Benefizkonzert des MC Bachem zugunsten des „Hospiz im Ahrtal“
„Welch ein Geschenk ist ein Lied“
Bad Neuenahr. Großes kündigt sich beim Männerchor Bachem immer mit Sonderproben an, denn die Sänger haben in den vergangenen Wochen ihre Proben intensiviert mit dem Ziel, im barocken Rathaussaal in Neuenahr ein Benefiz-Konzert zugunsten des „Hospiz im Ahrtal“ zu geben. Aufgrund ihres Mottos „Weniger ist oftmals mehr“ finden die Männer um ihren Vorsitzenden Heinz-Rudi Dresen auch genügend Zeit, sich auf diese Höhepunkte vorzubereiten. Und aus Sicht ihres langjährigen Chorleiters Hans-Albert Jahn ist dies ein sehr erfolgreiches Konzept, er war auch dieses Mal mit dem Fortschritt seiner Sänger sehr zufrieden. Bürgermeister Guido Orthen war von der Idee des Benefizkonzerts sofort begeistert, übernahm daher gerne die Schirmherrschaft und bot spontan den Barocksaal des Rathauses, den alten Speisesaal des ehemaligen „Hotels Flora“ dazu an. Für dieses Konzert, das vierte und letzte des MC Bachem in diesem Jahr, hatte sich der Vorstand etwas ganz Besonderes einfallen lassen und das Vokalensemble „belCanto“, das ebenfalls von Hans-Albert Jahn geleitet wird und dem Konzert einen besonderen Glanz gab, gewinnen können. Der Barocksaal war schon lange vor Beginn bis auf den letzten Platz gefüllt, es mussten noch Sitzgelegenheiten nachgeholt werden und pünktlich um 16 Uhr kamen die 40 Sänger des MC Bachem und die 13 Sänger/innen von „belCanto“ herein.
Eröffnung des Konzerts mit dem Lied „Welch ein Geschen ist ein Lied“
Das Programm startete mit dem Titellied des Benefizkonzerts „Welch ein Geschenk ist ein Lied“ von Reinhard Mey, gesungen von „belCanto“ und begleitet durch Hans-Albert Jahn am Flügel und Fabienne Höthker am Fagott. Klaus Jäger, der in gewohnt charmanter Art durch das Programm führte, trug den Text dieses Titellieds, weil er, wie er meinte, es wert war, noch mal gesprochen vor, um ihn in Erinnerung zu bringen, bevor er die Ehrengäste des Nachmittags, namentlich Ulrich Stieber (Ortsvorsteher von Bachem), Ulrike Dobrowolny (1. Vorsitzende des Hospizvereins) und Rudi Frick (Vertreter des Bgm) begrüßte. Rudi Frick sagte als Vertreter des Bürgermeisters, die sich im wohlverdienten Urlaub befand, in seinem Grußwort, dass er überrascht war, welche Komponisten u.a. im Programm zu finden waren, nämlich Reinhard Mey, Peter Maffay und Udo Jürgens. Frick wies auf die sich anschließende Körbchen-Spende zugunsten des Hospizvereins hin und schloss mit einem Wort von Yehudi Menuhin „Die Musik spricht für sich allein, vorausgesetzt man gibt ihr eine Chance“, was die verehrten Zuhörer an diesem Nachmittag sicherlich tun werden. Der musikalische Nachmittag ging mit vier Volksweisen, vorgetragen durch den MC Bachem, weiter. „Weit geh’n die Gedanken“ einer Volksweise aus Russland, gefolgt von einer ausgesprochen gefühlvoll vorgetragenen Volksweise aus Lettland „Junges Mädchen saß am Meere“. Das Volkslied aus Lothringen „Oh du schöner Rosengarten“, ein Stück, das der MCB des Öfteren bei Auftritten mit ihren wunderbaren vier Stimmen voller Harmonie singt, war genauso gelungen wie die Volksweise aus Irland „Wo die roten Rosen blüh’n“, im letzten Stück dieses Volkslied-Reigens gab es ein Bariton-Solo von Ludwig Born, Wolfgang Erbeling, Klaus Jäger und Gerhard Noack zu hören. Wie in nahezu allen Auftritten des MC Bachem kam auch die vereinsinterne Mundharmonika-Gruppe zum Einsatz, die vier Herren hatten sich vor genau 10 Jahren zusammen getan um gemeinsam zu musizieren. Dieses Mal intonierten sie krankheitsbedingt in Dreier-Besetzung „Freude schöner Götterfunke“, „Es gibt Millionen von Sternen“ und „Highland Cathedral“ (Du bess die Stadt) und das begeisterte Publikum kam der Aufforderung von Klaus Jäger, der zuvor noch den ehemaligen Kreis Chorleiter Gisbert Stenz begrüßte, leise mit zu summen oder gar mit zu singen, gerne nach.
