Der T&G Unkel und der Bürgerverein von Scheuren stellten neun neue Hinweisschilder vor
Vom „Eselswäch“ und dem „Ühleknützje“
In rheinischem Dialekt weisen sie den Weg zum Dom von Schüre, nach Brochhuse oder zum Schröterkrütz
Unkel. Neun neue, grüne Hinweisschilder weisen in Scheuren Ortsunkündigen nicht nur dem Weg zum Dom, wie die kleine Kapelle am Dorfplatz liebevoll genannt wird, sondern zeigen auch an, wie Wanderer oder Spaziergänger zur Unkeler Altstadt, nach Bruchhausen und Rheinbreitbach kommen. Der Sankt Joseph Bürgerverein Scheuren und der Verein Touristik & Gewerbe Unkel (T&G) haben die alte Wegbeschilderung, die sichtlich in die Jahre gekommen war, in dem östlichen Stadtteil erneuert.
Aufgestellt worden waren sie schon während des traditionellen Frühjahrs-Dorfputzes am Samstag nach Ostern unter Anleitung von Michael „Lalla“ Braun, vorgestellt wurde die Gemeinschaftsaktion am vorigen Wochenende von der T&G-Vorsitzenden Ulrike Kessel und ihrem Bürgervereinskollegen Uli Koch an der kleinen Brücke im Süden von Scheuren.
Heimat authentisch vorgestellt
„So wie alle wollten wir es natürlich nicht machen. Deshalb haben wir für die Aufschrift unseren Dialekt miteinbezogen und so die Hinweise rheinisch gefärbt auf die Schilder gebracht“, erklärte T&G-Pressesprecherin Katja Lorenzini.
Ganz unwidersprochen sei dies zunächst in den Vereinen nicht hingenommen worden, dann aber habe sich das Argument doch durchgesetzt, den Einheimischen in ihrer Sprache zu begegnen.
„Außerdem stellen wir den Besuchern unsere Heimat auf diese Weise authentisch vor und falls sie mit den Insider-Hinweisen nichts anfangen können, habe sie immer noch die Möglichkeit, bei den Scheurener nachzufragen.
Und das wir wollen wir ja auch, eben mit den Gästen ins Gespräch kommen“, erklärte Ulrike Kessel, bevor sie mit Uli Koch unter das Hinweisschild - „Schröterkrütz“ und „Dom“ - dessen Mitte das Ortswappen mit Dom und Weinrebe ziert, ein weiteres kleineres Schild anschraubt. Das gibt in weißer Schrift auf grünem Grund Auskunft darüber, wer die Beschilderungen finanziert und wer die kreative Gestaltung übernommen hat. „Man muss sich einiges schon laut vorlesen, um zu verstehen, was gemeint ist“, gestand Uli Koch trotz seiner rheinischen Ader ein. Unkel und Breitbach dürften zwar keine Schwierigkeiten bereiten, Brochhuse und Schürfe eventuell aber schon, vom „Eselswäch“ und dem „Ühleknützje“ ganz zu schweigen. Dafür erfährt derjenige, der bei Ortskundigen nachfragt, dass die Pest- und Leprakranken aus der Stadt an das Flussufer im Norden von Unkel, eben zum „Sieches am Rhing“ gebracht worden waren. „Jetzt können wir nur noch hoffen, dass die Schilder dank ihrer robusten Ausführung möglichst lange halten und so vielen Besuchern den Weg nach Schüren und den anderen Örtlichkeiten weisen“, so Ulrike Kessel und Uli Koch. DL
