Gemeinsame Veranstaltung von Pro-Mendig e.V und der VHS
Unterschätztes Risiko „Medikamente im Straßenverkehr“
Dozentin Cornelia Brodeßer informierte beim Seniorentreff zu Fahreignung, Fahrtüchtigkeit und Fahrbefähigung
Niedermendig. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Pro-Mendig e.V und der VHS lieferte die in Seniorenfragen äußerst versierte Dozentin Cornelia Brodeßer beim Seniorentreff einen aufschlussreichen und mit vielen praktischen Hinweisen versehenen Vortrag zum Thema „Verträglichkeit von Medikamenten im Straßenverkehr“.
Die Leiterin der VHS, Caroline Hamann, stellte die Vertreterin der Verkehrswacht e.V. zunächst den Gästen vor, bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen der Teilnehmer und überließ dann der Referentin das Feld.
Frau Brodeßer führt ehrenamtlich neben den informativen Veranstaltungen der Verkehrswacht auch praktische Kurse zur Beherrschung von Rollatoren durch. Im Vortrag selbst konnte sie viele Themenfelder mühelos und fachlich untermauert den Seniorinnen und Senioren näher bringen, auch Zwischenfragen moderierte sie gekonnt und mit der Routine reichlich vorhandener Erfahrungswerte in der Weiterbildung.
Sie ging zunächst auf das weithin unterschätzte Risiko der Medikamenteneinnahme von Verkehrsteilnehmern ein. Dabei gilt es vor allem, die Kombination verschiedener Präparate gewissenhaft hinsichtlich des Zusammenwirkens abklären zu lassen.
Fahreignung im Alter
Mit der Schlagzeile „Fahreignung – (K)eine Frage des Alters“ richtete sie den Blick auf die oftmals in der Presse bei Unfällen älterer Verkehrsteilnehmer schnell aufkommende Forderung nach einzuführenden Tests. Dabei ist die Unfallgefahr betagter Autofahrer nicht größer als in anderen Altersgruppen. So ist auch der Verkehrsminister gegen regelmäßige Checks, während der Verband der Versicherungen verbindliche Testfahrten mit geschulten Beobachtern fordert. Das Für und Wider wurde ausgiebig betrachtet. Auch Kfz-Versicherungen verteuern sich mit zunehmendem Alter. So zahlen 85-Jährige mehr als das Doppelte gegenüber 50-Jährigen für dieselbe Leistung.
Im Folgenden wurden Begriffe wie Fahreignung, Fahrtüchtigkeit und Fahrbefähigung näher erläutert, um zur Thematik „Fahrerlaubnis nach Begutachtung der Fahreignung“ fundiert zu informieren. Bestehen Zweifel an der Fahreignung, kann ein Facharzt mit Zusatzqualifikation in der verkehrsmedizinischen Begutachtung zu Rate gezogen werden. Interessant war hierbei auch die Übersicht zu den Fahreignungsprüfungen für Senioren in ganz Europa, die ein sehr breitgefächertes Spektrum offenbarte.
Das altersbedingte Nachlassen des Sehvermögens (längere Anpassung hell-dunkel beziehungsweise nah-fern) kam ebenso zur Sprache wie statistische Auswertungen der unterschiedlichen Unfall-Fehlverhaltensformen von Senioren und anderen Altersgruppen.
Erschwerte Risikoabschätzung
Wie weit sich eine unvorteilhafte Verkehrsraumgestaltung auf die Fähigkeit zur Wahrnehmung auswirkt, zeigte das Beispiel einer künstlerisch gestalteten Kreuzung im Bonner Raum. Hier wurde das Experiment einer ampellosen Kreuzung schnell as acta gelegt.
Detailliert wurde auf die nachlassende Dynamik im Prozess Wahrnehmung – Verarbeitung – Entscheidung – Handlung eingegangen. Der Mobilitätsrückgang durch geringere Verkehrsteilnahme stellt zudem einen zusätzlichen messbaren Risikofaktor dar.
Seitens der Verkehrsteilnehmer wird häufig der Einfluss von Krankheit oder Medikamenten ignoriert, was die Risikoabschätzung erschwert. Nicht fehlen durfte in dem Zusammenhang auch der Hinweis auf die grüne Notfall-Dose, die schon bei der Eröffnung des Seniorentreffs durch Pro-Mendig eine gewichtige Rolle spielte.
Tipps zur Mobilität im Alter
Ergänzend gab es noch ein paar Tipps zum richtigen Verhalten im Verkehr: rechtzeitiges Blinken, einkalkulieren von Wildwechseln, Risiko Sekundenschlaf, Ablenkung durch mitteilsame Beifahrer. Zum Ende hin punktete die Vertreterin der Verkehrswacht mit wertvollen Ratschlägen zur Thematik „Wie bleiben Senioren mobil?“ Kritische Selbsteinschätzung, regelmäßige Seh- und Hörtests, Vorsicht bei Medikamenteneinnahme und ein Besuch der Webseite www.60plus-sicher-mobil.de wurde den Teilnehmern ans Herz gelegt. Als Bonus verteilte die Referentin eine praktische, in signalgelb gehaltene Armschleife zur Verbesserung der Erkennbarkeit im Straßenverkehr.
Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die Senioren für die herausragende Informationsveranstaltung und die lockere wie eingängige Vermittlung diverser Aspekte der Verkehrssicherheit.
Aktuelle Termine
Am 11. Dezember findet an gleicher Stelle im Alten Casino, Bahnstr. 66 in Niedermendig der nächste Seniorentreff als kleine Adventsfeier in gemütlicher Runde bei schmackhaftem Kaffee und Kuchen statt.
In Obermendig feiert der Seniorentreff am 18. Dezember um 14.30 Uhr im Haus am Lindenbaum, Fallerstr. 11, Weihnachten. Gemeinsam werden Weihnachtslieder gesungen und das Jahr wird stimmungsvoll und besinnlich ausklingen gelassen, begleitet von dem Mitglied Patric Lambrecht auf seiner Gitarre. Wie immer gibt es köstlichen Kaffee und schmackhaften Kuchen.
Zur Erleichterung der Organisation bittet Pro-Mendig e.V. um Anmeldung unter Tel. (0 26 52) 80 50 95 oder info@pro-mendig.de. Nichtmobilen Senioren steht ein Fahrdienst bereit (bei Anmeldung bitte mitteilen). Alle Mendiger Senioren (die von Owe und Unne) sind eingeladen. Pressemitteilung
Pro-Mendig e.V.
VHS-Leiterin Caroline Hamann bedankt sich bei der Dozentin Cornelia Brodeßer mit einem kleinen Präsent.
