Neues Projekt von UTAMARA e.V. mit Auftaktveranstaltung gestartet
„Um die Gründe für dieses Projekt zu kennen, reicht ein Blick in die Nachrichten“
Linz. „Genau deswegen muss die Antwort sein, dass wir uns als Frauen solidarisch zeigen, uns zu hören und uns gegenseitig unterstützen“, beendete Ayfer Özdogan, eine der beiden Referentinnen des Abends, ihren Vortrag. Es ging um Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe. Hergeleitet über aktuelle politische Entwicklungen von Rechtsruck und zunehmenden Kriegen, machte sie deutlich, dass Minderheiten, und darunter vor allem Frauen und Kinder, immer die ersten Leidtragenden solcher Entwicklungen seien. Devrim Aly, ebenfalls Referentin des Abends, vervollständigte diese grundlegenden Aussagen dann am spezifischen Beispiel von Shingal/Nordirak, wo sich im August 2024 ein Völkermord an den Eziden durch den „Islamischen Staat“ ereignete. Auf eine äußerst anschauliche Art, machte sie deutlich, was passieren könne, wenn sich Gewalt gegen Frauen in ihrer Extremform äußere. Der „Islamische Staat“ habe 2014 über 6.000 Frauen und Kinder gefangen genommen und verschleppt. Die Kinder seien zwangsrekrutiert und die Frauen vergewaltigt und auf Märkten wie Ware verkauft worden. Bis heute fehle von 2.700 Frauen und Kindern jede Spur.
Das Projekt „Jin Jiyan Azadî trifft Nie wieder ist jetzt!“, habe das Ziel, so die Projektkoordinatorin und Mitarbeiterin von UTAMARA e.V. Franziska Jostmeier, genau solche Geschichten zu erzählen und kennenzulernen. Denn in Linz am Rhein und Umgebung lebten Frauen aus unterschiedlichen Kulturen und Generationen, die diese Geschichten hierher mitgebracht hätten. „Um uns als Frauen kennenzulernen und unterstützen zu können, ist es wichtig voneinander zu wissen, was wir erlebt haben.“
Das neue Projekt der Frauenbegegnungsstätte wird durch die Änderwerk gGmbH im Programm Vor Ort Vereint gefördert und läuft noch bis Ende Juni. Bis dahin finden folgende weitere Veranstaltungen statt, zu denen alle Mädchen und Frauen herzlich eingeladen sind: „Jede Frau hat eine Geschichte“, 7. April, 19 Uhr im Begegnungsraum St. Martin/Pfarrheim Linz am Rhein; „Erinnern und Gedenken, denn nie wieder ist jetzt.“ – Gemeinsame Gedenkstättenfahrt am 26. April nach Hadamar, „Visionenwerkstatt: Wie wollen wir leben – in Linz am Rhein und weltweit?“, 11. Mai, 14 Uhr Rheinpromenade Bad Hönningen sowie ein Empowermentworkshop für junge Frauen, dessen Termin zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben wird. Für die Gedenkstättenfahrt wird um Anmeldung unter info@utamara.org gebeten. Zu allen Veranstaltungen kann nach Bedarf Kinderbetreuung und Sprachmittlung organisiert werden.
