Allgemeine Berichte | 30.06.2022

Zehnthaus-Kolumne (26)

Wegekreuz an der Katholische Kirche Odendorf

Das Wegekreuz an der katholischen Kirche in Swisttal-Odendorf. Foto: Klaus Scholz

Odendorf/Essig. 1481 erwarb das Trierer Kartäuserkloster St. Alban den Blankenheimer Hof in „Odendorph“, den späteren Kartäuserhof. 1726 erbaute das Kloster auf diesem Hof das Zehnthaus zur Lagerung des Zehnten, einer Naturalabgabe der Landpächter an die Kartause und den Pfarrer des Dorfes. Unter dem Patronat des Kartäuserklosters St. Alban in Trier wurde von den Pastoren Wilhelm Cleven und Jakob Claren (beide um 1723) die barocke Ausstattung der alten romanischen Pfarrkirche St. Peter und Paul begonnen. In Odendorf gab es damals ca. 230 Gläubige.

Aus jener Zeit stammt das heute an der Straßenecke neben der katholischen Kirche stehende Kreuz. Es ist ein aus Trachyt geschlagenes, für die Zeit des Barocks typisches Wegekreuz. Errichtet wurde es zu Ehren von Johann Eberhard Dick.

Dieser wurde am 14. April 1726 Pastor in Odendorf und war bis zum Jahre 1768 in diesem Amt. Sein Vater war der Oberdreeser Justizbeamte Ignatius Dick. Dessen Bruder, Hilger Dick, stiftete das Wegekreuz mit der Jahreszahl 1724. In diesem Jahr wurde Pastor Dick zum Priester geweiht. Hilger Dick stiftete auch das Altarbild in der alten Kirche zu Odendorf, die Zahl 1724 finden wir dort in der Widmung des Bildes.

Das Kreuz lässt neben der Jahreszahl 1724 auch ein Wappen im Sockel mit einer Wolfsangel und einem Herzen mit Kleeblatt erkennen. Unterhalb des Wappens kann in der oberen Zeile der zweizeiligen Inschrift noch der Name „… Hilger Dick …“ gelesen werden, die untere Zeile ist unleserlich. Darüber steht ANNO 1724. Das Wappen ist vermutlich die Hausmarke der Stifter-Familie. Es stimmt mit dem Altarbild in der alten Kirche überein.

Das Kreuz hatte vermutlich seinen ersten Standort nicht weit entfernt von dem heutigen Platz. Damals lag allerdings auf der Fläche der 1902 – 1904 errichteten neuen Pfarrkirche der große Pfarrgarten. An der Stelle des 1833 erbauten Pfarrhauses, der späteren Vikarie (heute Katholische Öffentliche Bücherei), befand sich, unmittelbar an den alten Kirchhof anschließend, der Pfarrhof. Die Straße am Zehnthof endete unter dem damaligen Namen „Kirchengass“ kurz hinter dem Zehnthaus vor den Toren zum Pfarrhof und zum Kirchhof.

Die neugebaute Pfarrkirche erhielt nach dem Verständnis dieser Zeit eine Umfriedung mit einem Zaun aus einer Sockelmauer mit aufstehendem Gitter. Die Mauer schloss sich beidseitig fest an das Kreuz an. Heute sind noch Überreste der Sockelmauer vorhanden zwischen denen sich das Barockkreuz befindet. Vor diesem Kreuz befand sich lange Zeit ein durch einen Stein hervorgehobener Standort für die Bekanntgabe von Ankündigungen der damaligen Gemeinde Odendorf.

Das Kreuz, das im Laufe von Jahren zunehmend Steinzerstörungen aufwies, wurde auf Anregung des Verein Zehnthaus e.V. und mit dessen finanzieller Unterstützung sowie mit Hilfe der Gemeinde Swisttal und der katholischen Kirchengemeinde restauriert und im Jahre 1988 wieder aufgestellt. Dieses Wegekreuz konnte so der Nachwelt erhalten bleiben (Liste der Baudenkmäler Gemeinde Swisttal Nr. 5).

Sammlung Zehnthaus

www.verein-zehnthaus.de

Stifter-Inschrift des Wegekreuzes an der kath. Kirche in Odendorf. Foto: Vera Zavadil

Stifter-Inschrift des Wegekreuzes an der kath. Kirche in Odendorf. Foto: Vera Zavadil

Das Wegekreuz an der katholischen Kirche in Swisttal-Odendorf. Foto: Klaus Scholz

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