Bürgerantrag der Parents for Future
Wachtberg soll bis 2035 klimaneutral werden
Initiative fordert von der Gemeinde mehr Anstrengungen zum Klimaschutz
Niederbachem. Auch den Kommunen kommt bei der Bekämpfung des Klimawandels eine wichtige Rolle zu. Diese Auffassung vertreten die Wachtberger Parents for Future, die jetzt einen Bürgerantrag bei der Bürgermeisterin eingereicht haben. Danach würde in den Kommunen ein bedeutender Teil klimarelevanter Emissionen erzeugt, wie beim Wohnen, beim Gewerbe und im Verkehrssektor.
Hier kann die Gemeinde Wachtberg mit ihren vielfältigen Funktionen als Vorbild, Planungsträgerin, Eigentümerin zahlreicher Liegenschaften und Inhaberin der Steuerungskompetenz, sowie als öffentliche Auftraggeberin weitreichende privatrechtliche und öffentlich-rechtliche Handlungsmöglichkeiten entfalten. „Der von Menschen gemachte Klimawandel ist nicht länger eine rechnerische, devot hinnehmbare Größe, sondern erkennbar seit Jahren globale Realität geworden“, beschreiben die Parents die ernste Situation.
Einschneidende Veränderungen
Die Folgen des Klimawandels würden auch für Wachtberg und die gesamte Region zu einschneidenden Veränderungen und schwer abschätzbaren Gefährdungspotenzialen führen. Die Parents verweisen auf die Vorboten, wie die Extremhochwasser der letzten Jahre mit erheblichen infrastrukturellen Schäden und auch enormen Schäden bei der betroffenen Wachtberger Bevölkerung.
Die Beschleunigung des Klimawandels sei auch für eine von der Landwirtschaft und vom Obstanbau geprägten Region ein erhebliches Risiko. Extreme Wetterereignisse und Klimaveränderungen wirkten sich, wie in Wachtberg hautnah erlebt, unmittelbar auf die Lebensgrundlagen aus. Darum gelte es, ökologische, soziale und ökonomische Belange klug miteinander zu verzahnen, um mit heutigen politischen Entscheidungen eine lebenswerte Zukunft für unsere nachfolgenden Generationen für morgen und übermorgen zu ermöglichen. Dieses verlange die Generationenverantwortung, begründen die Parents ihren Bürgerantrag.
Es soll ausdrücklich anerkannt werden, dass die Gemeinde Wachtberg in der Vergangenheit bereits einen richtungsweisenden Weg eingeschlagen und sich punktuell im Klimaschutz und Nachhaltigkeit bewegt hat. Allerdings seien ein Großteil der Maßnahmen nur Reaktionen auf eingetretene, klimatisch bedingte Katastrophen, das heißt, es seien nur Schäden in Folge des Klimawandels repariert, nicht Maßnahmen gegen den Klimawandel selbst initiiert worden, mahnen die Parents an.
Gemeinde prinzipiell gut aufgestellt
Die Gemeinde sei dennoch prinzipiell gut aufgestellt, sodass sie mit diesem Bürgerantrag nahtlos die Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 anstreben könne.
Dazu kommt, dass Wachtberg als langjähriges Mitglied der Klimaregion Rhein-Voreifel, ausgestattet mit einem interkommunalen Klimamanager, besonders für Bemühungen um gelebte Klimaneutralität verpflichtet und damit grundsätzlich auch befähigt sei.
Gleichwohl bestünde noch ein erheblicher Bedarf an beispielsweise klimaneutraler, energetischer Gebäudesanierung oder der Verkehrssteuerung. Anstehende Projekte, wie der Umbau des Henseler Hofs (möglicherweise später als die aktuellen Umbaubemühungen) oder der Umbau des Dorfsaals in Gimmersdorf müssten damit auch in ein Klimaneutralitätskonzept einbezogen werden.
Drei volle Ratsperioden
Durch die Umsetzung der in ihrem Antrag angestrebten Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 würde die Gemeinde nach Auffassung der Wachtberger Parents einen erheblichen und vorbildlichen Beitrag zur nachhaltigen Klimaschutz leisten können. Bis zum Jahr 2035 seien es noch drei volle Ratsperioden, in denen das Ziel konsequent erreicht werden könne, urteilen die Parents. Bereits jetzt vorbereitet wird ein „klimakonsequenter Fragenkatalog“ für die Kommunalpolitiker zur kommenden Kommunalwahl im September 2020. Wer Interesse hat, am Klima- und Umweltschutz für Wachtberg mitzuarbeiten, und eventuell auch interessiert ist, Fragen an die Kandidaten mit zu formulieren, kann sich jederzeit über die Homepage parents-wachtberg.de an die Initiative wenden.
Pressemitteilung Parents for
Future Wachtberg
Dachflächen in bevorzugter Südausrichtung, wie hier am gemeindeeigenen Gimmersdorfer Dorfsaal, bieten ideale Voraussetzungen für Solarpaneele für die Erzeugung von kostenlosem „Sonnenstrom“.
