Allgemeine Berichte | 08.12.2015

20. Barbaramarsch erinnert an Bergbautradition der Kurstadt

Viertklässler fahren zur Frühschicht ein

2000 Jahre lokale Bergbaugeschichte auf einem Bild – spielerisch erfahren die Viertklässler Wissenswertes über die Historie. WW - Willi Willig

Fachbach/Bad Ems. 5 Uhr früh am vergangenen Freitag. Ganz Fachbach schläft. Ganz Fachbach? Rund 60 Wanderer, darunter 14 Grundschüler der vierten Klasse der Grundschule Fachbach machen sich quasi mitten in der Nacht zu Fuß auf den Weg vom Buswendeplatz an der Nieverner Brücke nach Bad Ems. Die Wanderer sind zusammen mit Frank Girmann von der Arbeitsgemeinschaft Bahnen und Bergbau (AGBB) unterwegs, um am Festtag der heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute, an die weit mehr als zweitausend Jahre währende Tradition des Emser Bergbaus zu erinnern. Die Idee hinter dem Barbaramarsch: der Fußweg, der „Kumpel“ aus der Region zur Frühschicht in den Emser Erzbergwerken wird nachempfunden. Allerdings wartet auf die Wanderer heutzutage ein herzhaftes Frühstück im Gasthaus „Kreuzmühle“ im Bad Emser Stadtteil „Hütte“ anstelle der zwölfstündigen Schicht in oder an der Grube.

Besonderes Heimatkundeprojekt

Als Fachbach zum Startpunkt des Barbaramarsches erklärt wurde, reifte schnell der Plan mit den neun- und zehnjährigen ein besonderes Heimatkundeprojekt mit Elternunterstützung anzubieten.

Im Unterricht wurden die bergbauhistorischen Grundlagen gelegt, bevor die Grundschüler zur ungewohnt frühen Zeit in das „Liveerlebnis“ starteten. Frank Girmann begrüßte die jungen Barbaramarschierer dann auch besonders herzlich und nannte stellvertretend die Namen von drei Fachbachern, die früher in den Grubenbetrieben beschäftigt waren, also den gleichen Weg wohl täglich absolvierten: Grubenelektriker Georg Reichert; Hans Krekel, in der Aufbereitung tätig und Verwaltungsangestellter Werner Müller.

Mit Taschenlampen, Stirnlampen und in manchen Fällen auch originalgetreuen Karbidlampen ausgestattet, setzt sich die Truppe trotz kurzer Nacht fröhlich in Bewegung und bereits rund 40 Minuten später war das Ziel „Kreuzmühle“ erreicht, wo Wirt Josef Sauer auch auf die ungewöhnlich jungen Mitmarschierer bestens eingestellt war - Kannen mit dampfenden Kakao waren extra für die „Minikumpel“ vorbereitet. Bei Rührei und Wurstbrötchen stärkten sich die Barbarmarschierer, das Bergmannslied „Glück auf, der Steiger kommt“ erklang speziell für Adi Dommermuth aus Fachbach, der seit einigen Jahren mit dem Barbaramarsch seinen Geburtstag beginnt - in diesem Jahr den runden 70. Während für die Hauptgruppe mit dem Frühstück das Ende der Veranstaltung erreicht war, ging es für die Viertklässler ins exklusiv geöffnete Bergbaumuseum auf der Emser Hütte.

Nach einem kostümierten Streifzug durch zweitausend Jahre Bergbaugeschichte zeigten sich die Grundschüler begeistert von der umfangreichen Sammlung des Vereins, aber auch von der eigenen Sprache der Bergleute. So erfuhren die Viertklässler, dass der Bergmann niemals geht, sondern „fährt“, weshalb auch die Leiter in der Grube „Fahrt“ heißt, oder das die Luft zum Atmen in der Grube „Wetter“ genannt wird und Ähnliches. Höhepunkte waren neben der echten Bergmannstoilette, der „Atzel“ vor allem die „Emser Tönnchen“ (ein weltbekanntes Mineral, das es nur in den Emser Gruben gab), das rollende Material des Gruben- und Feldbahnbestandes der AGBB aber auch ganz einfach beeindruckend schwere Erzbrocken oder Pressluftbohrhämmer, die wenigstens einen Eindruck der harten körperlichen Arbeit vermitteln.

Zum Abschluss entdeckten die Viertklässler sogar noch im Lokschuppen des Museums, dass der Nikolaus schon mal eine kleine Aufmerksamkeit für die fleißigen Frühschichtler dagelassen hatte. Willi Willig

Tolle Stimmung bei der „Frühschicht“ im Bergbaumuseum – die vierte Klasse der Grundschule Fachbach.

Tolle Stimmung bei der „Frühschicht“ im Bergbaumuseum – die vierte Klasse der Grundschule Fachbach.

2000 Jahre lokale Bergbaugeschichte auf einem Bild – spielerisch erfahren die Viertklässler Wissenswertes über die Historie. Fotos: WW - Willi Willig

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Rund um´s Haus
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Kleinanzeigen
Schulze Klima -Image
fit für`s Alter?
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2299

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
135

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2025
Kreishandwerkerschaft
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Rund ums Haus
First Friday Anzeige März
Rund ums Haus
SB Standesamt
Stellenanzeige
Angebotsanzeige (April)
Unterstützeranzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Kita