Europäischer Tag der Jüdischen Kultur
Vielfältige Spuren im Rhein-Sieg-Kreis
Rhein-Sieg-Kreis Zum „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur“ am 3. September erinnert der Rhein-Sieg-Kreis an die Vielfalt jüdischer Spuren im Kreisgebiet. So gibt es im Rhein-Sieg-Kreis zahlreiche jüdische Friedhöfe und Erinnerungstafeln für ehemals existierende Synagogen. Ursprünglich gab es im Kreis insgesamt 15 jüdische Friedhöfe, von denen heute noch einige existieren. Zudem waren 14 Synagogen auf das Gebiet des heutigen Rhein-Sieg-Kreises verteilt.
„Eine Besonderheit ist das ehemalige Bröltalhaus in Ruppichteroth-Schönenberg“, sagt Kulturdezernent Thomas Wagner. „Dort wurden ab 1934 Schulungskurse der „Zionistischen Vereinigung“ für junge Juden als Vorbereitung auf eine Auswanderung nach Palästina durchgeführt“. Der Rhein-Sieg-Kreis hat sich mit dafür stark gemacht, dass das Gebäude inzwischen unter Denkmalschutz steht.
„Das ist nur ein Beispiel für das umfangreiche Engagement des Kreises für die jüdische Geschichte und Kultur im Kreisgebiet“, so Wagner weiter. „Besonders hervor sticht die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ in Windeck-Rosbach“. Seit 1994 unterhält der Kreis das Museum und den Lernort. Dort finden regelmäßig Vorträge statt. Aktuell ist das Museum wegen Sanierungsarbeiten und der Neukonzeption der Ausstellung nicht für Besucherinnen und Besucher geöffnet; die Vortragsreihe findet dagegen ungehindert statt. Seit 2002 hat sich die inzwischen überregional wahrgenommene, umfangreiche Vortrags- und Veranstaltungsreihe in der Gedenkstätte etabliert. Sie greift alle Facetten der jüdischen Geschichte und Kultur auf. Jährlich werden etwa 25 Sonderveranstaltungen durchgeführt.
Die wissenschaftliche und personelle Betreuung der Gedenkstätte sowie die weitere Erforschung und Aufbereitung jüdischer Geschichte im Siegraum liegen in der Hand des Archivs des Rhein-Sieg-Kreises. Unterstützt wird das Projekt durch den „Förderverein Gedenkstätte Landjuden an der Sieg e.V.“.
Weitere Informationen:
Am „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur“ führt Kreisarchivarin Dr. Claudia Maria Arndt um 15 Uhr über den jüdischen Friedhof in Siegburg. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Zudem findet um 19 Uhr im Stadtmuseum Siegburg ein Klezmerkonzert statt.
Pressemitteilung Rhein-Sieg-Kreis
