Allgemeine Berichte | 10.09.2019

Kirmes in Dedenbach und 100 Jahre Junggesellenverein

Vier Tage Trubel rund um die Eifelgoldhalle

Die JGVler machten auf dem Zugweg durchs Dorf mehrmals Station.Fotos: BE

Dedenbach. Die diesjährige Kirmes in Dedenbach stand ganz im Zeichen des 100. Geburtstags ihres organisierenden Vereins, des JGV Dedenbach. Der Verein, der sich in herausragender Weise der Aufrechterhaltung alter Traditionen und gelebten Brauchtums verschrieben hat, lud zum Auftakt am Freitagabend in die Eifelgoldhalle ein. Mit der Coverband MAM, die gerade zur besten Coverband in Rheinland-Pfalz gewählt wurde, hatte man einen echten Kracher engagiert. MAM brachte über 220 Besucher aller Altersgruppen mit BAP-Songs in beste Feierlaune. Die Band präsentierte alles, was den guten Ruf der Kölner Vorbilder ausmacht: kritische und emotionale Texte, rockige und leise Melodien. Und der ein oder andere Song lud natürlich auch zum gemeinsamen Schunkeln ein. Kölsche Töne im Brohltal - das passt einfach.

Sah es beim sonntäglichen Frühschoppen noch nach heftigem Dauerregen aus, klarte der Himmel gerade rechtzeitig zum traditionellen Umzug des Junggesellenvereins auf. Der begann an der Eifelgoldhalle, wo sich die Vereine JGV Dedenbach und JGV Oberzissen mit musikalischer Begleitung der Musikkapelle Bengen zum Zug formierten. Auf dem Weg von und zurück zur Eifelgoldhalle ging es durch den mit Fahnen geschmückten Ort. Ziel des Zugs waren die Häuser von Maikönigin Kati Schwanbeck und Maikönig Martin Gilles. Station machte der Zug aber auch beim frischgewählten Bürgermeister Michael Freund, beim JGV-Präsidenten Felix Freund und dem einzigen Hochzeitspaar des Jahres. Überall wurden zur Musik der Bengener Kapelle Fahnen geschwenkt. Das Maikönigspaar bedankte sich mit einem Tanz unter der Vereinsfahne. Wie es der Tradition entspricht, wurden die JGVler an allen Stationen mit Essen und Trinken versorgt, bevor sich der Zug, jetzt mit dem Maikönigspaar, zurück auf den Weg zur Eifelgoldhalle machte.

Dort hatten sich viele Dedenbacher zum Feiern eingefunden. Bei Kaffee und Kuchen in der Halle und bei frischen Getränken am Bierbrunnen vertrieb man sich die Zeit bis zum Eintreffen des Zugs, die kleinen Besucher tobten sich in mit Luft gefüllten großen Ballons auf dem Wasserbassin aus oder versuchten sich an der Schießbude. Nach dem Eintreffen des Zugs wurden die Vereinsfahnen zu den Klängen der Bengener Kapelle geschwenkt, das Maikönigspaar ließ sich nicht lange zum Tänzchen bitten. Und das sollte nicht der einzige Tanz an diesem Kirmestag bleiben. Als besonderes Highlight und Bindeglied zwischen Geschichte und Gegenwart des Dedenbacher Junggesellenvereins baten die Organisatoren um Präsident Felix Freund nämlich frühere Maikönigspaare zum Walzer auf die Bühne. Da mancher König mehrfach den höchsten Preis für eine Maikönigin geboten hatte und so manche Maikönigin mehrfach auf den Thron gehoben wurde, waren manche frühere Maikönige und Maiköniginnen öfter beim „Schneewalzer“ auf der Bühne zu sehen. Die ältesten anwesenden „Ehemaligen“ waren an diesem Jubiläumstag Hedwig Friedsam und Franz-Josef Schmitz, das Maikönigspaar 1966, Margot Breuer und Richard Kreyer (1967) sowie Margot und Gerhard Michels (1973). Dieses Paar, so die schöne Geschichte, traute sich zwei Jahre später auch, vor dem Altar den Bund der Ehe einzugeben. Der übrigens bis heute gehalten hat. Mit der Mitgliedschaft im JGV war es damit allerdings vorbei.

