Erfolgreiche Mitgliederversammlung der BI "Zukunft für Straßenhaus" e.V.
Tunnel oder Brücke für die B 256 in Straßenhaus?
Straßenhaus. Am 5. April hat die gut besuchte Mitgliederversammlung (MV) der Bürgerinitiative (BI) "Zukunft für Straßenhaus" e.V. den gesamten Vorstand wiedergewählt. Herbert Krobb bleibt erster Vorsitzender, Daniel Konrad behält die Position des zweiten Vorsitzenden. Auch die Beisitzer Harald Schmidt und Karl-Heinz Vetterlein wurden im Amt bestätigt. Zuvor erfolgte die Entlastung des amtierenden Vorstandes nach einer durchgeführten Kassenprüfung mit einwandfreiem Ergebnis.
Zentrales Anliegen der BI bleibt die Vermeidung der geplanten Trassenführung für die Ortsumgehung (OU) B256 in Straßenhaus. Stattdessen setzt sich die Initiative für eine Tunnellösung ein, um den zahlreichen Nachteilen der vorgesehenen OU zu entgehen.
Erfahrungen zeigen, dass Tunnel eine Lebensdauer von 100 Jahren haben, während Brücken nur etwa 50 Jahre halten. Die sechs Brücken der OU müssten also in dieser Zeit zweimal neu gebaut werden, während der Tunnel nur einmal zu errichten ist. Dadurch relativieren sich die zunächst höheren Kosten für den Tunnelbau.
An den Diskussionen während der MV nahm auch der Melsbacher Ortsbürgermeister Holger Klein als Gast teil. Klein hat kürzlich an einer „Trassenwanderung“ mit der BI teilgenommen. Bei diesem Gang entlang der geplanten Streckenführung hat er eine Reihe von Informationen erhalten, die ihm – wie auch vielen anderen Befürwortern und Gegnern der OU – bislang unbekannt waren und teilweise großes Erstaunen hervorriefen.
Besonders überrascht zeigte sich Klein über die Tatsache, dass eine Ampellösung zur Verbesserung für Linksabbieger an der Einmündung Reiweg zur B256 in Straßenhaus vom Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) auf die lange Bank geschoben wurde, obwohl der Gemeinderat bereits vor mehr als zwei Jahren einstimmig für die Realisierung gestimmt hatte und auch die Seitenstraße Kirschbüchel (REWE-Markt) in die Ampelsteuerung einbezogen hatte. Bis heute wartet man auf eine positive Reaktion des LBM zu dem Antrag.
Einen bemerkenswerten Beitrag zur Diskussion über die Tunnelvariante leistete der Bauingenieur Ewald Kallscheid, ein pensionierter Mitarbeiter von Straßen NRW (dem Pendant des LBM in Rheinland-Pfalz). Er schlug vor, dass der Tunnel im Falle eines Krieges auch als Luftschutzraum für große Teile der Bevölkerung genutzt werden könnte – ähnlich wie in der Ukraine, wo U-Bahn-Schächte sogar für Zwecke des Schulunterrichts dienen.
Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung können ca. 60.000 Quadratmeter Tunnelinnenfläche für die Wärmegewinnung genutzt werden, weil im Inneren des Tunnels besonders in der kalten Jahreszeit höhere Temperaturen als außerhalb vorhanden sind.
Die Bürgerinitiative begrüßte diese Vorschläge, da sie zusätzliche Argumente für die Tunnellösung darstellen. Nach Auffassung aller BI-Mitglieder sollte diese der problembehafteten Ortsumgehung (OU) vorgezogen werden. Um die OU zu verhindern, ist die BI bereit, mit dem BUND an ihrer Seite den Klageweg zu beschreiten. Dabei ist allen Beteiligten bewusst, dass dies die Verkehrslösung um viele weitere Jahre verzögern könnte – unabhängig davon, ob letztendlich der Tunnel oder eine andere Straßenlösung realisiert wird.
Dr. Ulrich Kleemann, Diplom-Geologe, ehemaliger Präsident der SGD Nord und Staatssekretär a.D., hat schon 1994 als Beigeordneter des Landkreises Neuwied die Tunnellösung für Straßenhaus befürwortet. Leider ohne Erfolg, sonst wäre die angestrebte und notwendige Verkehrslösung längst Wirklichkeit.
Obwohl häufig nicht thematisiert, könnte der wahre Grund für die Skepsis der Behörden und Politiker gegenüber dem Tunnel in der Furcht liegen, dass ein Präzedenzfall geschaffen würde und künftig jede Gemeinde eine Tunnelvariante anstelle anderer Umgehungslösungen fordern könnte.
