Mitgliederversammlung des Plaidter Geschichtsvereins
Vorstand wurde neu gewählt
Plaidt. Die letztjährige Versammlung fand unter den geltenden 2G-Regeln statt. Die Teilnahme war nur mit telefonischer Voranmeldung möglich. Nach der Begrüßung und einer Schweigeminute für die zuletzt verstorben Vereinsmitglieder ging es zügig durch das Programm.
Der Jahresbericht des Geschäftsführers Wolfgang Horch fiel im Corona-Jahr recht bescheiden aus. Anzumerken ist, dass die Lese des 2021er Weins Anfang September schwierig war, weil etliche Trauben vertrocknet oder von der Weinessigfliege befallen waren. Die Menge war aber gerade noch ausreichend. Die Ausgabe des 2020er Weins ist abgeschlossen. Als kleine Sensation kann man die Überlassung des alten Kirchturm-Hahns an den Plaidter Geschichtsverein bezeichnen. Der Hahn, der seit der Kirchenweihe im Jahr 1861 den Turm schmücke, diente amerikanischen und französischen Besatzungssoldaten und sogar manch einem einheimischen Jugendlichen als Zielscheibe. Davon zeugen einige Einschüsse. Der Blitzschlag am 1. Juni 1953, der die Pfarrkirche St. Willibrord erheblich zerstörte, schleuderte das Turmkreuz in den Hof des benachbarten Kindergartens. Danach fand der Wetterhahn seinen Platz im Pfarrgarten auf einem kleinen Anbau vor der alten Scheune. Scheune und andere Anbauten mussten um 1965 dem Pfarrsaal weichen. Als der Hahn bereits auf dem Weg zur Mülldeponie war, rettete ihn Rolf Krämer von einem Anhänger und bewahrte ihn seitdem bei sich auf. 2021 überließen er und seine Frau Hilde den alten Kirchturmhahn dem Plaidter Geschichtsverein, der wiederum den Kunstschmied Michael Ringel aus Plaidt mit der Säuberung und der Montage auf ein Gestell beauftragte. Jetzt findet er einen angemessenen Platz in der Pfarrkirche. Rechtzeitig zur Mitgliederversammlung erschien der 19. Band der Plaidter Blätter. Es war in diesem schwierigen Jahr wirklich nicht einfach, das Jahrbuch des Vereins in gleichbleibender Qualität herauszubringen.
Der Bericht der Kassiererin Edeltrud Breitbach zeigte, dass der Verein auch finanziell gut aufgestellt ist. Die Prüfung der Kasse durch Marlies Rörig-Sachse und Günther Kreten bestätigte deren exakte Führung.
Nachdem die Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr coronabedingt ausfallen musste, war erst jetzt eine Neuwahl des Vorstands möglich. Als Wahlleiter wurde Alfred Pickenhahn einstimmig von der Versammlung gewählt. Der bisherige Vorstand wurde ebenso einstimmig wiedergewählt, bis auf Kurt Lampa, der zum 1. November aus persönlichen Gründen zurückgetreten war. An seine Stelle tritt nun Wolfgang Pilon treten. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Frank Neupert 1. Vorsitzender, Maria Zaar-Görgens 2. Vorsitzende, Wolfgang Horch 1. Geschäftsführer, Ulrike Linden 2. Geschäftsführerin, Edeltrud Breitbach 1. Kassiererin, Bruni Frings 2. Kassiererin, Beisitzer: Harald Breitbach, Berni Cornet, Rainer Müller, Wolfgang Pilon und Erwin Unger. Als neue Kassenprüfer wurden Ludwig Schlüter und Willi Elz gewählt.
Frank Neupert gab zum Schluss der offiziellen Sitzung einen Ausblick auf die geplanten Veranstaltungen im kommenden Jahr. Am 25. März 2022 will Wolfgang Schmid im Willibrord-Saal der Plaidter Hummerich-Halle über „Wolfsattacken in der Eifel zu Beginn der preußischen Herrschaft“ referieren. Am 15. Mai ist eine Exkursion nach Koblenz geplant. Die Herbstexkursion soll am 18. September nach Schleiden-Gemünd zur „Ordensburg Vogelsang“ gehen. Der 25. November ist für die Jahresmitgliederversammlung vorgesehen. Positiv wurde die Idee von den Mitgliedern aufgenommen, eine Spende an Ahr zur Sicherung und/oder Wiederherstellung historisch wertvoller Gegenstände zu geben. 2022 will der Geschichtsverein mit der Errichtung eines Denkmals für die aus Plaidt stammenden Jüdinnen und Juden, die Opfer der Nazis wurden, weiterkommen.
Nach dem offiziellen Teil zeigte Wolfgang Horch im Rahmenprogramm eine Dokumentation des Plaidter Hochwassers vom 13./14. Juli 2021.
