Allgemeine Berichte | 05.08.2016

Theater-AG der St. Stephanus-Realschule plus Nachtsheim überzeugte

„Veni, vidi, wie?“ - Die etwas andere Geschichtsstunde

Schülerinnen und Schüler entführten mit einer satirischen Komödie ins alte Rom

„Veni, vidi, wie?“ - Die etwas andere Geschichtsstunde

Nachtsheim. Dass Gaius Julius Caesar einst halb Europa eroberte und eine Freundin in Ägypten hatte, dürfte den meisten bekannt sein. Dass er jedoch mit knapp 15 Jahren seine shoppingsüchtige Cornelia ehelichte oder auf Bildungsreise von Piraten mit ausgeprägtem Vordereifeler Dialekt gekapert wurde, gehört wohl eher zu den unerwähnten Fußnoten der Weltgeschichte. Und dies waren nur zwei der Überraschungen, mit denen die neu gegründete Theater-AG der St. Stephanus-Realschule plus ihr Publikum verblüffte. In freier Anlehnung an die Biografie des glorreichen Imperators aus dem alten Rom hatten die Schüler unter der Leitung von Daniela Laux und Elmar Holst die höchst unterhaltsame Komödie „Veni, vidi, vici - die Leiden des jungen Gaius“ geschrieben, Kostüme und Bühnenbilder erstellt und bis zur letzten Minute geprobt. Eingestimmt durch das Schulorchester, welches unter anderem mit dem Titel „Skyfall“ das dramatische Ende buchstäblich vorwegnahm, sahen die Anwesenden bisher „unveröffentlichte Episoden“ aus dem Leben Caesars. Gekonnt vermischten die jungen Akteure historische Halb- und Viertelwahrheiten mit aktuellem Zeitgeschehen sowie geballtem Regionalkolorit und sorgten mehrfach für tosendes Gelächter in der voll besetzten Nachtsheimer Gemeindehalle. Sogar der Umbau der Kulissen, erstellt von der Kunst-AG unter der Leitung von Christine Moog, wurde dank der „Bühnensklaven“ und passender schräger Musik zum Teil der bissig-ironischen Handlung.

Publikum zeigte sich begeistert

In der Hauptrolle des Julius Caesar glänzte der 16-jährige Paul Schüller aus Mayen, der sich herrlich selbstverliebt durch das Stück spielte, aber auch den (zugegebenermaßen ziemlich kurzen) Moment des Selbstzweifels glaubhaft darstellte. Ohnehin überzeugte die satirische Komödie durch ihre Stimmigkeit, da jede Rolle den jungen Darstellern auf den Leib geschrieben schien. Und so belohnte das Publikum nach zwei vergnüglichen Stunden das Engagement der Schauspieler und vielen Helfer mit Standing Ovations. Bleibt zu hoffen, dass die Theater-AG auch im nächsten Schuljahr wieder zur ganz spitzen Feder greift - und das Ergebnis dann in mehreren Aufführungen einem noch größeren Publikum präsentieren kann.

„Veni, vidi, wie?“ - Die etwas andere Geschichtsstunde
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