Nach der Pause erhielten die Damen im Saal eine Rose
Vor einer kurzen Pause bei guten Tropfen des Weinguts Kurth „aus Ahrweiler bei Bachem“ betraten die Sänger und Sängerinnen von „belCanto“ den Saal und die Damen erhielten alle eine rote Rose überreicht.
Fabienne Höthker und Klaus Mommsen kündigten zwei „Rosen“stücke, begleitet von Hans-Albert Jahn am Flügel an. „Sah ein Knab ein Röslein stehen“ (Das Heidenröslein) und „die Rose“ (the rose) von Amanda McBroom, was sie in einer faszinierenden Weise mit wundervollen Soli von zwei ihrer Damen und zwei der drei Herren vortrugen. Ergänzt wurde dieser Rosen-Reigen durch „Wie kann es sein“ von den „Wise Guys“, einer Kölner Musikgruppe, die Anfang der 90er Jahre aus einer Schulband hervorging, meist „a capella“ sang und ebenfalls regelmäßig Benefizkonzerte veranstaltete.
Nach der Pause startete erneut das Ensemble „belCanto“, bei dem Lied „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay musste improvisiert werden. Jahn‘s Enkeltochter fiel als geplante Solistin wegen Erkältung aus und Katja Reißig sprang kurzfristig und ohne vorherige Probe ein. Respekt, sie hat es toll gemeistert. Das erste Standing Ovation gab es nach „Adiemus“ des walisischen Komponisten Carl Jenkins, bekannt auch als Lied, das er 1994 für einen Werbespot der amerikanischen Fluggesellschaft „Delta Airlines“ komponiert hatte.
Standing Ovation für die Sänger/innen
Bei „Ihr von morgen“ (Hymne an die Zukunft) erhielten die Sänger des MCB lange anhaltenden Beifall. Udo Jürgens war angekündigt und überzeugte mit den Themen von heute. Das zweite Standing Ovation kam am Schluss des Konzertes, als alle auf der Bühne standen und das letzte Lied des Programmes „Unser Land“, der Rheinland-Pfalz-Hymne, gemeinsam gesungen hatten. Das Publikum hatte an diesem Nachmittag einen musikalischen Hochgenuss erleben können und feierten Hans-Albert als Chorleiter beider Chöre und als musikalischer Gesamtleiter des Konzertes.
Am Ende des Konzertes sprach Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V. noch ein Dankeswort, sie war sehr beeindruckt vom Engagement und dem Können der Teilnehmer des Konzertes sowie dem Interesse der Besucher. Verbunden mit dem Dank an die Aktiven des Konzertes stellte sie abschließend den Hospiz-Verein wie auch die „Hospiz im Ahrtal gGmbH“ vor.
Die Sänger verabschiedeten sich spontan mit dem Lied „Wenn Freunde auseinander gehen“, winkten in der zweiten Strophe und alle Besucher erwiderten den Gruß. Die Spendensammlung nach dem Konzert ergab 1.400 Euro für das Hospiz.
„belCanto“ singt „Die Rose“ der „Wise Guys“.
