Der Reformationsweg zwischen Niederbieber und Oberhonnefeld wird offiziell eröffnet
Und ständig grüßt der lilafarbene Kurfürst
Aufgrund des Wirkens von Hermann zu Wied konzipierte Evangelischer Kirchenkreis Wied die Strecke
VG Rengsdorf/Neuwied. Schon mal was von Kurfürst Hermann zu Wied gehört? Wenn nicht sollten für Sonntag, 30. April die Wanderschuhe rausgeholt und auf dem 21 Kilometer langen Reformationsweg von Niederbieber nach Oberhonnefeld oder umgekehrt gegangen werden. Dieser Weg des evangelischen Kirchenkreises Wied wird dann offiziell eröffnet und unterwegs gibt es wegweisende Kärtchen von denen ständig der „lilafarbene Kurfürst“ grüßt. Aber nicht nur das, die Organisatoren des Reformationswegs bieten noch verschiedene Highlights. Um 9 Uhr werden die Wanderer in der evangelischen Kirche Niederbieber, hier ist Kurfürst Hermann zu Wied begraben, begrüßt und gesegnet. Getränke gibt es an der Kirche in Altwied sowie an der Kreuzkirche in Melsbach. Mittagessen steht von 12.30 Uhr bis 14 Uhr an der evangelischen Kirche in Rengsdorf bereit. An der Hütte Mittelheidehof bei Kurtscheid ist eine Getränke- und Erfrischungsstation aufgebaut und etwas weiter auf dem Wanderparkplatz gegenüber dem Birkenhof halten auch die vier Shuttlebusse. Die fahren alle Stationen an und bringen die Wanderer wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Ziel oder auch Start ist die evangelische Kirche in Oberhonnefeld, wo es ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen und um 17.30 Uhr den Abschlusssegen gibt. Das alles organisieren die einzelnen Kirchengemeinden. Übrigens: Alle evangelischen Kirchen am Reformationsweg sind an diesem Tag geöffnet. Wie es sich anfühlt, auf diesem Weg mit bedeutenden historischen Stationen zu wandern, konnten Medienvertreter jetzt auf der 2,5 Kilometer langen Strecke zwischen der Melsbacher Kreuzkirche und Altwied erleben. Dabei waren unter anderem Synodalassessor Detlef Kowalski, Öffentlichkeitsreferentin Dorothea Müth, Pfarrer in Altwied Ulrich Oberdörster, Wegewartin Liane Viebahn und Siegbert Heider, die auf die bedeutenden Plätze für die Reformation hinwiesen.
Bedeutender Knotenpunkt des 30-jährigen Kriegs
An einer Stelle unterhalb des Melsbacher Sportplatzes hielt Detlef Kowalski inne: „Von hier haben die Kirchengemeinden sich im 30-jährigen Krieg vor Gefahren gewarnt, denn man sieht den Kirchturm in Niederbieber und in Rengsdorf.“ Siegbert Heider verwies auf die Schildchen mit dem lilafarbenen Kurfürst an Bäumen: „Die wurden mit einem Silikonkleber angebracht, damit das Schild nicht einwächst. Eigentlich wird gesprüht, doch dafür ist das Bild nicht geeignet“, erklärte der 2. Vorsitzender des Westerwaldvereins Höhr-Grenzhausen. „Dies hier ist die steilste Strecke mit 80 Höhenmetern pro Kilometer“, erläuterte Dorothea Müth und weiter: „Wir haben den Reformationsweg so angelegt, das man an einem Tag die Strecke problemlos schafft, man kann aber auch nur eine Teilstrecke wandern.“
Im 500. Jubiläumsjahr Lust auf Reformation machen
Mit diesem Weg will der Kirchenkreis Lust machen sich auf bewegte Art mit der Reformation, in diesem Jahr ist das 500-jährige Bestehen, auseinanderzusetzen. Der Reformationsweg führt teilweise über Rheinsteig, Apfelweg und Butterpfad: „Wir docken uns da an, weil wir nicht in der Lage sind eigene Wege zu schaffen und zu unterhalten“, begründete dies der Synodalassessor. Die Burg Altwied war der Stammsitz der wiedischen Fürsten und Grafen und ist somit auch eng verknüpft mit Kurfürst Hermann zu Wied. Auf seine Bedeutung und die einiger Plätze am Reformationsweg wird noch berichtet. So ist beispielsweise nicht nachgewiesen, dass Philipp Melanchthon einmal in der Melsbacher Kreuzkirche gepredigt hat.
HEP