JGV ein wichtiger Sozialisations- und Integrationsfaktor

Auf die Bedeutung des Junggesellenvereins für das Leben der Dorfgemeinschaft ging es auch in den kurzen Ansprachen des jungen Vorsitzenden Felix Freund, des neuen Bürgermeisters Michael Freund und von VG-Bürgermeister Johannes Bell. Felix Freund, seit zwei Jahren Präsident des JGV, betonte, dass der JGV für viele junge Menschen ein wichtiger Sozialisations- und Integrationsfaktor ist. Denn auch wenn junge Leute sich zunächst austoben wollen und dies im JGV möglich ist, lernen sie in der Gemeinschaft des traditionsbewussten katholischen Vereins auch, immer mehr Aufgaben und damit auch Verantwortung zu übernehmen. Er versprach, dass der JGV sich auch weiterhin bemühen wird, die beiden wichtigsten Dorffeste, das Junggesellenfest und die Kirmes, attraktiv zu gestalten. Denn, so Freund, es sei einfach schön zu sehen, dass man in Dedenbach die Probleme der Welt ein paar Tage vergessen und gemeinsam feiern könne. „Das soll noch lange so bleiben“, versprach er unter dem Beifall der vielen Besucher in der Eifelgoldhalle. Michael Freund gratulierte dem Verein zum 100-jährigen Bestehen und warf einen Blick in die Vergangenheit. Nach einer Phase der Inaktivität ging es 1971 wieder richtig los. Herbert Michels war der Mann, der wieder Schwung in das Vereinsleben brachte und Ansporn für die Organisation der Dorffeste war. „Wenn einer vorangeht, kann Großes entstehen“ gab Freund den Anwesenden mit und dankte den jetzt 20 Aktiven für ihren Einsatz. Er erinnerte an seinen Vorgänger im Amt, den verstorbenen Joachim Schneider, und bat die Besucher, zur Messe am Montag, in der seiner gedacht werden solle, zahlreich zu erscheinen. Johannes Bell, der Verbandsbürgermeister, fühlte sich an eigene Ursprünge im heimatlichen Junggesellenverein erinnert und hob hervor, wie wichtig die Dedenbacher Junggesellen mittlerweile für den Erhalt traditionellen christlichen Brauchtums wie das Kirmesfest im Brohltal geworden seien. Dafür dankte er den Vereinsmitgliedern und wünschte noch viel Spaß beim Feiern. Den hatten die Dedenbacher auch. Am Montag ging es mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Eifelgoldhalle los, danach wurde auf dem Kirmesplatz und in der Halle munter weiter gefeiert. Mit 50 Litern Bier ging der Sieger des Schießwettbewerbs „Bullenauge“ nach Hause, statt Schneewalzer gab es den traditionellen Kusswalzer. Und „Oben Ohne“ lieferte die passende Live-Musik dazu.

Nach dem Fahnenschwenken gab das Maikönigspaar eine Tanzeinlage zum Besten.

Nach dem Fahnenschwenken gab das Maikönigspaar eine Tanzeinlage zum Besten.

Ganz viel Spaß hatten die kleinen Kirmesbesucher auf dem AquaZorbig.

Ganz viel Spaß hatten die kleinen Kirmesbesucher auf dem AquaZorbig.

Die JGVler machten auf dem Zugweg durchs Dorf mehrmals Station.Fotos: BE

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  • Nadja : Ganz einfach, sowas muss garnicht beschrieben werden wenn diese Daten vorliegen. Da kein Fremdverschulden vorliegt sollte man so sensible sein und hinterfragen ob es vielleicht Suizid war wegen genau so was ! Passiert leider garnicht so selten.
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