Allgemeine Berichte | 19.02.2016

Quelle aus dem Jahre 1785 belegt Wichtigkeit der Basaltlava in der Region

„Überbleibsel erloschener Vulcane“

„Muelensteine“ erfreuten sich auch international großer Beliebtheit

So sieht das Deckblatt der akademischen Prüfung aus, die 1785 über die Gesteinsvorkommen berichtete. privat

Mendig. Schon vor 300 Jahren fand die Basaltlava, die seit 5000 Jahren für die Herstellung von vorzüglichen Mühlsteinen verwendet wurde, immer wieder besondere Beachtung. Der altberühmte Mendiger Stein erfreut sich bis heute einer äußerst starken Nachfrage. Heute wird er nicht mehr für Mühlsteine, sondern aufgrund seiner ausgezeichneten Qualität als Werkstein für Neubauten und Restaurierungen verwendet. Hier wird nun 1785 im Rahmen einer akademischen Prüfung über den Vulkanismus in der Laacher See Region und die hier abgebauten Gesteine berichtet.

„Lapis molaris Rhenanus des Cronstedt, Vulcanius molaris, Rheinländischer Muelenstein: Dieses offenbar vulcanische Product liefert die Gegend um die Dörfer Niedermendich, Kottenheim und die kleine Stadt Meien, vorzüglich aber die Gegend bei Niedermendich, eine dem Trierischen Domcapitel zustehende Herrschaft; daher er auch Mendicher Stein genant wird. Er hat eine bleichschwarze Farbe, welche ein wenig ins Graue fällt, und einem schieferblau sehr ähnlich ist; er ist ganz schwammig oder voll kleiner Löcher; er gibt mit dem Stahl einige Funken, und, wenn man mit einem Hammer darauf schlägt, einen schwachen Schall. In seiner Mischung findet man Verglasungen von grüner und weißer Farbe, rothbraune Schlacken, einige sehr dünne, abgebrochene, schwarze Schörlkrystallen, und grauen und weißen Bimsstein. Wenn man ihn ins Wasser legt, so vermehrt sich sein Gewicht um ein Achttheil. Derjenige wird für den Besten gehalten, der nach dem Ausdruck der Steinhauer in diesen Gegenden, weich ist, überall eine gleiche Substanz, eine gleiche Härte, und so wenig Flecken, als möglich hat. Man findet ihn in einer Tiefe von 20 bis 24 Klaftern, wo er mit naßgemachten eichen Keilen gesprengt, und durch die Hülfe einer Maschine herausgewunden wird, nachdem man ihn schon in der Grube im Rohen bearbeitet hat. Es führt nämlich eine Schiefe enge Treppe, an Platz eines Stollens, in die Grube; und eine senkrechte sogenannte Schnecke, eine Art von Schacht, geht von der Oberfläche der Erde in die Grube, wodurch dieser Stein herausgewunden wird. Man verarbeitet ihn vorzüglich Muelsteinen von verschiedener Höhe und Dicke; deren Preis also von 48 bis zu 1 1/2 Rthlr. heruntersteigt, imgleichen zu Handmuelen, welche nach ihrem verschiedenen Durchmesser, nach einer festgesetzten Taxe, von 23 1/4 Stüber bis 1 Rthlr, kosten. Die Muelsteine werden nicht allein in Deutschland gebraucht, sondern auch ihrer Vortrefflichkeit wegen nach Braband, Holland, Engelland, Dänemark und andre, besonders nördliche Länder verführt. Die Handmuelen, welche nur diejenigen verfertigen dürfen, die in den Gruben an ihrem Körper beschädigt worden, sind sehr bequem, und dienen um Senf, Kaffee und dergleichen. Darauf mit leichter Mühe zu malen; sie werden sogar nach der Türkei, nach Indien und Amerika verführt. Übrigens wird der Muelenstein zu Thüren- und Fenstereinfassungen, zu Ecksteinen, zu Platten in Vorhäusern und Küchen, imgleichen zu Mauern gebraucht; wie man zu Koblenz und Andernach an den allerältesten Gebäuden bemerkt. Ist er aber eine Zeit lang der freien Luft ausgesetzt gewesen, so wird er ganz schwarz, und gibt einen unangenehmen Anblick. Im Feuer bekoemt er Risse.

„Vulcanius spogiosus, Schwammstein“

Er ist ganz leicht und löchericht, ungefähr wie ein Schwamm, oder, wie ihn Hr. Collini betrachtet, wie ein wurmstichichtes Holz, oder auch wie ein Wespennest. Seine Farbe ist rothbraun, und dunkelgrau. Man bricht ihn am Tillberge, unweit Niedermendich. Wenn man ihn ins Wasser wirft, so sinkt er nicht gleich unter. Dieser Stein, den die Einwohner Graustein nennen, ist sehr bequem zum Bauen. Unterandrem ist die dem Kurfürsten von Trier gehörige Schönbornslust davon gebaut. Dass der Muelenstein und Schwammstein nichts anders als poröse Laven seien, deren Material ehedem gekocht hat, lehrt deren bloßer Anblick. Überdem sind diese Gegenden voll von Traß- und Bimssteinen. Der vulcanische Ursprung dieser Steinarten bedarf also keines weiteren Beweises.“

So sieht das Deckblatt der akademischen Prüfung aus, die 1785 über die Gesteinsvorkommen berichtete. Foto: privat

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