Allgemeine Berichte | 23.07.2019

Künstlerforum Remagen zeigt Ausstellung „Alles Dreck“

Von gefegten Denkmälern und erdigen Grund-Stücken

Werke von Nicola Goedecker und Gregor Bendel sind vom 4. bis 25. August in der Kirchstraße zu sehen

Gregor Bendel beim Fegen des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Porta Westfalica. Fotos: Künstlerforum Remagen e.V.

Remagen. Unter dem Titel „Alles Dreck“ geht am Sonntag, 4. August, im Künstlerforum Remagen eine Ausstellung mit Arbeiten der Künstler Nicola Goedecker und Gregor Bendel an den Start. Gemeinsamkeit beider ist ein performativer Ansatz, der bei Bendel zu Fege-Interventionen an öffentlichen Denkmälern, bei Goedecker zu Erdaushüben an weniger bekannten Orten führt. Einen Einblick in den Zwischenstand dieser noch laufenden Aktionen und die daraus entstandenen Kunstprodukte gewährt diese Schau, zu deren Eröffnung und Ende musikalisch-künstlerische Performances stattfinden.

Unter dem Arbeitstitel „DENK`. MALE. FEGEn“ oder auch englisch „Broomed Memorial Sites“ hat Gregor Bendel zahlreiche öffentliche Denkmale, Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Mahnmale Deutschlands aufgesucht und dort sogenannte „Fege-Interventionen“ mit Besen und Kamera vorgenommen. Auf diese Weise kamen Video- und Fotodokumente, Selfies mit Besen und unterschiedlichste Fundstücke zusammen. Vor Ort aufgefundene Gegenstände wurden in „Sicherungsverwahrung“ genommen. Bodenfunde und -proben in Form loser Pflastersteine, Kehricht, Zigarettenkippen, Logos oder Prospektmaterial ergänzten das Sammelsurium. Dabei wurde die Liste gefegter Denkmale immer länger. Angefangen beim Brandenburger Tor über das Deutsche Eck bis hin zur Regensburger Walhalla reicht Bendels Aktionsradius bisher, und der performative Prozess läuft nach Aussage des Künstlers noch weiter. In der Ausstellung lassen sich Fundstücke und Dokumentationen seiner Interventionen bewundern.

Nicola Goedecker hat ihren künstlerischen Blick überwiegend auf den Boden der Tatsachen bzw. ein Stück darunter gerichtet. Denn ihr Material ist Erde. Unter dem Projekt-Titel „ERD’ARBEIT’n – Earth Works“ nahm sie Erdaushübe und Sammlungen an verschiedenen Orten der näheren und weiteren Umgebung vor. Ihr Einzugsgebiet reicht dabei weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Goedeckers Grabungsorte sind aber nicht zwingend von öffentlicher Bekanntheit; oft erscheinen sie geradezu banal. Ausgangssituationen können ein Grünstreifen an der Autobahnraststätte, ein Maulwurfshügel, die Ministergärten oder ein Zwiebelfeld sein. Durch Verortung und Weiterbearbeitung setzt sie ihre erdigen Mitbringsel in einen künstlerischen Kontext. So kreiert die Künstlerin bildhafte, sogenannte „Grund-Stücke“ aus Erdfunden, versieht zum Beispiel weggeworfene Bücher mit „Beerdungen“ oder bearbeitet eingesammelte Stühle mit Abdrücken aus Erde.

Die Künstler

Nicola Goedecker, geboren 1965 in Mainz: Aufenthalte in Wien und New York, Assistenztätigkeit für Kunstkollegen in Museen, Arbeit mit Fundstücken, Installationen im öffentlichen Raum, Ausstellungen mit Bildern und Objekten aus Erde. Rauminszenierungen, Sammlungstätigkeit. Goedecker lebt und arbeitet in Rheinhessen.

Gregor Bendel, geboren 1957 in Gimmigen bei Bonn: Kunstglaserei, freie Malerei und Multi Media Art, Glasbläserei, Zeichnung, Spiegel und Glas in Architektur, Audio- und Video-Arbeiten, Ausstellungen und Aufführungen, freie Akademien und offene Kunsträume. Bendel lebt und arbeitet im Ahrtal Die Ausstellung „Alles Dreck“ mit Arbeiten von Nicola Goedecker und Gregor Bendel im Künstlerforum Remagen startet am Sonntag, 4. August,9 um 15 Uhr. Die Künstler sind anwesend.

Begleitprogramm

Sonntag, 4. August, ab 15 Uhr: „Open End Performing Art Late House Music Opening“. Samstag, 24. August, ab 19 Uhr: „Music of Changes for 3 Pianos“ mit Thomas Rohde, Rolf Habel und Gregor Bendel.

Die Ausstellung läuft bis einschließlich 25. August. Sie ist an den Wochenenden, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr, und nach Vereinbarung zu sehen.

Grund-Stücke von Nicola Goedecker.

Grund-Stücke von Nicola Goedecker.

Gregor Bendel beim Fegen des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Porta Westfalica. Fotos: Künstlerforum Remagen e.V.

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