VdK lehnt Kostenbeteiligung von Patienten ab
Unsozial, ungerecht und nicht zielführend
Kreisverband Neuwied befürchtet Mehrbelastung für chronisch Kranke und sozial Schwache
Kreis Neuwied. Als „unsozial, ungerecht und nicht zielführend bezeichnet der Sozialverband VdK die jüngste Forderung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz. Diese hatte eine Selbstbeteiligung der Patienten von maximal zwei Prozent an den Behandlungskosten gefordert. Nach Ansicht der KV könnten Arztbesuche und die dadurch verursachten Kosten in Deutschland gesenkt werden. „Die Kostenbeteiligung wäre neben den weiter steigenden Krankenkassenbeiträgen eine zusätzliche finanzielle Belastung, die besonders chronisch Kranke treffen würde“, lehnt VdK-Landesvorsitzender Willi Jäger den Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Auch müssten sozial Schwache künftig zwei Mal überlegen, ob sie zum Arzt gehen. Dies birgt die Gefahr, dass Erkrankungen zu spät erkannt werden und eine Zweiklassen-Medizin entsteht. Mit diesem Thema befasste sich auch der Vorstand des Kreisverbandes Neuwied in seiner jüngsten Sitzung. Übereinstimmend lehnt auch dieses Gremium eine Kostenbeteiligung ab. „Die Zuzahlung ist trotz sozial gestaffelter Selbstbeteiligung ungerecht, weil für Patienten in einigen Situationen Arztbesuche sogar verpflichtend sind“, erläutert Kreisvorsitzender Hans Werner Kaiser. „Spätestens am dritten – oftmals bereits am ersten – Krankentag muss ein Arbeitnehmer für ein Attest zum Arzt. Auch einen Facharzttermin bekommen Patienten nur, wenn sie zuerst ihren Hausarzt aufsuchen, der eine Überweisung ausstellt.“ Dass eine „Strafgebühr“ nicht zur Kostensenkung im Gesundheitssystem beiträgt, habe außerdem die bereits 2013 wieder abgeschaffte Praxisgebühr gezeigt. „Viele unserer Mitglieder sind schwer und chronisch krank“, spricht Jäger für die rund 192.000 Mitglieder des Sozialverbands VdK Rheinland-Pfalz. Und Kaiser, Kreisvorsitzender in Neuwied und Mitglied im Landesverbandsvorstand, betont: „Ich bin mir sicher, dass keiner gerne oder mehr als nötig einen Arzt aufsucht.“
Pressemitteilung des
Sozialverbands VdK
