Allgemeine Berichte | 25.01.2018

Eifelverein Remagen

Wandern im Pulverschnee

In der Schneelandschaft der Hohen Eifel.privat

Remagen. Wieder nahm der Eifelverein Remagen am alljährlichen Winterwandertag der Ortsgruppe Antweiler teil und auch diesmal waren alle von der prächtigen Schneelandschaft in der Hohen Eifel und von der herzlichen Gastfreundschaft so beeindruckt, dass schon jetzt feststeht: Diese Wanderung kommt auch in den Wanderplan 2019. Auf der Trasse der 1973 stillgelegten Ahrtalbahn ging es zunächst nach Müsch, vorbei an einer Erinnerungstafel an einen Verpflegungszug der Wehrmacht, der dort beim Näherrücken der Front stecken geblieben war. Blitzschnell wurde er von der hungernden Bevölkerung geplündert, bevor er in die Hände der Amerikaner fiel.

Lag in Antweiler nur wenig Schnee, so änderte sich das bald beim Aufstieg Richtung Rodder, obwohl der Ort nur 250 Meter höher liegt. Tief verschneit zeigte sich dort die ganze Landschaft, die Bäume bogen sich unter ihrer Schneelast, die Sonne strahlte immer wieder aus tiefblauen Wolkenlöchern auf feinsten, mehr als knöcheltiefen Pulverschnee. Ein Bild, wie es schöner nicht hätte sein können.

Ein Funkmast kurz vor Rodder dient der Koordinierung bei Noteinsätzen. Gegen ihn, wusste der Antweilerer Wanderführer zu berichten, gab es vor Jahren seitens der Einheimischen einen erbitterten Abwehrkampf wegen befürchteter Strahlenschäden, obwohl auch dort jedes Handy das tausendfache an Strahlung abstrahlt. Von der Höhe reichte der Blick weit in das verschneite Land, so weit, dass die Benennung mancher Höhenzüge am fernen Horizont schwierig wurde. Und immer wieder dieser großartige Anblick schneebedeckter Wälder bis hinüber zum 623 Meter hohen Aremberg. Manch Interessantes, von dem bis 1937 betriebenen Bergbau in Antweiler, wusste der Wanderführer zu berichten und zeigte, an Ort und Stelle verschüttete Stolleneingänge. Kupfer- und Silbererz wurde einst in der Grube Wilhelm gefördert. Der Sturm Friederike hat auch im dortigen Hochwald gewütet und über 35 Meter hohe, uralte Fichten entwurzelt. Manche lagen nun quer über dem Weg und mussten überstiegen werden. In der vereinseigenen Hütte wurden die Wanderer bei ihrer Rückkehr mit verführerisch duftender Erbsensuppe willkommen geheißen. Die Damen der Ortsgruppe warteten mit selbst gebackenen Kuchen erlesener Qualität auf und machten alle an Neujahr gefassten Diätvorsätze mit einem Schlag zunichte.

In der Schneelandschaft der Hohen Eifel.Foto: privat

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