Allgemeine Berichte | 21.03.2019, 12:25 Uhr

Saatgutaktion der Kreissparkasse Ahrweiler: Samen für einen Quadratmeter liegen dieser Ausgabe bei

Vier aus 51: Welche Pflanzen bald in jedem Garten im Kreis wachsen könnten

Vier aus 51: Welche Pflanzen bald in jedem Garten im Kreis wachsen könnten
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Kreis Ahrweiler. Die Mischung macht´s! Deshalb enthält das Saatguttütchen, das dieser Zeitung beiliegt, nicht nur eine, sondern bis zu 51 Pflanzenarten. 60 Prozent davon sind Kulturpflanzen, 40 Wildarten. „Vielfalt ist Trumpf, das gilt besonders für unsere artenreichen Wiesen im Kreis“, so Dieter Zimmermann, Vorstandvorsitzender der Kreissparkasse Ahrweiler (KSK).

Die KSK verteilt in dieser Woche Saatgut an fast 65.000 Haushalte im ganzen Kreis und beteiligt sich damit am Projekt „Artenreiche Wiese - Lebensraum für Biene, Schmetterling & Co.“ Sie will so die Bürger animieren, auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon etwas zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen. Der Inhalt des Tütchens reicht für die Aussaat auf einer Fläche von etwa einem Quadratmeter. „Die Aktion der Kreissparkasse zeigt, dass Insektenschutz im Kleinen anfängt. Wirklich jeder kann mit wenig Aufwand dazu beitragen, den Insekten im Kreis Ahrweiler im wahrsten Sinne des Wortes mehr Raum zu geben“, so der Verwaltungsratsvorsitzende Landrat Dr. Jürgen Pföhler.Das Saatgut bringt nach dem Keimen ganz unterschiedliche Pflanzen hervor, aber eines haben sie alle gemeinsam: Für Insekten sind sie Festmahl und Nistmöglichkeit. Wir stellen vier (noch) nicht ganz so bekannte Arten vor, die hoffentlich bald in vielen Gärten im ganzen Kreis blühen:

Die Färberkamille, auch Färber-Hundskamille genannt, ist eine Wildstaude. Sie kann bis zu 60 Zentimeter hoch werden. Von Juni bis September zeigt sie goldgelbe, korbförmige Blüten. Der in den Blüten enthaltene Farbstoff wurde früher auch zum Färben von Wollen und Stoffen genutzt. Honigbienen und andere Insektenarten lieben Nektar und Pollen, die sie von den Blüten ernten. Die Pflanze ist genügsam, in der Regel muss sie weder gegossen noch gedüngt werden. Wer regelmäßig Verblühtes entfernt, kann sich über Monate an neuen Blüten freuen. Staunässe mag die Färberkamille nicht.

Der kleine Wiesenknopf, die Pimpinelle oder auch Bibernell kommt aus der Familie der Rosengewächse. Die Staude wird bis zu 60 Zentimeter hoch und 30 Zentimeter breit. Von Mai an bildet sie grünlich bis magentarote Blüten aus. Schmackhaft ist die Pflanze übrigens nicht nur für Insekten: Die Blätter eignen sich als Ersatz für Petersilie und zum Würzen von Salaten oder Mayonnaise. Sie sind außerdem eine wichtige Zutat in der Frankfurter Grünen Soße. Der kleine Wiesenknopf enthält verschiedene Wirkstoffe, die ihn zur beliebten Heilpflanze machen. Sanguisorbin zum Beispiel fördert die Blutgerinnung. Die Pflanze sollte besonders in der Wachstumszeit regelmäßig gegossen, Blütenstände abgeschnitten werden.

Der Wiesen-Salbei blüht von April bis August. Er wächst in Stauden, die bis zu 60 Zentimetern hoch werden können. Die aromatisch riechende Pflanze bringt blau-violette Blüten hervor. Der Salbei mag es sonnig und fühlt sich auch an Wegrändern und Böschungen wohl. Für Hummeln ist er unwiderstehlich. Auch der Wiesen-Salbei ist als Heilpflanze bekannt, die in seinen Blättern enthaltenen Wirkstoffe sollen zum Beispiel bei Erkältung oder Insektenstichen lindernd wirken. Die Blätter sollte man während der Blütezeit sammeln und trocknen.

Die Wilde Malve braucht Platz: Sie kann über einen Meter groß werden. Sie gedeiht an sonnigen bis halbschattigen Standorten am besten. Mit spindelförmigen Pfahlwurzeln hält sie sich tief in der Erde fest. In rosa-weiß, violett oder verschiedenen Rottönen zieren sie von Mai bis September die Sommerbeete.

Die Blüten unterscheiden sich von anderen Malvenarten durch die dunklen Äderungen in der Mitte. Die sogenannten Schleimstoffe, die in Blättern und Blüten enthalten sind, sollen gegen trockenen Husten und Halsschmerzen helfen. Sie legen sich wie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute. Malven zählen zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. Die meisten enthaltenen Pflanzen sind übrigens mehrjährig. Es kann durchaus etwas dauern, bis sie das erste Mal blühen, davon sollten sich Gartenfreunde nicht entmutigen lassen. Wie gut die Pflanzen jeweils wachsen, hängt auch vom Standort ab. Was aus dem Saatgut letztlich entsteht, dürfte also von Garten zu Garten unterschiedlich sein. Doch am Ende zählt nur eins: Vielfalt ist Trumpf.

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