Allgemeine Berichte | 01.08.2018, 12:25 Uhr

Niederbachemer Lesetheater bei Monika Clever

Von Fischern, Fußballern und Feen

Das Niederbachemer Lesetheater in Monika Clevers Bildergarten. Gemeinde Wachtberg/mm
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Wachtberg-Niederbachem. Von meckernden, fordernden Ehefrauen handelten die zwei Geschichten, die Monika Clever ausgewählt hatte. Gleiches Thema, dabei doch so verblüffend unterschiedlich, dass beste Unterhaltung garantiert war. Im Rahmen der diesjährigen Wachtberger Kulturwochen hatte die Niederbachemer Künstlerin erneut zu einem Mitmach-Lesetheater in ihren Garten eingeladen. Die Texte gab sie vor, gelesen wurde aber von den - vorwiegend weiblichen - Gästen. Drei Herren hatten sich auch zu dieser illustren Leserunde eingefunden, ihre Stimmen waren besonders bei der Vergabe der männlichen Leserollen sehr gefragt.

Vom Fischer und seiner Frau

Den Anfang machte das Grimm'sche Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“. Wer kennt es nicht?! Wie der Fischer immer weiter getrieben wird, um seiner Frau immer größere Wünsche zu erfüllen. Wie er das Glück jedes Mal aufs Neue herausfordert, nur um seine Frau endlich zufriedenzustellen. Wie’s endet, ist bekannt… der Fischer und seine Frau landen zu guter Letzt wieder in ihrer anfänglichen kargen Behausung.

Erich Hückniesel und die Fußballfee

Ans Märchen schloss sich eine Geschichte von Stefan Heym an, in der dieser das Thema vom Fischer und seiner Frau in einer modernen Variante aufgreift. In „Erich Hückniesel und die Fußballfee“ spielt auch einem Mann, besagtem Erich Hückniesel, das Glück in die Hände. Als Fußballersatzspieler ewig auf der Reservebank sitzend und wegen seines krummen Rückens ständig gehänselt wünscht dieser sich nichts sehnlicher, als endlich einmal auf dem Spielfeld punkten zu können. Einmal die Zuschauer rufen hören: „Hückniesel vor!“. Dank einer Fee, die ihm in Gestalt der Frau vom örtlichen Kiosk erscheint, geschieht das Unglaubliche. Er bekommt einen goldenen Fuß. Bedingung: „Deine Frau darf davon nichts wissen und du darfst kein Geld für deine Erfolge nehmen!“ Bei einem eh verloren scheinenden Spiel kommt Hückniesel endlich zum Einsatz. Fortan folgt durch ihn ein Tor aufs andere, ein durch ihn gewonnenes Spiel aufs nächste, er wird zum Shooting-Star. Großzügige Entlohnungen lehnt er stets ab, aber schließlich kann er dem Drängen seiner Ehefrau nach einem finanziell besseren Leben nicht länger ausweichen und knickt ein. Das Spielerglück endet auf dem - nun nicht mehr goldenen - Fuße, und Hückniesel findet sich verlacht und gedemütigt wieder zurück auf der Bank seines Provinzvereins. Im Gegensatz zum Grimm‘schen Märchen aber hört Heyms Geschichte hier nicht auf. Angesichts Hückniesels persönlichen Unglücks, dem nicht am Geld, sondern vielmehr an der Anerkennung seiner Person gelegen war, ermöglicht die gute Fee ihm ein letztes erfolgreiches Fußballspiel und nochmals rufen die Leute: „Hückniesel vor!“ Dieser jedoch hebt auf gar wundersame Weise mitsamt der „Fee“ vom Fußballfeld ab und entschwindet in den Wolken mit einer Fee, die so aussieht wie Frau Wosniakowski vom Kiosk.

An allem ist die Katze schuld

Nach diesen beiden Lektüren war die Leselust der Teilnehmer aber ungebrochen. Die Abendsonne schien warm durchs Blätterwerk in den Garten, die Gästeschar blieb gemütlich beisammen sitzen, da zauberte Clever noch eine kleine Zugabe aus dem Ärmel. Und so kam zum Abschluss ein groteskes Schauerdrama um eine von einer Katze ausgelöste Tragödie an einem Königshof zu Gehör. Dieser Text erwies sich als überaus amüsant - trotz oder vielleicht auch gerade wegen seiner kargen Sprache.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Das Niederbachemer Lesetheater in Monika Clevers Bildergarten. Foto: Gemeinde Wachtberg/mm

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