Allgemeine Berichte | 29.08.2023

Der Rhein-Sieg-Kreis öffnet seine Türen für Assistenzhunde

Viel mehr als ein tierischer Begleiter

V.li. Liane Thiemann, Mitglied des Inklusions-Fachbeirats, mit ihrer Assistenzhündin Josie, Bettina Lübbert, Abteilungsleiterin Sozialamt und Behindertenbeauftragte, Landrat Sebastian Schuster und Günter Wingender, Vorsitzender des Inklusions-Fachbeirats, mit seinem Blindenhund Marley. Fotos: Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis. Im Rahmen eines landesweiten Engagements zur Förderung der Inklusion hat der Rhein-Sieg-Kreis eine bemerkenswerte Initiative ergriffen, um Assistenzhunde in öffentlichen Räumen willkommen zu heißen. Das Projekt, bekannt als „Assistenzhund willkommen,“ wird vom Verein Pfotenpiloten betreut und ist Teil einer Bewegung, die eine gleichberechtigte Teilhabe für alle Bürger, unabhängig von ihren körperlichen oder geistigen Einschränkungen, anstrebt.

Landrat Sebastian Schuster unterstrich die Bedeutung der Inklusion in der Gesellschaft: „Inklusion ist ein sehr wichtiges Thema, auf das es immer wieder hinzuweisen gilt. Nicht der behinderte Mensch soll sich an die Gegebenheiten anpassen, sondern die Gesellschaft ist gefragt, physische Barrieren aber auch die in den Köpfen oder im Verhalten abzubauen.“

Das Kreishaus im Rhein-Sieg-Kreis trägt nun deutlich sichtbare Zeichen, die die Anwesenheit von Assistenzhunden fördern. Damit soll nicht nur ein Zeichen gesetzt werden, sondern auch Einzelhändler, Restaurants und Dienstleistungsunternehmen ermutigt werden, diesem vorbildlichen Ansatz zu folgen. Es gibt immer noch viele Orte, an denen Assistenzhunde nicht willkommen sind, was für die Menschen, die auf ihre tierischen Begleiter angewiesen sind, erhebliche Schwierigkeiten verursachen kann.

Günther Wingender, der Vorsitzende des Fachbeirates Inklusion des Rhein-Sieg-Kreises, spricht aus eigener Erfahrung: „Mir als Blindenhundführer ist es wichtig, dass die Bevölkerung über die Bedeutung von Assistenzhunden informiert wird, um immer wieder aufkommende Diskussionen bei Zutrittsverboten vorzubeugen.“

Assistenzhunde sind vielseitig ausgebildet und können einer Vielzahl von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen helfen – von Sinnesbehinderungen über körperliche Einschränkungen bis hin zu neurologischen Störungen. Ihre maßgeschneiderte Ausbildung ermöglicht es ihnen, effektiv und selbstständig zu agieren, wodurch sie für ihre menschlichen Partner zu unverzichtbaren Begleitern werden.

Die Teilnahme des Rhein-Sieg-Kreises an diesem Projekt wurde vom seit 2015 bestehenden Fachbeirat Inklusion angeregt und von der Kreisverwaltung herzlich unterstützt. Finanziert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), zielt die Initiative darauf ab, umfassend über Assistenzhunde und ihre Zutrittsrechte aufzuklären, und so das Bewusstsein für und die Akzeptanz von Assistenzhunden in der Gesellschaft zu fördern. BA

Landrat Sebastian Schuster.

Landrat Sebastian Schuster.

V.li. Liane Thiemann, Mitglied des Inklusions-Fachbeirats, mit ihrer Assistenzhündin Josie, Bettina Lübbert, Abteilungsleiterin Sozialamt und Behindertenbeauftragte, Landrat Sebastian Schuster und Günter Wingender, Vorsitzender des Inklusions-Fachbeirats, mit seinem Blindenhund Marley. Fotos: Rhein-Sieg-Kreis

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