Allgemeine Berichte | 24.03.2016

Geschichtliches der Stadt Lahnstein

Vor 50 Jahren: Missionskapelle musste der Straße weichen

Die Missionskapelle stand in der Bergstraße auf Höhe der Einmündung Holzgasse. Sammlung Stadtarchiv Lahnstein

Lahnstein. Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Frömmigkeit der Gläubigen ihren Höhepunkt. Die Geistlichen hielten Muttergottes- und Fastenandachten, förderten die Bildung von Bruderschaften und führten zahlreiche Wallfahrten durch. In den 1870er Jahren wurden ab dem Friedhof Niederlahnstein links und rechts des Weges zum Allerheiligenberg 15 Rosenkranzstationen und -kapellchen mit Bildnissen aus der Marienverehrung geschaffen. Höhepunkt und Abschluss bildete die 1901 eingeweihte Wallfahrtskapelle auf dem Allerheiligenberg. Um 1880 wurde in der Bergstraße, am oberen Ende der Holzgasse, eine Heiligenkapelle errichtet, die die Kette der Rosenkranzstationen ergänzen sollte. Sie wurde von Daniel und Agnes Douqué gestiftet. Die Kapelle enthielt eine Kreuzigungsgruppe. Über dem Eingang stand der Spruch „Rette deine Seele“, weshalb sie auch „Missionskapelle“ genannt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden in dieser Kapelle auch die Namen der gefallenen Niederlahnsteiner auf zwei Gedenktafeln angebracht. Bei den Fronleichnamsprozessionen wurde sie festlich geschmückt und als Altar genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Missionskapelle, wie viele andere Andachtsstationen auch, beispielsweise die Ölbergkapelle in Oberlahnstein, als Verkehrshindernis angesehen. In der Vorweihnachtswoche 1965 beschloss der Niederlahnsteiner Stadtrat den Abriss, der am 18. April 1966 ausgeführt wurde. Die Skulpturen kamen in die Sakristei der Barbarakirche, die Gedenktafeln in die Kirche auf dem Allerheiligenberg. An Stelle der Missionskapelle steht seither eine Sitzbank.

Pressemitteilung Stadt Lahnstein

Vor 50 Jahren: Missionskapelle musste der Straße weichen

Die Missionskapelle stand in der Bergstraße auf Höhe der Einmündung Holzgasse. Fotos: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein

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