Allgemeine Berichte | 27.04.2013

Vorträge im Laacher Forum

„Über den Tod hinaus“

Nikolaus und Anne Schneider sprachen über Gottesvertrauen in schwierigen Zeiten

Pater Johannes Naton kündigt den Vortrag der Eheleute Schneider „Vertrauen - Was in unsicheren Zeiten wirklich fehlt“ an.privat

Maria Laach. Pater Johannes Naton, OSB, freute sich, Nikolaus Schneider, seit 2012 EKD-Ratsvorsitzender und bis Januar 2013 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und seine Frau Anne in Maria Laach begrüßen zu können. Der frühe Tod ihrer Tochter Meike hatte das Ehepaar dazu gebracht, über ihr Verhältnis zu Gott und über das Vertrauen allgemein nachzudenken. Der Vortrag „Vertrauen - Was in unsicheren Zeiten wirklich fehlt“ ging dem Gottvertrauen auf den Grund, das durch Lebenskrisen wie Tod eines lieben Menschen oder Scheidung ins Wanken geraten kann. Anne Schneider: „Vertrauen bewährt sich nicht in glücklichen Zeiten, sondern wenn es uns schlecht geht.“ Und sie erinnerte an Hilde Domin und ihr „Dennoch-Vertrauen“, welches „nicht nur die „Erinnerung an das Erlittene, sondern auch die Erinnerung an die empfangene Hilfe“ ins Zentrum stellte. „Gottes Macht und Liebe ist stärker als alle Todeserfahrung der Welt“, so Anne Schneider. Nikolaus Schneider kam anschließend auf sein Gottesbild zu sprechen. Für den Theologen „ist Glaube mehr, als eine abstrakte Theorie. Er braucht Bilder. Wir brauchen ein Gegenüber. Eine personale Vorstellung von Gott ist für uns unverzichtbar.“ Den Zusammenhang zwischen biographischen Wurzeln und eigenen Gottesbildern beschrieb Anne Schneider und thematisierte unterschiedlichste Gottesbilder: „Ich bin evangelisch, weil meine Eltern mich evangelisch erzogen haben. Meine Beziehung zu Gott ist älter als mein Nachdenken über Gott.“ Für Anne Schneider ist es wichtig, dass Gottesvertrauen eine „Perspektive über den Tod hinaus hat“, sodass schwerste Krisen, wie der Tod eines lieben Menschen, die Gottesbeziehung nicht zerstören können. Und sie erzählte sehr persönlich von den Besuchen am Grab ihrer verstorbenen Tochter: „Wenn ich mich dann ihr und Gott untrennbar verbunden fühle, verstummen meine Zweifel an Gottes menschenfreundlicher Wirkungskraft. Dann verdichten sich mein Vertrauen und meine Hoffnung zu der beglückenden Gewissheit: Stärker als der Tod ist Gottes Macht und Gottes Liebe.“ Über die Verbindung zu Gott gelingt also die Verbindung zu den lieben Verstorbenen, die genauso wenig dem Tod überlassen sind wie Jesus am Kreuz. Ostern, die Auferstehung ist das letzte Wort. Und Nikolaus Schneider fasste diese Erfahrung in trostvolle Worte: „Gott bleibt sich uns treu. Auch wenn er unsere Wünsche gerade nicht erfüllt. Auch wenn wir sein Handeln gerade nicht verstehen. Aber weil wir auf seine Treue vertrauen können, fühlen wir uns getragen und geborgen auch in unseren schweren Zeiten und in den Irrungen und Wirrungen unseres Lebens.“ Im Vortrag „Krebs - Die unsterbliche Krankheit“ am Dienstag, 14. Mai, ab 20 Uhr im Laacher Forum wird Martin Bleif über Krebs sprechen. Der führende Krebsmediziner, Privatdozent an der Klinik für Radioonkologie am Universitätsklinikum Tübingen, will sachlich umfassend gut verständliche Informationen geben, aber auch ganz persönlich über den Tod seiner Frau im Jahr 2010 sprechen. Martin Bleif: „Krebs kann jeden jederzeit treffen, aber niemand sollte sich dem Krebs unterwerfen und sein Leben für sinnlos halten. Am wichtigsten ist es, dass wir uns dem Leben stellen.“ Kartenvorverkauf und Nachfragen: Buch- und Kunsthandlung Maria Laach, Tel. (0 26 52) 5 93 65, www.maria-laach-buchhandlung.de, E-Mail: buchhandlung@maria-laach.de.

Pater Johannes Naton kündigt den Vortrag der Eheleute Schneider „Vertrauen - Was in unsicheren Zeiten wirklich fehlt“ an.Foto: privat

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