Allgemeine Berichte | 22.08.2019

Es geht auch ökologisch auf dem Golfplatz

Weniger Pestizide und mehr Blühwiesen

Bienenvölker wurden auf dem Gut Burghof angesiedelt

Imker Stefan Dörksen und Matthias Fausten, 1. Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Heimbach-Weis-Gladbach, bei der Völkerdurchsicht am Bienenstand auf dem Golfplatz. Foto: privat

Neuwied. Die Öffentlichkeit nimmt den Golfsport mehr und mehr als naturnahe Sportart beziehungsweise Freizeitbeschäftigung wahr. Golfer fühlen sich vermehrt hingezogen, einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt beizutragen.

In den letzten Jahren hat sich das Gelände des GC Rhein-Wied zunehmend verändert. Bunte Blumenwiesen, Wildblumen wurden vermehrt angepflanzt und in diesem Frühjahr kam der Wunsch auf, wieder Bienenvölker (arbeitende Honigbienen) auf dem Gelände anzusiedeln. So kam es zu einer Kooperation mit dem Bienenzuchtverein Heimbach-Weis-Gladbach. Die Bienenstöcke auf dem Burghof werden gestellt und betreut vom Vereinsmitglied Stefan Dörksen.

Neben den Bienen ist auf dem circa 75 ha großen Clubgelände eine Vielfalt an Wildtieren zu finden: Füchse, Rehe (leider auch Wildschweine), und neben diversen Kleintieren wie Hasen und Karnickeln, Reptilien und Amphibien sind hier auch Bussarde und Milane zu Hause. Deshalb werden neben dem Bienenprojekt Maßnahmen zum Vogelschutz (Nistmöglichkeiten) und Totholzbereiche für holzbrütende Insekten geschaffen.

Bienen sind das drittwichtigste Nutztier der Erde

Bienen sind neben Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier der Erde und für den Menschen von essenziellem Wert. Sie sind wichtig für das gesamte Ökosystem, weil landwirtschaftliche Nutzpflanzen auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen sind. Ohne Bestäubung würden Ernteerträge erheblich reduziert, wie beispielsweise eine 60-prozentige Apfel- oder Kirschernte. Daneben garantieren die Bienen eine hohe Biodiversität, das heißt eine hohe Artenvielfalt und Bestand der Pflanzen. Letztlich sind Vögel, Insekten und andere Tiere auf Pflanzen als Nahrungsquelle angewiesen.

Der Nutzen der Bienen bezieht sich nicht nur auf die Anzahl der bestäubten Früchte, sondern auch auf deren Qualitätsmerkmale, wie Aussehen, Fruchtfähigkeit; auch Gewicht und Geschmack hängen von der Bestäubungsleistung ab. So hat die Bestäubungsleistung der Bienen letztendlich große Auswirkung für den Menschen als Endverbraucher.

Die wirtschaftliche Leistung der Wild- und Honigbienen ist enorm; circa 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Bienen angewiesen, und der wirtschaftliche Nutzen in Deutschland beträgt circa eine Milliarde Euro/Jahr. Der Honigertrag spielt dabei im Vergleich zum volkswirtschaftlichen Nutzen durch die Bestäubung nur eine geringe Rolle, nämlich etwa nur ein Zehntel. So werden durchschnittlich circa eine Million Blüten von Bienen angeflogen, um ein 500g Glas Honig zu erzeugen. Dies variiert stark nach der Pflanzenart. So ergibt der Nektar von knapp vier Millionen Rotkleeblüten oder etwa 800.000 Akazienblüten dieses eine Glas Honig.

Bienenkrankheiten, Varroamilben, Umweltgifte und Spritzmittel wie Glyphosat führen zu einem massiven Rückgang der Bienenbevölkerung. Ebenso stellen Monokulturen in der Landwirtschaft und das Verschwinden von Obstwiesen, Kleingärten oder Ähnlichem ein großes Problem dar.

Im Kreis Neuwied haben sich diese Probleme durch Reduktion der Spritzmittel und Kooperation mit Landwirten deutlich gebessert. So wird auch der Golfclub/Golfplatz in enger Kooperation mit dem Bienenzuchtverein Heimbach-Weis-Gladbach durch die Reduktion von Herbiziden und Insektiziden, durch Anpflanzen von Blumenbeeten und Wildblumenwiesen bessere Umweltbedingungen - und so eine gute Grundlage für ein besseres Nahrungsangebot schaffen. Pressemitteilung des

Golfclubs Rhein-Wied e.V.

Imker Stefan Dörksen und Matthias Fausten, 1. Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Heimbach-Weis-Gladbach, bei der Völkerdurchsicht am Bienenstand auf dem Golfplatz. Foto: privat

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