Allgemeine Berichte | 15.12.2022

Zehn Jahre foodsharing-Bewegung – Zehn Jahre zu viel

Verwenden statt verschwenden

Bendorf/Vallendar/Urbar. Vor zehn Jahren, am 12. Dezember 2012, ging die Plattform „foodsharing.de“ online. Vorausgegangen waren ein Buch und ein Kinofilm gegen den Skandal der weltweiten Lebensmittelverschwendung sowie erste Supermarktkooperationen und Abholungen von Lebensmittelretter*innen. Das öffentliche Problembewusstsein zum Thema ist seitdem deutlich gestiegen, doch nach wie vor wird mehr als ein Drittel der produzierten Lebensmittel in Deutschland verschwendet. Um der Vision von einer Welt, in

der das lokale sowie globale Ernährungssystem alle Menschen auf dieser Erde satt und zufrieden macht, näher zu kommen, haben Mitglieder der Bewegung einige Aktionen geplant. Allem voran geht das Hashtag #10Jahrezuviel, welches noch einmal auf das Ziel des Überflüssigwerdens aufmerksam machen soll. Darüber hinaus sind lokal und überregional verschiedenste Aktionen wie Ausstellungen von geretteten Lebensmitteln in Schaufenstern, öffentliche Verteilungen und Social Media Posts zum Jubiläum geplant. In einer internen Zukunftswerkstatt setzen sich zudem Mitglieder der Bewegung mit den ständig wachsenden Herausforderungen des Lebensmittelrettens auseinander und erarbeiten Strategien für die zukünftige Zusammenarbeit innerhalb der foodsharing Bewegung.

Nur gemeinsam lässt sich der selbstzerstörerische Charakter unserer Überflussgesellschaft stoppen

In der Vision eines nachhaltigen Ernährungssystems, für welches foodsharing sich einsetzt, ist die Organisation überflüssig, da es Lebensmittelverschwendung gar nicht mehr gibt. Stattdessen tragen jeder Mensch und jedes Unternehmen dafür Sorge, dass produzierte Nahrung nicht vergeudet wird, sondern in dankbaren Mägen landet.

Um diese Vision wahr werden zu lassen, setzt sich foodsharing mit seiner Kraft dafür ein, dass die systematische Überproduktion und die daraus resultierende Verschwendung von Ressourcen aufhört. Dabei steht an erster Stelle das Ziel, die Zahl der unnötig entsorgten Lebensmittel bis zum Jahr 2030 zu halbieren und langfristig auf null zu bringen. Daher engagiert sich die Initiative gegen unnötige Handelsnormen, den Verpackungswahnsinn und für mehr Rechtssicherheit bei Lebensmittelrettungen sowie ein überarbeitetes MHD. foodsharing sensibilisiert für diese Themen bei allen Akteur*innen, mit denen die Initiative in Kontakt steht. Unermüdlich macht sie auf die unglaubliche Verschwendung in der Gesellschaft aufmerksam. Die Mitglieder schreiben dafür Petitionen, sind in Kontakt mit Politiker*innen, geben Interviews, gehen demonstrieren und retten täglich tonnenweise Lebensmittel in kooperierenden Betrieben vor der Vernichtung. Ziel ist es, auf persönlicher und politischer Ebene Aufklärung, Umdenken und verantwortliches Handeln nachhaltig anzustoßen.

Über foodsharing werden Lebensmittel an alle Menschen verteilt

Über 530.000 registrierte Nutzer*innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und mehr als 133.000 Freiwillige (Foodsaver*innen) machen die Initiative foodsharing mittlerweile zu einer internationalen Bewegung. Es kooperieren über 12.500 Betriebe, bei denen bisher 83 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Verschwendung bewahrt worden sind. Diese werden bedingungslos an alle Menschen weiter verteilt. Täglich finden etwa 5.700 weitere Abholungen statt. Auch weitere Länder sind mittlerweile Teil der Bewegung, die in Deutschland ihren Anfang genommen hat.

Auch im Bezirk Bendorf, Vallendar, Urbar sind aktuell 132 Foodsaver*innen im Alter von 18 bis 73 Jahren unter der Leitung von den Botschafterinnen Marina Schuster und Anna Lennig ehrenamtlich tätig. Sie kooperieren mit verschiedenen Betrieben, welche die Ideologie unterstützen verantwortungsvoll mit überschüssigen Lebensmitteln umzugehen. Geplant sind in naher Zukunft zudem auch in unserer Region so genannte Fairteiler einzurichten. Dies sind öffentliche zugängliche Orte an denen von Foodsaver*innen gerettete oder von anderen Bürgern abgegebene Lebensmittel zur Abholung für jedermann bereitgestellt werden.

Pressemitteilung foodsharing

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