Wie schon seit Jahren hatte der Heimatverein Rheinbreitbach zur Krippenfeier geladen
Vor der Stärkung wurden im Hof Weihnachtslieder gesungen
Rheinbreitbach. Wie schon seit gut zehn Jahren hatte der Rheinbreitbacher Heimatverein alle Heimatfreunde am dritten Adventssonntag zu seiner traditionellen Krippenfeier in den Hof der weihnachtlich geschmückten Museumsanlage an der Hauptstraße 29 in Rheinbreitbach eingeladen. Während in der Pfarrkirche Sankt Maria Magdalena Hirten ihre Schafe am Stall von Bethlehem weiden lassen, ohne dass die heilige Familie dort bereits angekommen ist, hat der Heimatverein Rheinbreitbach die alte frühere Krippe mit allen Figuren aus der Rheinbreitbacher Pfarrkirche inklusive der heiligen drei Könige im ehemalige Stall aufgebaut. Die heutige Stellmacherei des Museums bietet mit seinem hölzernen Gebälk und dem mit Stroh belegten Boden für die Krippe einen besonders stimmungsvollen Rahmen.
„Während einem sein Schwert abhandengekommen war, einem andren eine Hand fehlte, war einer der König sogar zu einem einarmigen Banditen geworden. Die fehlenden Extremität der Gipsfigur haben wir die letzten Jahre mit einem roten Samtumhang kaschiert, bis wir uns dieses Jahr zu einer umfänglichen Restaurierung entschlossen haben“, erklärte der Vorsitzende des Vereins, Dankward Heinrich. Sein Vorgänger, Bernd Hamacher hatte die Figuren, die nach dem Anbau an die kleine Pfarrkirche Mitte der 60-er Jahre in der Versenkung verschwunden waren, wieder aus ihrem Schattendasein befreit und für den Verein erworben.
„Seit einigen Jahren singen wir hier auch gemeinsame Weihnachtslieder, was früher vor allem am Heiligen Abend in vielen Familien gang und gäbe war, während heute wohl eher CDs abgespielt werden“, so der Vorsitzende. Das viele aber diese Tradition vermissen würden, belege die stetig ansteigende Besucherzahl bei der Krippenfeier. Und so reichten auch am Sonntag die gut 30 Liedblätter bei weitem nicht aus, dass von ihn nicht einmal paarweise die Texte abgelesen werden konnten. Und beim „Ich steh an deiner Krippe hier“, mussten sich die Gäste auch nacheinander grüppchenweise in den Stall begeben, um überhaupt eine Blick auf die Idylle unter dem Stern von Bethlehem werfen zu können.
„Die Temperaturen lassen uns ja nicht gerade auf eine weiße Weihnacht hoffen, aber vielleicht können wir den Wettergott ja doch noch umstimmen“, erklärte Dankward Heinrich, indem er das Lied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ anstimmte, bevor die Sänger dann die Glocken besangen, die süßer „nie klingen als zu der Weihnachtszeit.“ Mit dem bekannten Weihnachtslied „Mach hoch die Tür, die Tor mach weit“, gab der Heimatverein dann den Startschuss, in das Museum zu ziehen, dessen Erdgeschoss schon von aromatischem Glühweinduft durchzogen wurde, so dass der Adventsnachmittag bei leckeren Plätzchen und Schmalzbroten in geselliger Runde gemütlich ausklingen konnte, in der manche nostalgischen Erinnerungen an längst vergangene Weihnachtserlebnisse geweckt wurden. DL
Sogar die heiligen drei Könige waren lange vor Epiphanias am Stall von Bethlehem angekommen.
