Allgemeine Berichte | 31.08.2020

Kulturszene rund um Montabaur kämpft gegen Untergang

Werk- und Industriehallen als Alternative Kulturtempel?

Zweiter „MT-Kulturtreff“

Montabaur. Eine freie und offene Gesellschaft kann ohne ein angemessenes Angebot an Kultur und Kunst nicht existieren! Und auch für die heimische Wirtschaft ist dieses als weicher Standortfaktor im Wettbewerb mit anderen Regionen unverzichtbar. Was aber wäre, wenn es plötzlich kein Kulturangebot mehr geben würde? Eine Vorstellung, die in Coronazeiten leider sehr real ist. Die in der Kultur Aktiven in und rund um die Kreisstadt Montabaur wollen sich mit dem drohenden Untergang nicht abfinden. Mit einem Netzwerk aller Kulturschaffenden gehen sie gemeinsam Wege aus der Krise… oder suchen diese zumindest.

Jetzt traf sich ein Dutzend Aktive aus verschiedenen Bereichen von Kunst und Kultur rund um Mons Tabor zum zweiten „MT-Kulturtreff“. Gastgeber war wieder das Kultur- und Naturerlebniszentrum b-05 im Montabaurer Stadtwald. Uli Schmidt, der als Vorsitzender der Kleinkunstbühne Mons Tabor eingeladen hatte, wies bei der Begrüßung darauf hin, dass die Gesellschaft vor nie dagewesenen Herausforderungen stehe. „Wege aus der Krise finden wir als Künstler und Kulturveranstalter sowie als kulturtreibende Vereine und Kultureinrichtungen nur gemeinsam“, so Schmidt. Dem stimmten alle Anwesenden zu.

Als hochbetagter Seniorchef eines traditionsreichen heimischen Unternehmens und Kulturförderer appellierte zunächst Adolf Becker-Flügel an die heimische Wirtschaft, die Kultur in diesen Zeiten nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen: „Unsere Wirtschaft im Westerwald wäre nicht so gut aufgestellt, wenn viele Kulturschaffende nicht über Jahrzehnte den weichen Standortfaktor Kultur entscheidend gestärkt hätten“.

„Wir haben in der Region ein großes kulturelles Potential, das wir uns von dem Virus nicht kaputtmachen lassen dürfen“, meinte Oliver Krämer als Mitarbeiter des Kulturbüros von Stadt und VG Montabaur. Das gelinge aber nur, wenn alle gemeinsam in einem großen Netzwerk agieren und in eine Richtung ziehen, ergänzte Jutta Linden-Quirmbach von „Kultur im Keller“ in der Kreisstadt. „Auch im Kulturleben wird nach Corona alles anders sein und nichts ist mehr wie gewohnt“, plädierte Daniel Lipskey, freischaffender Musiker aus Niederelbert, für einen realistischen Blick.

Die Folgen der Pandemie bedrohen auch die Gesang-, Musik- und Theatervereine in der Region. Raimund Schäfer vom Vorstand des Chorverbandes Westerwald rief deshalb dazu auf, sich stärker zu vernetzen und intensiver zusammenzuarbeiten. „Die Einnahmen aus unseren ausgefallenen Konzerten fehlen, aber die Dirigenten/innen müssen weiterbezahlt werden“, so der rührige Chorfunktionär. Angeregt wurde über die Höhe der Mitgliedsbeiträge nachzudenken.

Im Mittelpunkt stand dann die Frage, wie ein lokales Kulturprogramm aussehen kann, wenn in den Herbst- und Wintermonaten Formate im Freien nicht mehr möglich sind. Da viele Unternehmen in der Region über oft große Werk- und Industriehallen verfügen, könnte das ein Ausweg sein. Falls diese nutzbar sind für kleinere Events und die gastgebenden Unternehmen etwas zur Kostendeckung beitragen, könnten so einige Konzerte oder Kabarettveranstaltungen mit 50 oder 70 Personen möglich sein. Aber auch andere Örtlichkeiten außer der Stadthalle wie Turnhallen, Kino, Schloss oder große Kirchen könnten dazu beitragen, die Kulturkrise rund um Montabaur mit kleinen Formaten zu überstehen. Interessenten können sich per Email wenden an uli@kleinkunst-mons-tabor.de. Die Mitwirkenden beim „MT-Kulturtreff“ versuchen dann ein passendes Angebot zu machen. So soll ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass die Kultur lebt.

