1. Schallplatten-Börse in der Inselhalle
Tonträger aus allen Musikrichtungen seit den 50er Jahren bis heute
Am 24. Juni von 10 bis 16 Uhr
Niederbieber. Schallplatten-Börsen gibt es ungefähr seit Anfang der 80er Jahren. Entstanden aus kleinen Tauschzirkeln und fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit, entwickelten sie sich rasch zu Veranstaltungen, die die größten Hallen der Städte mit Tonträger füllten. Die Besucher warteten oftmals in hundert Meter langen Schlangen und fieberten dem Einlass entgegen. Damals drehte sich alles nur um die guten, alten LPs und Singles aus schwarzem Vinyl. Damit musste man sorgsam umgehen, damit sie nicht verkratzten und rauschten.
Sammlerstücke und Sonderpressungen, preiswerte gebrauchte Scheiben und aktuelle Neuerscheinungen bildeten den Kern des Börsenangebotes, die heute fast vergessene Schellack-Platten gab es noch. Musik-Kassetten hatten gerade die älteren Tonbänder abgelöst, an CDs dachte da noch kein Mensch. Ab den 90er Jahren begann der weltweite Siegeszug der CDs, die nach und nach die Platten verdrängten. Bei den Börsen schrumpfte das Vinylangebot auf ein Viertel. Außer in kleinen und wenigen Secondhand- und Plattenläden oder versteckt in Medien- Märkten verschwanden Schallplatten nahezu aus dem allgemeinen Tonträgerangebot. Sie waren eigentlich nur noch bei Plattenbörsen zu bekommen.
Die Börsen waren für viele Jahre die letzte Rettung für Vinyl-Fans. Das gilt aber auch für heute genauso, denn: Der Wind hat sich gedreht und CDs sind wieder auf dem Rückzug. Die Börsen sind also auch so etwas wie Zeitreisen in die Jahrzehnte, wo Musik noch „handgemacht“ und von der Tonqualität einfach besser waren.
Der Siegeszug des Internets ist nicht spurlos an den Börsen vorbeigegangen, aber: Mühevoll mitbieten und Mails verschicken oder sich mit anonymen Händlern herumschlagen, dazu noch teures Porto bezahlen, das gibt es bei der Börse einfacher und günstiger. Und, wer Vinyl-Platten übers Internet bestellt, ist selbst schuld: Er kauft, bezüglich des Zustandes der Platte und der Hülle, die „Katze im Sack“.
Schallplatten-Börsen sind also schon einen Besuch wert, auch wenn man keinen konkreten Musikwunsch hat, erst einmal nur suchen und stöbern oder sich mit Gleichgesinnten zu einem Plausch in der Inselhalle treffen. Anschließend bietet sich noch ein Rundgang über den Inselmarkt an.
Interessenten können sich unter inselmarkt@gmx.de informieren oder auch direkt anmelden. Informationen zu den anfallenden Standgelder erhält man ebenfalls über die genannte Mail Adresse.
Der Eintritt zur Schallplatten Börse ist kostenlos. Für das leibliche Wohl wird die Inselgemeinschaft sorgen. Neben gekühlten Getränken, Tee und Kaffee wird es auch wieder Pommes, Bratwürstchen, Waffeln und Crêpe geben.
Hinweis: Rund um die Wiedinsel könnte es zu Parkplatzproblemen kommen. Daher bittet die Inselgemeinschaft, mit dem ÖPNV anzureisen. Alternativ empfehlen sie, den Kirmesplatz, das Schulzentrum oder den Parkplatz an der großen Sporthalle als Ausweichmöglichkeit zu nutzen. Das Parken auf dem Vorplatz der Feuerwehr sowie auf dem alten Sportplatz ist verboten.
