Junge Musiker zu Gast im Köllenhof in Ließem
Ungewöhnliche Instrumentenkombination
Wachtberg-Ließem. Erfrischend ungeschminkt erlebten die Gäste das ungewöhnliche Trio Spiegelbild im Köllenhof in Ließem. Ein Akkordeon, zwei Saxofone und ein Piano erwarteten die über 80 Besucher, die sich neugierig auf den Weg gemacht hatten, um dem Konzert der jungen Musiker zu lauschen. „Wir haben uns beim Masterstudium in Köln kennengelernt“, berichtete der Saxofonist Xavier Larsson, kurz bevor das Trio die Bühne betrat. Der Mann am Klavier, Konstantin Zvyagin, sei auf die Idee gekommen, nach verschiedenen Duetten einfach einmal auszuprobieren, wie ihre drei Instrumente gemeinsam klingen. Von der Idee begeistert war auch Vadim Baev mit seinem Akkordeon bei dem Experiment dabei. So entdeckten die jungen Leute aus Russland und Spanien spannende, interessante und ausgesprochen facettenreiche Varianten, die der Musik immer wieder neue Färbungen geben.
An diesem Abend im Köllenhof hörten die Gäste zuerst eine Suite aus dem Zyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgsky. Ebenso bunt wie Bildwerke in einer Ausstellung sein können, sah sich das Auditorium im historischen Fachwerk vielen lebhaften Intonationen gegenüber. Von Promenaden unterbrochen waren „Il vecchio castello“ (das alte Schloss), „Tuileries“ (spielende Kinder im Streit), „Ballett der ungeschlüpften Küken“, „Die Hütte auf den Hühnerfüßen“ (Baba Jaga) und „Das Heldentor“ (in der alten Hauptstadt Kiew) zu hören. Anschließend gab das Trio aus dem Ballett „El amor brujo“, „Pantomima“ und „Danza ritual del fuego“ zum Besten. Der letzte musikalische Abschnitt des Abends blieb ganz im Bild und war von Gegensätzen geprägt. Von Astor Piazzolla, dessen Schaffenskraft im 20. Jahrhundert lag, war erst die „Milonga del Angel“, anschließend „La muerte del Angel“ zu hören, während Winter und Sommer im Wechsel mit „Invierno Porteno“ und „Primavera Portena“ den Abschluss des Konzerts bildeten.
Keiner der drei Musiker hat bisher drei Lebensjahrzehnte vollendet. Die Musik aus dem 19. und 20. Jahrhundert aber präsentierten sie professionell, mit Leib, Seele und hörbarer Leidenschaft für ihre Instrumente. Diese und ähnliche Vorstellungen hat das Trio bereits bei einer großen Tournee durch Russland in acht großen Städten, darunter auch Moskau, gegeben. Nachdem die Mitglieder des Trios in ihren Heimatländern ihre Bachelorabschlüsse in Musik in der Tasche hatten, waren sie sich beim Masterstudium in Köln zum ersten Mal begegnet. Die Leidenschaft für die Musik, ihre Experimentierfreude und gut abgestimmtes gemeinschaftliches Spiel hat hier ein Ensemble zusammengeführt, auf deren weitere Werke und Aufführungen alle neugierig sein dürfen.
Xavier Larsson spielte in den klassischen Stücken gleich auf zwei verschiedenen Saxofonen.