Eine Frage konnte niemand beantworten: gehen die Leute in der kalten Jahreszeit überhaupt in geschlossene Räume zu Kulturveranstaltungen – auch wenn die Zahl der Gäste minimiert ist und die Hygienevorschiften streng beachtet werden? „Hier stirbt die Hoffnung zuletzt, dass die Wäller so nach Kultur lechzen, dass sie die damit verbundenen Gefahren für vertretbar halten“, meinte dazu Frank Schützeberg, der als reger Besucher von Kulturveranstaltungen zu dem Treffen gekommen war.

Am Schluss machte Dr. Irene Lorisika vom „b-05“ allen Teilnehmenden Mut, indem sie auf Erfolge auch nach Ausbruch der Pandemie im Kultur- und Naturerlebniszentrum hinwies. „Wir hatten hier richtig interessante Veranstaltungen mit mal mehr oder mal weniger vielen Gästen, die auch unser Café gut genutzt haben“. Sie lud alle Interessenten zum nächsten „MT-Kulturtreff“ am Donnerstag, 1. Oktober um 18 Uhr ins b-05 ein. Daran wird auch Stefan Bock als Kulturberater des Landes teilnehmen und geeignete Corona-Kulturförderprogramme des Landes Rheinland-Pfalz und im Bund erläutern.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Wir helfen im Trauerfall
Wir helfen im Trauerfall
Imageanzeige - Dauerauftrag
Kleinanzeigen
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, beim Artikel Gartenmarkt/Stadt Neuwied
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Blütenfest
Empfohlene Artikel
Foto: Werner Dreschers
12

Adenau. Abgesehen von seiner lila-farbigen Mütze, die ihm jüngst auf offener Straße vom Kopf gerissen wurde, läuft es gut für Bischof Konrad Glöckner. Rundherum wird die Kirchenwelt von Missbrauchsfällen und deren Vertuschung erschüttert, aber in seinem beschaulichen Bistum ist alles ruhig und harmonisch. Mit dem Ruf eines „Aufklärers“ ist Glöckner designierter Leiter der katholischen Bischofskonferenz...

Weiterlesen

10

Maria Laach. Am Freitag, den 24. April, eröffnet Gereon Krahforst um 19 Uhr in der Abteikirche Maria Laach die diesjährigen Orgelkonzerte mit einem kontrastierenden Programm: die vier eindrucksvollen, eindringlichen Sätzen der „Sonntagsmusik“ von Petr Eben bilden einen Rahmen, innerhalb dessen romantische Trios und Choralbearbeitungen von Johann Sebastian Bach gespielt werden.

Weiterlesen

15

Kruft. „Den grauen Zellen Beine machen“ - unter diesem Motto lädt das Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz in Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Kruft, dem Pflegestützpunkt Mendig/ Pellenz, der katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius und dem Deutschen Roten Kreuz – Kreisverband Mayen-Koblenz e.V. zum informativen Gedächtnistraining mit Spaß und ohne Kontrolle ein.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock
421

Mehrfach stach der Täter auf den Oberkörper eines Mannes ein:

13.04.: Prozess um Messerstecherei in Bad Neuenahr gestartet

Koblenz. Am heutigen Montag ist der Prozess am Landgericht Koblenz um eine Messerstecherei in Bad Neuenahr im Oktober 2025 gestartet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-jährigen Angeklagten vor, versucht zu haben eine andere Person zu töten. . Es soll in einer Gaststätte zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung gekommen sein. Diese soll sich dann in eine körperliche Auseinandersetzung entwickelt haben.

Weiterlesen

In der hoch technisierten Werkstatt werden hochwertige Schweizer Uhren wieder von grundauf aufgearbeitet.
8

-Anzeige-Uhren Atelier Retterath

„Wir leben Nachhaltigkeit!“

Bad Neuenahr. Sie hatten schon immer ein Uhrentraummodell aus den vergangenen Jahrzehnten? Dann schauen Sie doch mal bei uns online vorbei. Wir freuen uns, Ihnen unsere Vintagemodelle auf unserer neuen Webseite vorstellen zu können.

Weiterlesen

9

Allgemeine Berichte

JHV bei Aloisiusjugend

Ahrweiler. Einladung zu der gemäß § 5 der Vereinssatzung am Freitag, den 24. April 2025, 19.00 Uhr n der Weinstube „Franz Coels“, Ahrhutstraße 13, Ahrweiler stattfindenden ahreshauptversammlung er Aloisius-Jugend Ahrweiler von 1813 e.V.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Titelanzeige KW 15
Mitarbeiter IT-Administrator
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Wohnträume
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten -bitte beim Text vom Gartenmarkt
Staplerfahrer (m/w/d)
10 Jahre Bella Vita Frauenfitness