Allgemeine Berichte | 13.07.2021

RHEINBACH LIEST startet Unterschriftenaktion

„Unsere Bücherei braucht Zukunft!“

Die Unterschriftenlisten sind bis zum 8. September befristet, sie kann z.B. auf der Homepage des Vereins abgerufen werden

Monika Flieger und Gerd Engel von RHEINBACH LIEST sorgen sich um die Zukunft der Rheinbacher Bücherei. Foto: privat

Rheinbach. Der Fortbestand der Rheinbacher Bücherei in ihrem heutigen Leistungsumfang ist massiv bedroht. Bis Anfang September sammelt der Verein zur Leseförderung Unterschriften zum Erhalt der Rheinbacher Bücherei – online oder klassisch auf Papier.

„Für Bücherfreunde ist die Vorstellung schwer erträglich, dass die zentrale Säule der außerschulischen Leseförderung in unserer Stadt, nur noch bis Mitte 2023, finanziell gesichert ist“, meint Monika Flieger, 1. Vorsitzende des Vereins RHEINBACH LIEST. „Die Öffentliche Bücherei St. Martin leistet unersetzliche Arbeit. Hier werden Kinder an das Lesen und die Welt der Bücher herangeführt. Hier wird für alle Generationen Medienkompetenz vermittelt. Hier können sich auch die Menschen mit Büchern und Informationen versorgen, die vielleicht finanziell nicht so gut aufgestellt sind. Hier finden alle voraussetzungslos einen zentral gelegenen Begegnungsraum.“

Der allseits anerkannte Verein wurde genau vor 10 Jahren auch mit der Absicht gegründet, die Arbeit der Büchereien zu unterstützen und mit eigenen Projekten und Veranstaltungen zu flankieren. „Wir haben die Büchereiarbeit insgesamt im Blick“, so Flieger. „Die fünf Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) im Stadtgebiet, die Schulbüchereien und die Kreisbibliothek. Unserer als Stadtbücherei fungierende Öffentliche Bücherei St. Martin kommt dabei aufgrund ihrer Größe und Lage im Herzen der Stadt, ihrem Leistungsumfang und ihrer Vernetzung für die Bildungsinfrastruktur in Rheinbach zweifellos eine herausragende Bedeutung zu.“

Warum ist die Zukunft nun gefährdet? Dazu muss man kurz ausholen: Die Öffentliche Bücherei St. Martin ist eine von sieben sogenannten Vertragsbüchereien im Erzbistum Köln. Finanziell und strukturell werden diese durch die örtliche Kirchengemeinde, das Erzbistum und die jeweilige Kommune gestaltet. Die örtliche Kirchengemeinde fungiert dabei als Träger. Die einzelnen Kooperationsverträge wurden in der Vergangenheit vor Ort zwischen Kommune und Kirchengemeinde individuell ausgehandelt. Im Grunde ist so eine Kooperation eine gute Idee und zum Nutzen aller. Mit anderen Worten: win-win-win! In Rheinbach leisten drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen auf zwei Vollzeitstellen zusammen mit rund 40 Ehrenamtlichen eine bemerkenswerte und allseits anerkannte Arbeit, die sich auch durch Zahlen belegen lässt: 25.000 Medieneinheiten werden verwaltet zzgl. 33.000 E-Medien. Es gibt bei über 42.000 Besuchen mehr als 80.000 Ausleihen pro Jahr.

Zuschüsse vom Erzbistum entfallen

In Rheinbach war der städtische Finanzierungsanteil aufgrund der prekären Haushaltslage in den letzten Jahren auf 75.000 Euro gedeckelt, was bedeutete, dass die Kirchengemeinde St. Martin, bezuschusst vom Erzbistum, auftretende Kostensteigerungen alleine schultern musste. Als Signale vom Erzbistum kamen, dass die Zuschüsse demnächst nicht in gewohnter Weise weiter fließen würden, kündigte der Kirchenvorstand den Vertrag zum Juni 2023 mit dem Ziel, mit der Stadtspitze neu zu verhandeln. Die vor einigen Wochen über eine Pressemitteilung des Erzbistums übermittelte Ankündigung, die Zuschüsse aus Köln nach 2023 nicht fortzuführen, überrumpelte nun alle Beteiligten und verschärft die Situation noch einmal. Auch in Rheinbach herrscht daher „Alarmstufe rot!“.

Mit der Kampagne „Unsere Bücherei braucht Zukunft!“ will RHEINBACH LIEST zunächst die Bürgerinnen und Bürger informieren, mobilisieren – aber auch alarmieren. Das Zeitfenster zum Verhandeln und Handeln beträgt nur zwei Jahre. Deswegen werden die involvierten Organe – Kirchengemeinde, Erzbistum, Stadtverwaltung und Ratsfraktionen – aufgefordert, sich unter Beteiligung der Stadtgesellschaft schnell zusammenzusetzen und die Zukunft der Bücherei zu sichern. Da scheint die Bereitschaft durchaus groß. „Mit ihrer Unterschrift können die Bürgerinnen und Bürger zeigen, wie wichtig ihnen die Bücherei ist!“, meint Gerd Engel, 2. Vorsitzender von RHEINBACH LIEST. „Wir brauchen jetzt das bürgerliche Engagement, und zwar über unsere Vereinsmitglieder hinaus. Jeder kann mitmachen.“

Der Verein plant eine längere Kampagne mit weiteren Aktionen und will dabei die Rheinbacherinnen und Rheinbacher möglichst vollständig mitnehmen, „damit Rheinbach weiter liest“. Dann ergänzt Engel: „Hunderte von neuen Mitgliedschaften bei unserer Öffentlichen Bücherei St. Martin wären doch kein schlechtes Signal, oder?“

Unterschriftenlisten für die Aktion, die bis zum 8. September befristet ist, liegen in der Innenstadt aus und können auf der Homepage des Vereins abgerufen werden. Hier gibt es auch den Link zur Online-Petition und man erfährt, was jeder Einzelne noch tun kann. Infos im Internet unter rheinbach-liest.de

Monika Flieger und Gerd Engel von RHEINBACH LIEST sorgen sich um die Zukunft der Rheinbacher Bücherei. Foto: privat

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  • Boomerang : Ein 3er BMW unmittelbar vorm Haus des Döners. Mehr Klischee geht nicht ????
  • Jörg Schneider : Sehr interessanter Artikel, danke dafür. Allerdings ist hier eine Richtigstellung notwendig. Frau Schäfer ist zwar Mitglied der freien Bürgerliste, ist aber nicht von dieser als Bürgermeisterkanidatin nominiert worden.
  • Boris Klug: Wohl ist durch die Beschädigungen an den Verteilerkästen - einer wurde komplett "abrasiert" - die Versogung mit Telefon, Fernsehen und Internet in der Innenstadt erheblich gestört.
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