Der „Zorn von Thurant“ ist wieder auf der Burg
Verschollener Ritter kehrte zurück
Alken. Berlewin v. Alzey, Lehnsmann und Burgherr auf Thurant sowie Marshall der Pfalzgrafen bei Rhein mit Sitz in Heidelberg, wurde - mit den Seinen - nach der Belagerung (1246/1248) und Übergabe der Veste an die Erzbischöfe von Köln und Trier am 17.09.1248 „auf ewige Zeiten bis hinter die Nahe“ verbannt.
Dann verlor sich die Spur des damals im weiten Umland als „Zorn von Thurant“ (Zurno) bekannten Ritters, um den sich so manche Geschichte rankt und dem vieles neidvoll von Seiten der Kirche angedichtet wurde. Schließlich war die ehemalige uneinnehmbare Spornburg ein Dorn im Fleisch der Erzdiözesen. Der Grund waren die für die damalige Zeit recht erquicklichen Zolleinnahmen von den fünf Handelswegen im Einzugsbereich von Thurant.
Vor rund 12 Jahren schuf Holger Simonis, nach eingehenden Recherchen im Rahmen seiner Ausbildung zum Restaurator, ein der Gotik angelehntes Abbild des „mächtigen und gefürchteten Recken“.
Wiederum verschwand der ehemalige Burggraf in der Versenkung - und nur ein paar Eingeweihte wussten über seinen Verbleib. Im von Alken benachbarten Flecken Oberfell hatte er über die Jahre Unterschlupf gefunden. Ein paar seiner Getreuen organisierten nun seinen (zentnerschweren) Umzug von dort auf seine Stammburg Thurant. Er fand nun - als kampferprobter und staufertreuer Vasall - einen ihm angemessenen und ehrenvollen Platz in der Rüstkammer der Burg. Hier kann er von den Burgbesuchern ab der Saison 2021 bestaunt werden.
Dank auf diesem Wege an H. Simonis mit seinem Malerteam u. Gastronom Zimmermann aus Alken, dem Kastellan der Burg O. Hellinger sowie Weyh-Touristik aus Winningen u. dem Scriptor N. Becker, durch die der Transport mit entsprechendem Equipment und sehr viel „Man-Power“ bewerkstelligt werden konnte.
