Waldbegang mit dem Gemeinderat Nickenich
Nickenich. Auf Einladung des Bürgermeisters Detlev Leersch haben sich am vergangenen Samstag, Mitglieder des Nickenicher Gemeinderates, zum Waldbegang mit dem zuständigen Förster Felix Janz, getroffen.
Ziel war es, einen Überblick über das aktuelle Geschehen im Wald zu erhalten.
Der Waldbegang wurde von Förster Janz in drei Stationen eingeteilt, um die Vielfalt der anfallenden Arbeiten veranschaulichen zu können.
Im Bereich der Ahrefeldhütte wurde eine Erstdurchforstung auf einer Fläche von sieben Hektar, mit modernster Technik, durchgeführt. Hierzu wurden zunächst auf der gesamten Fläche hochwertige Zukunftsbäume dauerhaft markiert und diese anschließend, durch die Entnahme angrenzender „Bedränger“-Bäume, in ihrem potenziellen Wachstum gefördert.
Nach der Holzernte am Kraterrand wurden in den bereits gemischten Baumbestand, zusätzlich zwei weitere Baumarten als sogenannter „Voranbau“ gepflanzt. In sogenannten Klumpen gepflanzte Weißtanne und Esskastanien sollen den Wald in der Zukunft zusätzlich vielfältiger und klimastabil machen. Die Pflanzen wurden mit den angestellten Forstwirten gepflanzt und anschließend gegen Wildverbiss geschützt.
Unmittelbar am Seeufer, vor allem angrenzend an den Campingplatz am See, haben umfangreiche Verkehrssicherungsmaßnahmen stattgefunden. Einige der alten Buchen wurden gefällt und im Wald belassen. Das Holz ist aufgrund entstandener Fäule teilweise nicht mehr zu verwerten und bietet zahlreichen Lebewesen als liegendes Totholz einen vielfältigen Lebensraum.
Förster Janz wies in diesem Zusammenhang deutlich auf die Gefahren der Waldarbeit für das Personal und die aktuell steigende Gefahr von absterbenden Buchen hin. Totholz in den Kronen kann sich schon bei geringer Vibration bei der Fällung oder durch Windeinfluss lösen und den Forstwirt stark gefährden.
Die Herstellung der Verkehrssicherheit an baulichen Einrichtungen bringt hohe Kosten mit sich, welche durch den alleinigen Holzverkauf bei Weitem nicht ausgeglichen werden können.
Durch die drei letzten, niederschlagsarmen Jahre, haben viele, vor allem alte Buchen, unter den klimatischen Bedingungen gelitten. Die Folgen der langen Trockenheit, sind teilweise hohe Totholzanteile in den Kronen der Buchen bis hin zum vollständigen Absterben der Bäume. Die Brennholzbereitstellung konnte für das diesjährige Frühjahr abgeschlossen werden. Die Nachfrage ist nach wie vor sehr hoch und wird sich vermutlich noch verschärfen. Der erfolgreiche Vormittag mit meist gutem Wetter wurde anschließend bei einem Teller Kartoffelsuppe und einem Kaltgetränk in Nickenich abgeschlossen.
