zugang zu Kursen haben.
Im Kollektenkörbchen sollte es lieber rascheln als klingeln
Mit einem Augenzwinkern bat sie darum, dass es in den Kollektenkörbchen doch lieber rascheln als klingeln möge, damit noch möglichst lange möglichst viele Flüchtlinge Deutsch lernen können.
Im Anschluss an das Konzert hatten Irene Pitsch, Jürgen Dany und Werner Huschka vom Pfarrgemeinde- beziehungsweise Verwaltungsrat vor der Kirche alles zu einem gemütlichen Umtrunk vorbereitet, und viele Konzertbesucher nahmen das Angebot gern an. Glücklicherweise hatte das verrückte Wetter der letzten Zeit ein Einsehen, und man wurde weder durchnässt noch weggeweht.
Das Ergebnis des Konzerts war ebenso beeindruckend wie die musikalischen Darbietungen: Stolze 1.570 Euro können dank der Großzügigkeit der Spender dem Dekanat für weitere Deutschkurse zur Verfügung gestellt werden.
