Gesprächskreis Ahrwein lud zu Vortrag ein
„Walporzheim im Wandel der Zeit“
Werner Schüller referierte zur Historie des Weindorfs
Walporzheim. Der Gesprächskreis Ahrwein präsentierte in der Weinmanufaktur Walporzheim Werner Schüller mit seinem Vortrag „Weindorf Walporzheim im Wandel der Zeit“. Im Rahmen seiner Begrüßung erläuterte Dr. Gerhard Kreuter den Zuhörern im vollbesetzten Restaurant „Vinetum“ einige Aspekte zur Person und zum Wirken von Werner Schüller. Schüller, der regelmäßig in der lokalen Presse publiziert, darüber hinaus bereits 15 Bücher herausgegeben hat, sich kommunalpolitisch und in mehreren Vereinen stark für seine Heimat engagiert, hat für sein Tun 2014 die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. Schüller begann seinen Vortrag mit der Frage, wie er selbst zum Wein kam, obwohl er beruflich keinerlei Berührungspunkte damit hatte. Nach seiner Hochzeit „durfte“ er in den Jahren 1975 bis 1983 nach seinem Feierabend im schwiegerelterlichen Betrieb mitarbeiten.
Schüller ging in seinem Vortrag auf die geschichtliche Entwicklung von Walporzheim seit dessen ersten Erwähnung im Jahre 893 unter besonderer Berücksichtigung des Weinbaus ein. Er zeigte dazu alte Fotos und Ansichtskarten, die ihm von Karlheinz Binder und vom Stadtarchiv Ahrweiler zur Verfügung gestellt worden waren. Die Gäste sahen Ansichten von Walporzheim und seiner näheren Umgebung ab 1840, beispielsweise von der alten Holzbrücke an der Pützgasse, der damals einzigen Brücke über die Ahr. Schüller gab Erläuterungen zur harten Arbeit in den Steillagen, in denen es noch keine Wege gab, die Mauern entstanden im 18 und 19. Jahrhundert, nach 150 Jahren läuft jetzt gerade die notwendige Sanierung. Schüller ging auf den sich entwickelnden Tourismus rund um „Walbeze“ ein, indem er eine Reihe von alten Postkarten mit der Felsnase der „Bunten Kuh“ mit dem Gasthaus „Felsidylle“, heute „Bunte Kuh“, dem „Gasthof zum Sänger“ von Peter Schmitz, ihm schräg gegenüber das Gasthaus von Jupp „Trompeter“ Kriechel und die „Bauernschenke“, heute „Kleinod“, zeigte. Dann präsentierte er Vergleichsbilder „alt – neu“ von Walporzheim, ging auf die Geschichte des Restaurants St. Peter, das nach dem Zweiten Weltkrieg von der Familie Brogsitter übernommen wurde, sowie des Winzervereins ein, auch dazu hatte er Bilder, aber auch alte Weinetiketten mitgebracht.
Weiter ging es mit „Histörchen“ und historischen Splittern über nicht mehr existierende Weingüter, so erfuhr man, dass der damalige Wirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler Ludwig Erhard regelmäßig in seiner Stammkneipe bei „Onkel Jupp“ in Walporzheim einkehrte, um dort zu seiner Zigarre einen guten Tropfen aus dem Ahrtal zu genießen. Abschließend ging Schüller noch auf den von Karlheinz und Rolf Binder initiierten Aufbau des Weinbaulehrpfads, auf das erste Weinfest am 18. August 1951 sowie den Kampf gegen Mehltau, Heuwurm-Einsammeln durch Schulklassen, die damalige Weinbergsdüngung mit Hausmitteln und nicht zuletzt die Räucherwehr, die gegen eventuelle Maifröste (Eisheiligen) zum Einsatz kam, ein.
Nach dem Vortrag informierte Küfermeisterin Astrid Rickert von der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, zu der seit 2009 auch die Weinmanufaktur Walporzheim gehört, zur aktuellen Lage in Sachen Weinjahrgang 2018, der sich zurzeit in Abfüllung befindet. Winzermeister Marc Linden vom Weingut Sonnenberg gab einen Ausblick auf den Jahrgang 2019, der gerade die ersten Knospen zeigt, und informierte über die anstehende Arbeit im Weinberg. Für Weinfreunde war es wieder ein sehr informativer Abend bei einem guten Tropfen der Weinmanufaktur Walporzheim.
Dr. Gerhard Kreuter (rechts) dankte Werner Schüller (Mitte).
