Allgemeine Berichte | 06.12.2017

Überschaubarer Wahnsinn

Gute Güte! Wenn ich mir den Geschenke-Organisations-Einkauf-und-eventuell-wieder-Umtausch-Wahnsinn um mich herum anschaue, dann bin ich so was von froh, dass ich da schon seit Jahren nicht mehr mitmache! Also nicht, dass Ihr mich falsch versteht. Ich finde Schenken super. Aber ich finde es total bekloppt, welche Materialschlachten da am 24. ausgetragen werden. Diesen Geschenke-Terror mache ich einfach nicht mehr mit! Deswegen bleibt die Schenkerei bei mir

ABSOLUT überschaubar.

Und das nicht erst seit gestern! Schon im zarten Alter von 16 Jahren verkündete ich meiner Familie mit der selbstgerechten Entschlossenheit eines Pupertiers, nicht mehr im üblichen Rahmen am Festgeschehen teilzunehmen. Passend zu meinem rebellischen Schlabberlook und der Lektüre von Fromms „Haben oder Sein“ hatte ich herausgefunden, dass Weihnachten schlichtweg bourgeoiser Blödsinn ist – und dass der ganze Geschenke-Rummel sowieso nur eine Erfindung der Konsumgesellschaft sein konnte. Meine logische Konsequenz konnte nur heißen: Keine Geschenke mehr! Für niemanden!! Auch nicht für mich!!!

Ich fand mich wahnsinnig cool. Aber … Um es kurz zu machen: In dem Jahr lernte ich, was es heißt, ein Aussätziger zu sein. Innerhalb einer Stunde wurde ich zur persona non grata im eigenen Haus. Denn außer mir hielt sich da natürlich keiner daran. Unter dem Christbaum fanden sich diverse bunte Päckchen, auf denen mein Name stand. „Für Karla“. Mein Gott! Alle hatten sie etwas für mich besorgt. Meine Eltern ja sowieso. Auch Oma und Opa. Und selbst meine Geschwister knapsten vom kargen Taschengeld „Deep Purple in Rock“ auf Venyl für mich ab. Die habe ich immer noch. Seufz. Tja, und ich stand da mit leeren Händen. Also mit leerereren als leeren. Ich hatte gar nichts. Außer Tränen. Die aber in Hülle und Fülle. Ich fühlte mich so klein, so schäbig und so sehr nichtswürdig. Heute erinnere mich an dieses Weihnachtsfest mit einer Mischung aus Scham und ... ähm … noch mehr Scham.

Aber ich bin ja lernfähig. Ich schenke wieder. Aber überschaubar. Und so habe ich mich jetzt mit einer 75-Meter-Rolle Geschenkpapier eingedeckt. Das dürfte reichen. Sind ja nur ein paar Kleinigkeiten einzupacken. Eine Jura-Kaffeemaschine für meine Freundin Gisela, für meinen Neffen die Fender Stratocaster HSS Plus Top, ein 5-teiliges Rimowa-Kofferset für Tante Else, sechs Weihnachtsteller von Royal Copenhagen für meine Friseuse – und ein iPhone X für meinen Kundenberater bei der Bank. Mein Dispo muss nämlich noch kurzfristig vor dem Fest etwas erweitert werden.

Habt es gut,

Eure Karla

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