Große Besucherzahl bei der Andacht an der Kapelle Müllenwirft
Tradition trifft Nächstenliebe
Rodder. Unerwartet hoch war die Besucherzahl einer Andacht an der Kapelle Müllenwirft im Wirftbachtal. Pater Mathew Kureekattil MSJ hielt die Andacht, wie schon früher so oft. Er ist nicht mehr im hauptamtlichen Seelsorgeteam der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land, freute sich umso mehr, viele alte Bekannte und Freunde zu begrüßen. Peter Körtgen hieß ihn herzlich willkommen. Musik der Hoffelder Bergmusikanten unter Leitung von Bernd Prämaßing gestaltete den Rahmen der Andacht. Ruth Holbach sprach die Fürbitten.
Pater Mathew sagte, man bete für den Frieden, für den inneren Frieden ebenso wie für den Weltfrieden, der zurzeit stark bedroht ist. Er ging auf die bildlichen Darstellungen der Muttergottes ein, sie sind recht unterschiedlich. In der Müllenwirfter Kapelle befindet sich eine Darstellung der schmerzensreichen Muttergottes. Die Muttergottes gebe Schutz und Halt in Situationen, die den Menschen in Not, in Gefahr, bei Krankheit beunruhigen.
In der Kollekte wurden Spenden erbeten für ein soziales Anliegen, dass der Bruder von Mathew Kureekattil in Indien, ebenfalls Pfarrer, betreut: Das Hilfswerk in Indien hilft Menschen in Not, die vom indischen Sozialsystem nur unzureichend versorgt werden. Männer, die durch Krankheit ihre Familien nicht ernähren können, Kranke, die dringend auch außermedizinischer Hilfe bedürfen. Sowohl entlassenen Gefängnisinsassen ebenso wie körperlich versehrten Menschen, hier insbesondere Querschnittsgelähmten, wird Unterstützung gewährt. Der Priester dankte im Namen seines Bruders Pater Alexander Kureekattil herzlich für die großzügigen Spenden des Vorjahres und ermunterte auch in diesem Jahr zu freudigem Geben für die Bedürftigen. Es entspricht der überkommenen Tradition in Müllenwirft den Ärmsten soziale Hilfe zu gewähren.
Ein reichhaltiges Kuchenbuffet gab Anlass zu großzügigen Spenden, die dem genannten Zweck zufließen werden. Er wird als Gast bei der Marienwallfahrt nach Barweiler gerne wieder vielen Menschen begegnen, die ihn in seiner Zeit als Kooperator der Pfarreiengemeinschaft kennen und schätzen gelernt haben. Zum Ende der Andacht wurde das Allerheiligste ausgesetzt. Über Jahrzehnte ist die Andacht in der Müllenwirft ein fester Bezugspunkt für die Gläubigen geworden, zeitlich jeweils ausgerichtet am Fest Maria Heimsuchung. Unzählige Menschen haben im Laufe der Jahrzehnte an der Stätte Ruhe und Entspannung gefunden, Trost und Hoffnung gesucht. Die Pilgerstätte im Wirftbachtal ist ein Ort der Marienverehrung, den Menschen in persönlicher Not, bei besonderen Anlässen, gerne besuchen. Bereits seit dem Ausgang des Mittelalters findet die Marienverehrung im Wiesental des Wirftbaches in Richtung Barweiler Mühle statt. Die Erinnerung an die einst bedeutende Pilgerstätte wird von der Bruderschaft Gedenkstätte Kapelle Müllenwirft mit Brudermeister Peter Körtgen aufrechterhalten. So wird übers Jahr auch die Pflege und Instandsetzung der Kapelle sichergestellt. Die Geschichte der Kapelle, auch „Gedenkstätte Noth Gottes“ genannt, ist auf einer Tafel an der Außenfassade der Kapelle sehr informativ dargestellt. Pater Kureekattil dankte allen, die dazu beigetragen haben die traditionsreiche Andacht in würdigem Rahmen stattfinden zu lassen. Die heutige Kapelle wurde im Jahre 1989 feierlich durch Weihbischof Dr. Klaus Dick und Pfarrer Wilhelm Cornelissen eingeweiht, sie dient der Erinnerung an die einstmals überregional bedeutende Pilger- und Wallfahrtsstätte. Als Gedenkstätte ist sie ein leuchtendes Beispiel Eifeler Volksfrömmigkeit. Ursprünglich hatten Einsiedler die Kapelle bereits vor dem Jahre 1500 betreut; die Adenauer Johanniterkommende, auf deren Hof sie stand, übernahm frühzeitig den Schutz der Stätte. In der Endphase war die Kapelle eine überregional bedeutende Wallfahrtsstätte mit reichhaltiger Ausstattung.
