Löschzug Saffig informiert
Was tun, wenn es summt und brummt…
Saffig. Imker Uwe Kahlfuß aus Koblenz wurde ins Feuerwehrgerätehaus eingeladen und gab den Kameradinnen und Kameraden einen Einblick in das Leben von Honigbiene, Hummel, Wespe und Hornisse. Uwe Kahlfuß erklärte den Anwesenden, dass Honigbienen nicht gefährlich sind. Ganz im Gegenteil, „Sie sind friedliche Tiere, die dem Menschen nur bei Bedrohung aggressiv gegenüber sind“, so Kahlfuß. Die Honigbienen leben im Sommer zu Zehntausenden in einem Schwarm, und das ganze Jahr in Kolonien mit mehreren tausend Individuen, in Kästen, Astlöchern oder Bienenstöcken. Durch die ausschließliche pflanzliche Ernährung, kommt es auch hier zu keinerlei Konflikten, wenn man bei schönem Wetter mit einem leckeren Stück Kuchen auf der Terrasse sitzt. Irritierend wird es für Menschen, wenn sich ein Schwarm teilt und das neue Volk sich auf die Suche nach einem neuen Hause begibt. Hierbei kommt es sehr oft vor, dass sich der abgegangene Schwarm von bis zu 20.000 Bienen an einem Baum festsetzt und so lange dort verharrt, bis die Kundschafter-Bienen eine geeignete neue Behausung gefunden haben. Setzt sich ein solcher Schwarm im heimischen Garten ab, wirkt dies zunächst beunruhigend, was allerdings unberechtigt ist. In so einem Fall sollte man einen Imker rufen, welcher den Schwarm einfängt und umsiedelt. Mit einem Abstand von einem Meter kann man also gut nebeneinander leben. Hummeln hingegen leben in recht kleinen Gruppen von maximal 600 Tieren zusammen und sind für den Menschen ungefährlich. Wespen und Hornissen lassen sich in zwei unterschiedliche Gruppen einteilen. Der Großteil von ihnen, so auch die Waldwespen und Hornissen, sind ebenfalls für den Menschen ungefährlich und in keiner Weise aggressiv. Sie jagen andere Insekten und ernähren sich von diesen und von pflanzlichen Produkten. Der andere Teil allerdings, nämlich die deutsche und die gemeine Wespe, hingegen legen ein anderes Verhalten an den Tag. Auf ihrer Speisekarte steht auch Fleisch, wie Leckers vom Grill, aber auch Kuchen, Süßes und Limonade. Somit kommt es zu einem Konkurrenz-Verhalten, bei dem die Wespe „ihr“ Essen verteidigen will. Damit agiert sie auch aggressiv gegen Menschen. Unterscheiden kann man beide nur am Verhalten und der Lage der Nester, im Aussehen gibt es keine Unterschiede. Alle Nester, die an hellen Orten (Thuja-Hecke, Pergola…) gebaut wurden, beherbergen nicht aggressive Tiere. Nester, die in dunklen Bereichen zu finden sind, wie beispielsweise Rolladen-Kästen oder Dachböden, sind von der deutschen oder gemeinen Wespe bewohnt, welche bei Annäherung aggressiv wird und ihren Schwarm verteidigt. Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind Hornissen weit wenig gefährlich als gedacht. Grundsätzlich sind diese Insekten nicht aggressiv und auch nicht in der Lage mit nur wenigen Stichen ein Pferd zu töten. Auch sie haben kein Interesse mit Menschen um Nahrung zu „kämpfen“, da ihr Speiseplan ganz andere Dinge enthält. Das Gift der vorgestellten Insekten ist bei allen gleich stark. Ein gesunder Mensch kann problemlos bis zu 100 Stiche ertragen. Anders sieht die Sache bei Allergikern aus. Hier ist äußerste Vorsicht geboten. Jedoch sollte man nicht direkt in Panik geraten und sich eine leichte Reizung der Haut als Allergie einreden. Einen Unterschied macht die Art des Stiches. Während Wespen und Hornissen eine kleine Menge Gift mit dem Stachel injizieren, reißt die Biene bei einem Stich ihren gesamten Stachelapparat heraus, welcher durch pumpende Nervenbewegungen das gesamte Gift der Biene in den Gestochenen abgibt. Hier sollte der Stachel inklusive des Stachelapparats schnell entfernt werden. Abschließend kann man sagen, dass alle hier besprochenen Insekten ein gutes Miteinander mit dem Menschen führen können. Mit ein wenig Abstand verläuft dies problemlos. Eine gewisse Vorsicht sollte man bei der gemeinen und bei der deutschen Wespe walten lassen. In Falle von Unklarheiten oder Angst vor den Tieren kann die Feuerwehr weiterhelfen und einen Kontakt zum Imker herstellen.Pressemitteilung
Verbandsgemeindeverwaltung
Pellenz
Schwarm von Bienen am Baum.
Wespennest in einer dunklen Garage. Fotos: Privat
