Projekt „Bienenfreundliche Stadt“: Wildbienenweg durch die Stadt Mayen
Umweltministerin besucht die Stadt der Bienen
Mayen. Aus Mitteln der Aktion Grün, einem Kommunikationsdach zur Bündelung von Naturschutzaktivitäten und für die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie des Landes, hat das Umweltministerium einen Wildbienenweg durch die Stadt Mayen gefördert. Entlang des Weges werden verschiedene Wildbienenarten vorgestellt wie die rote Mauerbiene, die Scherenbiene, die Frühlingsseidenbiene, die Erdhummel, die Gehörnte Mauerbiene, die Gartenwollbiene und die Honigbiene. Ziel ist es, für die Bedeutung der Wildbienen in Bezug auf den Erhalt der Artenvielfalt zu sensibilisieren. In Mayen geschieht dies durch Informationstafeln, Insektenhotels und Flyer.
Lebensraum für zahlreiche Tiere
Denn auch eine Stadt kann Lebensraum für zahlreiche Tiere bieten. Gerade einige Wildbienenarten fühlen sich in Siedlungsstrukturen sehr wohl, wenn das bebaute Gebiet nicht nur Nahrungsangebot, sondern auch geeignete Nistmöglichkeiten bietet. Verantwortlich für die Planung und Umsetzung des Wildbienenwegs ist das Fachzentrum Bienen und Imkerei, das zum Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum gehört. Insgesamt unterstützte das Umweltministerium das kommunale Projekt mit 16.700 Euro. In diesen Tagen war die Umweltministerin oder präzise gesagt die Staatsministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz Ulrike Höfken in Mayen, um sozusagen mit eigenen Augen zu erfahren, was die Stadt aus dem Geld des Ministeriums gemacht hat. Und die Ministerin war sogar gemeinsam angereist mit ihrem Staatssekretär Dr. Thomas Griese, was aufgrund zahlreicher wahrzunehmender Termine nur in seltenen Ausnahmefällen passiert.
Stadtführung entlang bienenfreundlicher Standorte
Vor einer gemeinsamen Stadtführung durch Mayen mit Schautafeln entlang bienenfreundlicher Standorte wurden Ministerin und Staatssekretär im Rathaus von Max von Wolff über sein Projekt informiert, für das er auf der vom Chiphersteller Intel in Phoenix, Arizona ausgerichteten International Science and Engineering Fair mehrere Preise erhalten hatte. Max von Wolff hatte im letzten Jahr schon jeweils den ersten Platz im Regionalwettbewerb, im Landeswettbewerb und schließlich im Bundeswettbewerb von Jugend forscht im Fach Physik belegt. Angetreten war er mit einem Verfahren zur Bestimmung der Größe von Regentropfen, um daraus letztlich Starkregenereignisse besser vorhersagen zu können. Die Idee kam ihm 2017, als es beim lokal sehr begrenzten Unwetter von „Rock am Ring“ in Mendig viele Verletzte gegeben hatte. Max von Wolff möchte in Mayen ein Vorzeigeprojekt realisieren und hat dazu bereits ein Netz aus 15 der von ihm entwickelten und prämierten Sensoren installiert. Die sind mit dem geringen Kostenaufwand von etwa 35 Euro herzustellen und seien sogar relativ leicht erweiterbar beispielsweise zur Feinstaubmessung.
Interesse an Biodiversität
Bürgermeister Rolf Schumacher, zu dessen Aufgabenbereich das Projekt „Bienenfreundliche Stadt“ zählt und ihm sehr am Herzen liegt, informierte über die Idee dazu von Dr. Christoph Otten vom Fachzentrum Bienen und Imkerei sowie die weitere Entwicklung. Dazu haben sich inzwischen viele Privatpersonen bekannt, aber auch umliegende Verbandsgemeinden sowie Schulen, Kindergärten und sogar die Bundeswehr. Ministerin Höfken betonte, dass mittlerweile immer mehr Menschen Interesse an Biodiversität zeigen und verwies in diesem Zusammenhang auf die finanziellen Möglichkeiten, die die Aktion Grün sowie die ältere Schwester Aktion Blau plus bieten. Nach der Renaturierung von Gewässern sei sogar vielfach die Rückkehr von Libellen festzustellen.
„Setzen Sie auf mehr Natur im Garten statt auf Steinwüsten“, so die Ministerin. Steinwüsten verursachen der Auffassung von Ministerin Höfken zudem viel mehr Arbeit als zunächst erwartet beispielsweise durch vermoosen.
Bei dem abschließenden Stadtrundgang entlang des „Bunten Bandes“ waren immer wieder Hintergründe und Spezialitäten der Anpflanzungen gefragt, auf die der städtische Gärtnermeister Wolfgang Seul jedoch keine Antwort schuldig blieb. WE
Bei dem Stadtrundgang entlang des „Bunten Bandes“ wurden stets Hintergründe und Spezialitäten der Anpflanzungen erklärt.
Der Stadtrundgang führte vorbei an diversen bienenfreundlichen Standorten.
Ziel des Projektes ist es, für die Bedeutung der Wildbienen in Bezug auf den Erhalt der Artenvielfalt zu sensibilisieren.
Der Rundgang entlang des „Bunten Bandes“ von Mayen konnte direkt vor dem Rathaus beginnen: Oberbürgermeister Wolfgang Treis (v.l.), Umweltministerin Ulrike Höfken, Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese, Dr. Christoph Otten vom Fachzentrum Bienen und Imkerei sowie der Leiter der Mayener Stadtgärtnerei Wolfgang Seul und Bürgermeister Rolf Schumacher. Fotos: WE