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Jubiläumsveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Seniorenbeirats

Vom Kropf zum Erfolgsmodell

Festakt mit Musik und prominenten Gästen füllte die Linzer Stadthalle

24.09.2019 - 10:48

Linz. Das 20-jährige Bestehen des Linzer Seniorenbeirats wurde im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung in der Linzer Stadthalle gebührend gefeiert. Als einer der ältesten Seniorenbeiräte Rheinland-Pfalz`, der zugleich einige der innovativsten Ansätze und Ideen bundesweit entwickelt hat, stellt der Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Linz von seinen Anfängen bis in die heutige Zeit eine Besonderheit dar. Entsprechend hochkarätig fiel das Programm der Festveranstaltung aus – und selbstverständlich auch die Gäste, unter denen sich Erwin Rüddel, MdB, und die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth befanden.

Nach einer musikalischen Eröffnung am Flügel durch den Besitzer der Musikschule Fuchs, Johannes Fuchs, mit stimmungsvollen Klavierstücken gab sich als erster Festredner Verbandsgemeindebürgermeister Hans-Günter Fischer die Ehre. In einer engagierten und humorvollen Rede umriss Hans-Günter Fischer, der zugleich auch – eine weitere Besonderheit des Seniorenbeirats der VG Linz – Vorsitzender des Seniorenbeirats ist, die Entstehungsgeschichte und Leistungen dieses Gremiums in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Entstanden ist es als Reaktion auf einen kritischen Brief des Linzer Bürgers Jochen Schulz, indem er u. a. den Verlust des sozialen Kitts der Gemeinde beklagte, die fehlende Zusammenarbeit der Parteien, den Niedergang der Kneipen- und Vereinskultur – kurzum, in dem er seinem Unmut und seiner Sorge Luft machte, dass auch diese Gemeinde immer kälter und einsamer wurde. „Mein Vorgänger rief dann den Seniorenbeirat als vielfältig einsetzbares Instrument gegen diese Entwicklung ins Leben,“ berichtete Hans-Günter Fischer, „Wie gut und kreativ die Ideen aus Linz sind, merkt man schon allein daran, dass viele der hier entstandenen Projekte auch von anderen Kommunen übernommen werden. Erst kürzlich beispielsweise hatten wir einen Anruf aus Berlin-Neukölln mit der Frage, wie denn unsere Erfahrungen mit der vermutlich bundesweit einmaligen Linzer „Kümmerin“ Waltraud Schmaus seien. Mit der „Kümmerin“ hat man in Linz eine Ansprechpartnerin für alle Belange und Probleme älterer Menschen geschaffen, die im direkten Kontakt unbürokratisch Hilfen und Lösungen organisiert. Offenbar denkt man dort darüber nach, diese Idee zu adaptieren.“

Der Höhepunkt des Festaktes war zweifelsohne die Festrede des Bundesministers a. D. Franz Müntefering. Mit fast 80 Jahren stellte Vorsitzende der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen) scheinbar mühelos sein Talent als Redner unter Beweis – und damit gleichzeitig, wie aktiv und präsent „die Senioren“ im Jahr 2019 noch sind. Mit viel Humor und Biss fesselte der 79-jährige sein Publikum mit Fragen wie: „Wann ist man eigentlich alt?“ oder dem BAGSO-Motto „Wie wollen wir leben – und was wollen wir dafür tun?“. Er betonte, wie ungemein wichtig es ist, auf die Kommunikation zwischen den Generationen zu achten, um miteinander im Kontakt zu bleiben: „Ich habe nicht Recht, weil ich fast 80 bin. Und ein 19-jähriger nicht Unrecht, nur weil er 60 Jahre jünger ist. Die Vernünftigen jeder Generation müssen miteinander reden. Sie müssen zusammenarbeiten und verhindern, dass die Bekloppten nicht gewinnen.“ Die deutlichen Worte des früheren Vizekanzlers beeindruckten viele Zuhörer, mit Verve und Nachdruck machte er noch einmal sein Anliegen deutlich: „Es geht hier nicht um „wir gegen die“ – wir möchten eine gerechte Verteilung der Anteile. Und wir haben auch eine Aufgabe: wir müssen für unsere Kinder und Enkel sorgen – damit das mit unserem Planeten hier gut weiter läuft.“ Doch der Bundesminister a. D. scheute sich auch nicht, klar zu sagen, wie schlecht es um viele Angehörige der älteren Generation bestellt ist. Wie schwierig es sein kann, als alter Mensch in einer Gesellschaft zu leben, in der der direkte Kontakt zwischen den Einzelnen immer mehr abnimmt. Wie still es um einen Menschen wird, nachdem die eigenen Kinder aus dem Haus sind und meist in einer anderen Stadt, der Ehepartner verstorben. Eindringlich schilderte er die Einsamkeit: „Die implodieren, diese Menschen. Sie haben niemanden zum Reden.“ Umso deutlicher wurde den Zuhörern die Notwendigkeit einer Institution wie dem Seniorenbeirat – um diesen Menschen eine Stimme zu geben, eine Anlaufstelle und Interessenvertretung.

