Hilda-Gymnasium feiert den Tag der Menschenrechte
Von Freiheit und Würde
Koblenz. Seit dem Frühjahr 2023 haben sich die Schülerinnen und Schüler des Hilda-Gymnasiums mit einer essenziellen Frage beschäftigt: Wie definiert man Menschenrechte? Was bedeutet es, Würde zu haben, und was bedeutet es wirklich, frei zu sein? Diese und weitere Fragen rund um das Thema Menschenrechte standen im Mittelpunkt ihrer Bemühungen.
Nun war das schuleigene Foyer der Treffpunkt für die Schülergemeinschaft des Hilda-Gymnasiums, um die feierliche Eröffnung der Ausstellung zum Tag der Menschenrechte zu zelebrieren. Linus Helde (MSS12) bot eine musikalische Einführung, bevor der Schulleiter Herr Schulte-Melchior gemeinsam mit der Schülervertretung die Ausstellung eröffnete.
Die Schüler aus allen Jahrgangsstufen hatten seit dem Frühjahr in kreativen Projekten und individuellen Präsentationen vielfältige Wege zum Thema gefunden. Von Plakaten über Skulpturen, Podcasts bis hin zu Kurzfilmen, nichts wurde ausgelassen. Die Themen variierten von Kinderarbeit in Entwicklungsländern über Sklaverei und Fast Fashion mit besonderem Blick auf die Arbeitsbedingungen der Arbeiter, bis hin zu Gleichberechtigung in Gesellschaft und Beruf, der Fußball-Weltmeisterschaft in Qatar, kulturelle Aneignung und dem Leben im Rollstuhl.
Der Tag der Menschenrechte, ins Leben gerufen und organisiert von der Schülervertretung, diente dazu, eine Vielzahl von Menschenrechtskrisen weltweit zu thematisieren und ins Bewusstsein zu rücken. Den Schülern wurde schnell klar, dass die Anerkennung und Wahrnehmung von Menschenrechten weltweit sehr unterschiedlich ausfällt - von großen internationalen, religiösen oder traditionellen Unterschieden bis hin zur sehr spezifischen Frage, wie man in Koblenz im Rollstuhl den Weg zur barrierefreien Einrichtung über den zu hohen Bordstein meistert.
Dimitrina Dimova, die Sprecherin der Oberstufe, kommentierte den Erfolg der Ausstellung mit folgenden Worten: „Die Ausstellung zeigt uns deutlich, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen nicht überall gleichermaßen unumstritten ist, geschweige denn die Gleichberechtigung sexueller Identitäten. Und auch, wenn uns das Internet scheinbar jederzeit Einblick in die Weltpolitik ermöglicht und uns die Verletzungen von Menschenrechten in Schlagzeilen serviert, muss man genau hinsehen: Wenn etwa die Kenntnis von Arbeitsbedingungen unter Kinderarbeitern in der Textilindustrie oder die Ansprüche von Ländern der sogenannten Dritten Welt gegenüber den Folgen des Klimawandels den Interessen hierzulande widersprechen, werden sie gerne übersehen. Aus diesem Grund haben wir [die Schülervertretung des Hilda-Gymnasiums] diese Ausstellung vorangetrieben. Dadurch erkennt man als europäischer Bürger das eigene Privileg. Wir verfügen nämlich über ein Recht zur Freiheit, unsere Würde und unser Anspruch auf Gleichberechtigung sind vom Grundgesetz geschützt. Dieses Privileg sollten wir dazu nutzen, uns für andere Menschen ohne solche Privilegien einzusetzen und gleiche Rechte für alle zu fordern. Denn letztlich sind wir alle ausnahmslos Menschen. Überall, heute und in hundert Jahren.“ BA
