Premiere von „Plätzchen, Punsch und Pulverschnee“
Vorfreude und Besinnlichkeit
„2friendly“ schrieben wieder ein authentisches, gut recherchiertes Stück
Bendorf-Sayn. Immer, wenn das Museumstheater „Plätzchen, Punsch und Pulverschnee“ startet, hält der Geist der Weihnacht Einzug auf Schloss Sayn. Auch in diesem Jahr sind die „Gnädige Frau“ (Stephanie Geifes), das Mariechen (Heike Kamp) und der Oberpförtner Müller (Alois Müller) wieder ganz im Weihnachtsfieber. Denn Engelshaar und Rauschgold locken zum großen „Eisfest“ an den zugefrorenen Schlossweiher, der herrlich illuminiert ist.
Die Bourlaufsche Kapelle spielt und man kann Schlittschuhfahren oder sich an den kleinen Buden im Park versorgen. Ob da alle Wünsche für ein frohes, gemeinsames Fest in Erfüllung gehen werden?
Die Gnädige Frau vermisst ihren Gatten, der auch in dieser achten Folge „nur“ am Fernsprecher das Geschehen beeinflusst. Obwohl da von großzügigen Geschenken die Rede ist, mag die weihnachtliche Vorfreude bei der Industriellengattin nicht so recht aufkommen. Das „2friendly“-Team hat es wieder einmal geschafft, ein stimmungsvolles, besinnlich-nachdenkliches Stück zu recherchieren und zu schreiben. Man spürt beim Zusehen, dass hier vielfach „gefeilt“ wurde, bis alle Details dem hohen Anspruch der Damen genügten.
Es macht den Charakter des Stückes aus, dass hier viel weihnachtliches Detailwissen und gut aufgearbeitete Heimathistorie Verwendung finden. Die unnachahmlichen Charaktere der drei Schauspieler tun ihr Übriges. Und eigentlich spielen sie sich ja selbst ein Stück weit, das macht sie authentisch.
Nicht nur, dass der Oberpförtner sich mal wieder den besten Cognac des gnädigen Herrn genehmigt, nun legt er auch noch dessen Frack an und in Gedanken dirigiert er ein großes Orchester. Das Mariechen freut sich auf den Abend mit ihrem „Jupp“, beide wollen gemeinsam zum Eisfest. Warum Lene am Telefon ihrem Verlobten etwas ausrichten lässt, versteht sie da noch nicht.
Weihnachtsbräuche und Bezeichnungen werden spielerisch erklärt, Gedichte und Texte präsentiert und weihnachtliche Musik gibt es natürlich auch. In der guten Stube prasselt das Kaminfeuer und es ist diesem Jahr wörtlich besonders „goldig“. Die Dekoration ist voluminös und üppig, die Dialoge reduzierter und nachdenklich. Besinnlichkeit in der Vorweihnachtszeit, innehalten – diese Werte stehen für diese Folge. Kleinigkeiten schätzen, gemeinsam zu verbringende Zeit als hohes Gut wertschätzen. Die Premierengäste lobten auch in diesem Jahr – gemeinsam mit Museumsleiterin Barbara Friedhofen und Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn – die Darbietung von „PPP“. -PS-
Mariechen Heike Kamp. Foto: Anwender