Allgemeine Berichte | 29.03.2016

Beim Frühjahrsempfang kritisierte die Gewerbegemeinschaft „Aktiv Sayn“ den Straßenbau

„Unser Vertrauen in den LBM ist gestört“

Sperrung nach Stromberg dauert nun 15 Monate – nach Protest wird Fillingers Eck unter Verkehr umgebaut

Zum Frühjahrsempfang von Aktiv Sayn waren viele Gäste ins Boutique-Café Sabine Pauly gekommen. HEP

Bendorf-Sayn. „Unser Vertrauen in den Landesbetrieb Mobilität und dessen Zeitplanung ist sehr gestört“, erklärte Henning Deuster, Vorsitzender der Gewerbegemeinschaft „Aktiv Sayn“, beim Frühjahrsempfang im Boutique-Café Sabine Pauly. Grund für diese Kritik ist die Sperrung der Verbindung von und nach Stromberg, die statt der angekündigten acht Monate nun wohl 15 Monate dauern wird. Dazu Henning Deuster: „Das sind mehrere 1.000 Autos aus Stromberg und Nauort, die durch die Umleitungen von der Stadt Bendorf weg sind. Der Handel, der genug Probleme hat, hat die Sperrung durch weniger Kunden sofort gemerkt.“ Das Misstrauen gegen den Landesbetrieb Mobilität (LBM) fußt auf die Zusage, dass der Umbau von Fillingers Eck - das ist die Kreuzung Koblenz-Olper Straße/Engerser Landstraße - in einen Kreisel ursprünglich bei zwölf Monaten Vollsperrung erfolgen sollte. Die Vorstandsmitglieder sehen zwar ein, dass ein Kreisel dort entstehen muss, auch wegen mehr Parkplätzen in Sayn, doch das Tor nach Sayn und Bendorf ein Jahr lang zu schließen, ist weder mit „Aktiv Sayn“ noch der Bendorfer Stadtverwaltung zu machen. So intervenierte Stadtbürgermeister Michael Kessler, der neben weiteren Kommunalpolitikern und Landtagsabgeordneten ebenfalls am Frühjahrsempfang teilnahm, beim LBM und erreichte, dass Fillingers Eck unter Verkehr umgebaut wird und eine Vollsperrung von maximal zwei bis drei Wochen zugesagt wurde.

Ferner kritisierte Deuster, dass es weder in Alt-Sayn noch im Brexbachtal eine Mobilfunkverbindung gibt: „Tausende Pfadfinder kommen alljährlich ins Brexbachtal und es standen schon blutende junge Leute mit Begleitung in Sayner Geschäften und fragten, wie und wo sie denn Hilfe her bekommen“, sagte der Aktiv-Sayn-Vorsitzende. Ein weiteres Problem ist, dass es in Sayn viel zu wenig Parkplätze gebe.

Darauf ging dann Werner Prümm, Wirtschaftsförderer bei der Stadt Bendorf, ein: „Die neue Verkehrsführung an Fillingers Eck ist ein Baustein, um auch Parkplätze zu schaffen. Wir haben das Thema bei der Stadtentwicklung im Fokus, jedoch spielen hier viele Dinge eine Rolle. Wegen der beengten Lage in Sayn können wir uns keine Parkplätze aus den Rippen schneiden. Es ist eine langfristige Planung, denn auch an der Sayner Hütte sind die Parkplätze jetzt schon knapp.“

Sayner Hütte wird bald täglich für die Besucher geöffnet

Apropos Sayner Hütte: Sie gehört zu den Highlights des Bendorfer Stadtteils, denn vieles ist dort alles andere als negativ. So erklärter Werner Prümm, dass die Sayner Hütte in etwa einem Jahr täglich für Besucher geöffnet wird und es selbst in der jetzigen intensiven Bau- und Planungsphase hochkarätige Veranstaltungen von der Bühne Lahnstein und dem Mittelrhein-Musikfestival geben wird. Ferner soll sich Sayn für die Buga 2031 bewerben, denn: „Die Buga braucht besondere Orte mit Alleinstellungsmerkmal und das sind Sayner Hütte, Park, die Burgenlandschaft und Abtei. So eine Dichte von Denkmälern, eingebettet in eine solche Landschaft, ist ein Alleinstellungsmerkmal und ein Pfund für eine Bundesgartenschau“, meinte der Wirtschaftsförderer.

Neues Logo präsentiert

Und Henning Deuster fügte hinzu: „Die Stadt Bendorf wird immer an der Hauptstraße gemessen. Dabei ist der Kirchplatz wunderschön und wir haben auch sehr viel Wald.“ Und da in Bendorf ja Eisen produziert und in der Sayner Hütte verarbeitet wurde, soll man in der Stadt jetzt sich dieses historischen Themas annehmen: „Eisen muss in der Gestaltung des öffentlichen Raums sowie auch bei Privatleuten in Verbindung mit blühenden Pflanzen eine Rolle spielen“, forderte Henning Deuster. Jedoch: „Wir haben viele Konzepte, aber kein Geld, wir brauchen Partner und Unternehmen zur Unterstützung“, sagte er.

Dabei sieht es für die Interessengemeinschaft „Aktiv Sayn“ so schlecht gar nicht aus, denn mit fast 80 Mitgliedern und einem im wahrsten Sinne des Wortes aktiven Vorstand mit dem Vorsitzenden Henning Deuster (Schloss-Apotheke), dem zweiten Vorsitzendem Thomas Wagner (Wagner Werbung), Kassenwart Thomas Kremer (Sparkasse Koblenz), Schriftführerin Nicole Galler (ARAL-Tankstelle) sowie den Beisitzenden Marlies Rasbach (Fahrschule Rasbach), Marc Plattes (Provinzial Versicherung), Andreas Pieler (Augenoptik Pieler) und Kristian Hörstel (Anwälte Wasmuth und Hörstel) ist die Gewerbegemeinschaft richtig gut aufgestellt. Und das zeigten dann auch Henning Deuster und Thomas Wagner, als sie nicht nur das neu gestaltete Logo, sondern auch das Leitbild von „Aktiv Sayn“ präsentierten.

Und beim anschließenden gemütlichen Teil demonstrierte Sabine Pauly, was sie und ihr Team in Sachen Canapés und vor allem Confiserie so drauf haben und hinterließen damit bei den Gästen bleibende Eindrücke.

Vorsitzender Henning Deuster (l.) und sein Stellvertreter Thomas Wagner präsentierten das neue Logo von Aktiv Sayn.

Vorsitzender Henning Deuster (l.) und sein Stellvertreter Thomas Wagner präsentierten das neue Logo von Aktiv Sayn.

Zum Frühjahrsempfang von Aktiv Sayn waren viele Gäste ins Boutique-Café Sabine Pauly gekommen. Fotos: HEP

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