Ausstellung in Höhr-Grenzhausen
„Was‘ los, Deutschland!?“
Parcours durch die Islamdebatte vom 15. bis 24. Oktober
Höhr-Grenzhausen. Im Rahmen einer Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ konnte das Projekt Arbeit und Lernen e.V. eine Wanderausstellung für Jugendliche und Interessierte vom 15. bis 24. Oktober nach Höhr-Grenzhausen (Ausstellungsort „Till Eulenspiegel“) holen.
„Was‘ los, Deutschland!?“ ist mehr als eine Auseinandersetzung zu einem der aktuell meistdiskutierten Themen: Die Ausstellung informiert, interveniert und fordert zur selbständigen Reflexion auf. Sie soll junge Menschen darin unterstützen, populistischen und menschenverachtenden Meinungen und Ideologien entgegenzutreten und die Welt in ihrer Komplexität wahrzunehmen. Gleichzeitig wird zum Nachdenken über gesellschaftliche Fragen angeregt, wobei die zentrale Frage lautet: „Wie wollen wir in dieser Gesellschaft leben?“
Multimediale Szenerie stellt Anforderungen an die Besucher
Der Kern der Wanderausstellung kann als „eingefrorenes Theaterstück“ beschrieben werden, kombiniert mit einer systemischen Strukturaufstellung. Besucher bewegen sich durch eine multimediale Szenerie von 27 lebensgroßen Figuren in zwölf Szenen, die jeweils für sich, aber auch im Zusammenhang stehen.
Über Lautsprecher kommunizieren die Figuren miteinander, und über Kopfhörer sind ihre Gedanken zu hören.Die Besucher sind in der Ausstellung auf diese Weise ständig aufgefordert, sich mit den Protagonisten der Szenen auseinanderzusetzen. Dies wird durch einige Videoformate unterstützt, die die Zuschauenden direkt ansprechen. Mit Betreten der Ausstellung tauchen die Besucher in die Welt der bekannten muslimischen Comic-Zeichnerin Soufeina Hamed (tuffix) ein, die mit ihrem Stil den Figuren ein Gesicht und der Szenerie ihren Charakter gibt.
Die Alltagsszenen stellen Erfahrungen und Begegnungen junger Menschen in Deutschland dar – muslimisch oder nicht. So eröffnet sich ein vielschichtiger Erfahrungshorizont, in dem verschiedene Aspekte rund um die Themen Islam, antimuslimischer Rassismus und Islamismus verhandelt werden.
Vertieft werden die Themen der Szenen durch Texte direkt an den Stationen, durch eine Wissensstation im Zentrum der Ausstellung sowie durch zwei interaktive Spielstationen. Auch eigene Erfahrungen mit Diskriminierung haben dabei ihren Platz.
Impulse zur Reflexion rund um den Islamdiskurs
In dieser multimedialen und interaktiven Umgebung finden die Jugendlichen Impulse zur Reflexion rund um den deutschen Islamdiskurs, so zum Beispiel zu Zivilcourage, Antisemitismus oder kritischer Medienrezeption.
„Was‘ los, Deutschland!?“ wurde von der CD-Kaserne Celle entwickelt und realisiert.An der interdisziplinären Ausstellungsentwicklung waren Islamwissenschaftler, Kulturanthropologen, Jugendmarketing-Spezialist, Theaterschauspieler, Kulturwissenschaftler und Systemische Fachleute ebenso beteiligt wie Mitglieder des muslimischen satirischen YouTube-Formats „Datteltäter“ und des Theaterkollektivs „Markus und Markus“.
Finanziert wurde die Entwicklung der Ausstellung „Was‘ los, Deutschland!?“ durch das Landesdemokratiezentrum am Landespräventionsrat im Niedersächsischen Justizministerium mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) sowie durch die Stiftung Niedersachsen, das Niedersächsische Kultusministerium und die Sparkasse Celle.
Am Dienstag, 15. Oktober, wird die Ausstellung im Rahmen einer Vernissage anlässlich der achten Demokratiekonferenz in Höhr-Grenzhausen feierlich eröffnet, diese beginnt um 18 Uhr in der Gaststätte „Till Eulenspiegel“, Rathausstraße 34. Zur Eröffnung der Ausstellung sind alle Interessierten recht herzlich eingeladen.
Anschließend wird die Ausstellung noch am Samstag, 19. Oktober, von 10 bis 16 Uhr im „Till Eulenspiegel“ für die Öffentlichkeit geöffnet sein.
Sondertermine für Gruppen
Gruppen und Schulklassen können die Ausstellung vom 15. bis 24. Oktober zwischen 8 und 16 Uhr besuchen, müssen ihren Besuch im Vorfeld jedoch anmelden, per E-Mail an info@paulev.de oder unter Tel. (01 75) 5 24 76 17.
Ein Besuch der Ausstellung eignet sich für Klassen der Stufen 9 bis 12 der weiterführenden Schulen sowie Jugendgruppen verschiedener Verbände wie beispielsweise: Feuerwehr, THW, Sportvereine, Jugendtreffs.
