Allgemeine Berichte | 24.03.2025

Barock-Ensemble „Musici di Sayn“ präsentierte musikalische Raritäten zur Passionszeit

Trübsal, Trauer, Trost und Freude

Die sechs Musici – Milena Schuster, Violine und später auch Sopran, Ulrike Friedrich und Mariya Miliutsina, Traversflöten, Christina Veltman, Viola, Robert Nikolayczik, Violoncello, und Johannes Geffert, Cembalo.  Foto: E.T. Müller

Bendorf-Sayn. In Erwartung des bevorstehenden Frühlings eröffneten die sechs Musici – Milena Schuster, Violine und später auch Sopran, Ulrike Friedrich und Mariya Miliutsina, Traversflöten, Christina Veltman, Viola, Robert Nikolayczik, Violoncello, und Johannes Geffert, Cembalo, ihr erstes Konzert im neuen Jahr mit dem heiteren Alegretto aus Johann Christian Bachs Quintett in C-Dur, op. 11,1. Passend zur Passionszeit bot das Ensemble „Musici di Sayn“ im Anschluss in der Abteikirche Sayn zwei „Lamentationes“ des Straßburger Domkapellmeisters Franz Xaver Richter. Und Professor Geffert erklärte als Moderator des Nachmittags die Bedeutung dieser Klagelieder des Propheten Jesaia über die Zerstörung Jerusalems, die von den Israeliten an der Klagemauer und beim Tod eines Menschen sowie von den Christen in der Karwoche gebetet werden. „Jerusalem denkt an die Tage ihres Elends, ihrer Unrast, an all ihre Kostbarkeiten, die sie einst besessen, als ihr Volk in Feindeshand fiel und keiner ihr beistand“, heißt es bei Jesaia. Der Text lag dem Auditorium in Übersetzung vor, sodass ein jeder auch inhaltlich Sopranistin Milena Schuster folgen konnte, deren zarter Gesang von den beiden Traversflöten, Ulrike Friedrich und Mariya Miliutsina, umspielt wurde.

Von herber Schönheit war eine der sieben Tränen, „Seven Tears“ oder „Lachrimae“, das „Flow my tears“ von John Dowland, dem traurigen Charakter entsprechend nur von der Sängerin Milena Schuster und dem Cembalisten Johannes Geffert dargeboten. Das von John Dowland komponierte und getextete Stück voller Schwermut traf den Nerv jener Zeit. Bis auf den heutigen Tag, so auch von Sting, wurde und wird es von zahlreichen Künstlern interpretiert. Danach spielte das Ensemble „Musici die Sayn“ das Adagio aus dem Quartett in g-Moll von Johann Gottlieb Janitsch, eine Improvisation über den Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“. Und mit der achten Lamentation aus den „Lamentationes“ von Franz Xaver Richter führten die Musici – Sopranistin Milena Schuster, Ulrike Friedrich und Mariya Miliutsina, Traversflöten, Christina Veltman, Viola, Robert Nikolayczik, Violoncello, und Johannes Geffert, Cembalo – noch einmal ergreifend in die Passionszeit, die von Schwermut und dem gleichzeitig hoffnungsvollen Ahnen der bevorstehenden Auferstehung erfüllt ist. So fügten sich die weltbekannte, zärtliche Kantate BWV 147 „Jesus bleibet meine Freude“ und die Arie aus der Johannes Passion „Ich folge dir gleichfalls mit freudigen Schritten“ von Johann Sebastian Bach gut ins Programm. Und wo der große Bach ist, sind seine Söhne auch nicht weit. Als Zugabe verzauberte das Ensemble noch einmal sein Publikum mit zwei weiteren Sätzen aus Johann Christian Bachs Quintett in C-Dur, op. 11,1.

Weitere musikalische Höhepunkte sind schon bald in Bendorf-Sayn zu hören. In kleiner Besetzung bieten Julia Fankhauser, Oboe, und Johannes Geffert, Virginal, am 14. Mai 2025 um 19 Uhr in der Schlosskapelle Sayn Musik der Elisabethanischen Epoche. Anmeldung: 0 26 22 – 90 24 12 oder schloss@sayn.de

Am 4. Juli um 19 Uhr startet in der Abteikirche die Sommerliche Orgelkonzertreihe auf der historischen Stummorgel. Alle fünf Konzerte sind kostenfrei.

Die sechs Musici – Milena Schuster, Violine und später auch Sopran, Ulrike Friedrich und Mariya Miliutsina, Traversflöten, Christina Veltman, Viola, Robert Nikolayczik, Violoncello, und Johannes Geffert, Cembalo. Foto: E.T. Müller

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