Nach seiner beeindruckenden Rede fand der BAGSO-Vorsitzende sogar noch die Zeit, sich dem darauf folgenden Podiumsgespräch anzuschließen. Gemeinsam mit Verbandsgemeindebürgermeister Hans-Günter Fischer, der VG-„Kümmerin“ Waltraud Schmaus und Helmut Muthers vom Bundesverband der Initiative 50plus wurden unter dem Titel „Demografischer Wandel – wir tun was!“ verschiedenste Aspekte des Lebens von und mit älteren Menschen in lockerer Runde erörtert und es entspann sich eine lebhafte Unterhaltung.

Mit einer weiteren musikalischen Einlage von Johannes Fuchs und einem gemeinsamen Imbiss schloss die Veranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Linzer Seniorenbeirats. Viele der Anwesenden Gäste blieben nach den inspirierenden Rede im angeregten Gespräch noch eine ganze Weile beisammen sitzen, bevor sich die Gesellschaft langsam auflöste.

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Kommentare
Stulle:
Da wohnt dich weit und breit keiner Ich respektiere die Arbeit der Polizei aber bei den locker mehr wie 300 Leuten die da waren gab es 20 die Radau machen. Und seien wir mal ehrlich gibt es keine wichtigeren Aufgaben für die Polizei? Vor Ort lief alles ganz gesittet und entspannt ab
Ihr Name 2:
Welche Ruhestörungsmeldungen hätten die Anwohner da bitte mitbekommen sollen... Der Platz wurde extra gewählt, da er MITTEN im Industriegebiet von Mülheim Kärlich liegt und dort niemand gestört wird. Ausserdem wird hier wieder viel zu viel Hetzerei gegen die vermeintliche, ach so asoziale Tuninggemeinde betrieben. Die vorherigen Treffen, die jedes Wochenende statt gefunden haben und bei denen ebenso Polizeiliche Streifen anwesend waren (jedoch wurde nichts gesagt weil alles i.O. und im Rahmen war), werden hier total ausser Acht gelassen. Ich bitte um eine objektivere Haltung gegenüber solcher Fälle. Das einzige was die Leute dort leider wirklich nicht hinbekommen, ist die Müllentsorgung und das ist wirklich schade....
Ihr Name:
Pfff absolut dumm.... Und wie hier wieder über die Leute abgelästert wird. Ihr habt se doch echt nicht mehr ale
Wally Karl:
Ich begrüße Nachhaltigkeit an Schulen besonders dann, wenn sie sich mit der dauerhaften Konservierung von erlerntem Wissen beschäftigt. Bei den Berufseinsteigern der letzten Jahre war dies nicht mal mehr Durchschnitt. Eine Bildungspolitik die ständig für die Ausbildung in Handwerk und kaufm. Berufen wirbt, kann nicht ein Übermaß an Unterrichtseinheiten für Recycling, Mulltrennung und Energieeinsparung vertrödeln.

Parkgebühr mit Geldkarte zahlen

Wally Karl:
Gott sei Dank ist dieser Wahnsinn vorbei, Kleinstbeträge per Karte zu bezahlen.
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